Gewinner der Kategorie Einkommen stehen mit dem Preis und politischen Vertretern auf der Bühne.

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OÖ Agrarpreis 2025: Kategorie Einkommen – das sind die Gewinner

Platz 1: Mit Milch und Mut zum Erfolg

Am Toblerhof von Lisa und Stefan Niedermair-Auer in Lambach – mitten im Schweinemastgebiet – wird authetisch und transparent gezeigt, was moderne Milchviehhaltung in Österreich bedeutet.

Es war eine große Entscheidung, die Lisa und Stefan Niedermair-Auer vor einigen Jahren zu fällen hatten: Wie soll es weitergehen am Hof? „Eines war rasch klar: Wenn wir weitermachen, dann müssen wir auch ordentlich investieren“, sagt die heute 36-jährige Bäuerin und dreifache Mutter. Die Richtung sei bereits klar gewesen, denn die Schwiegereltern hatten schon vor 30 Jahren mit der Direktvermarktung begonnen und eine kleine Hofmolkerei gehabt, zudem waren sie als Schulmilchproduzenten aktiv. „Wir haben dann unseren ganzen Mut zusammengefasst und uns drübergetraut“, so Niedermair-Auer. Von 2018 bis 2021 wurde intensiv geplant, ehe Hofmolkerei, Hofladen und Tierwohl-Milchviehstall gebaut wurden.

Alles neu ab 2022

2022 war nicht nur das Jahr, in dem alles bezogen werden konnte, sondern auch der Start der Eisproduktion am Toblerhof: „Wir verwenden keine Fertigmischungen“, betont Niedermair-Auer. Angeboten wird die kalte Köstlichkeit in kleinen Bechern – und in 16 verschiedenen Sorten. Für Firmen gibt es die Option, eine ganze Truhe davon geliefert zu bekommen und den Mitarbeitern einen „Eis-Tag“ zu bieten.

Der etwa 80 Quadratmeter große Hofladen ist bestückt mit einer breiten Palette von Produkten von etwa 40 regionalen Direktvermarktern. Freitags gibt es außerdem frisches Brot, das in der hauseigenen kleinen Backstube gebacken wird, sowie frischen Fisch, frische Mehlspeisen und im 14-Tage-Rhythmus auch frisches Hühnerfleisch.

Haupt-Standbein am Betrieb sei jedoch nach wie vor die Schulmilch-Produktion. 25 Schulen und Kindergärten mit etwa 1500 Kindern werden vom Toblerhof beliefert, dazu 15 Großküchen. Als Schulmilchbauern begrüßen sie pro Jahr auch etwa 1000 Kinder persönlich am Hof. Die Stalltüren werden aber nicht nur für Schulklassen geöffnet: Auch der Andrang von Busgruppen sei stärker als jemals erwartet, berichtet Lisa Nidermair-Auer. Apropos offene Türen: Wer auf den Hof kommt, darf auch in den Stall gehen und sich selbst ein Bild machen. Aber nicht nur das: „Wir erklären gerne jedem, wie Landwirtschaft funktioniert, wir beschönigen nichts. Schließlich sind wir kein Gut Aiderbichl, sondern ein Betrieb, der wirtschaftet“, bringt es die Bäuerin auf den Punkt. Sie ist überzeugt davon, dass durch Transparenz und Authentizität auch das Image der Landwirtschaft ein positiveres werde. Der Toblerhof profitiere jedenfalls von seiner Nähe zum Konsumenten, das Angebot werde sehr gut angenommen und durch treue Kunden belohnt. Die Kosten, die es laufend zu stemmen gilt, verursachen der 36-Jährigen hin und wieder ein mulmiges Gefühl. „Aber wir geben täglich unser Bestes und hoffen, dass alles weiterhin so gut funktioniert.“ Gewappnet ist der Familienbetrieb dafür mit vielen helfenden Händen, die zum Erfolg beitragen.

Lisa Niedermair-Auer vom Toblerhof

Lisa Niedermair-Auer

Blick in den Hofladen am Toblerhof.

Blick in den Hofladen am Toblerhof

Der neue Milchviehstall am Toblerhof

Der neue Milchviehstall am Toblerhof in Lambach.

Platz 2: Pflanzliches mit "speckiger Note"

Mit Leguminosen für die Humanernährung haben sich Magdalena und Michael Hofer aus Arnreit eine neue Einkommensquelle geschaffen. Dafür gab es den zweiten Platz beim OÖ Agrarpreis 2025.

Tofu, Tempeh, Aufstriche auf Lupinenbasis: Es ist nicht das typische Angebot für einen Biobauernhof im Mühlviertel, mit dem Magdalena und Michael Hofer seit ein paar Jahren experimentieren. Doch es sind Produkte, mit denen das junge Paar ganz am Puls der Zeit ist.

Im ehemaligen Milchverarbeitungsraum verarbeiten sie seit gut drei Jahren die eigenen Sojabohnen und Lupinenkerne. „Der geräucherte Tofu schmeckt auch dem Mühlviertler Gaumen“, betont Magdalena Hofer, das mache die „speckige Note“. Ebenso der herzhafte Tempeh – dieser wird durch Fermentation der gekochten Bohnen mit Schimmelpilzen hergestellt. „Auch den mögen Fleischesser“, sagt Hofer. Beide möchten ihre Produkte weder kategorisieren noch als Fleischersatz sehen. Den Stempel „vegan“ oder „vegetarisch“ sucht man auf ihren Produkten vergebens. „Sie sollen keine Alternative zu Fleisch sein, sondern einfach Lebensmittel, die wertvoll in der Ernährung sind und regional produziert werden“, sagt Michael Hofer. Seine Eltern gelten als Bio-Pioniere in der Region und haben schon früh mit der Direktvermarktung begonnen.

„Wir haben uns entschlossen, dass wir den Betrieb weiterführen und innovativ bleiben wollen“, so Hofer. Wichtig sei ihnen, die Vielfalt am Hof zu erhalten. So könne auch flexibel auf den Markt reagiert werden.

Für eine gelebte Kreislaufwirtschaft wird eine Mutterkuhherde gehalten und die Nachzucht am Hof geschlachtet und vermarktet. Der 1997 eingerichtete Schlachtraum wird auch überbetrieblich genutzt. „Und ich brauche den Fleischwolf für die Lupinenaufstriche“, schmunzelt Magdalena Hofer.

Magdalena und Michael Hofer
Produkte aus Soja und Lupinen

Platz 3: Vielseitigkeit als Erfolgsrezept

In Pollham hat Familie Edlbauer ein Nebengebäude zu neuem Leben erweckt. Heute verbindet der Betrieb Landwirtschaft, Direktvermarktung und Tourismus.

Der landwirtschaftliche Betrieb von Josef und Manuela Edlbauer vereinte bereits vor dem Projekt mehrere Standbeine: Tierhaltung, Ackerbau, Mostschänke und Urlaub am Bauernhof. Mit viel Eigeninitiative hat die Familie das Angebot für ihre Gäste erweitert. „Uns ist aufgefallen, dass Räumlichkeiten gesucht werden für diverse Veranstaltungen. Nicht nur Seminare, sondern auch Geburtstagsfeiern und Hochzeiten“, schildert Manuela Edlbauer.

Mehrwert durch Synergien

Ausgangspunkt war das leerstehende alte Presshaus des Hofes. Neben der drei Ferienwohnungen und der Mostschenke sollte etwas geschaffen werden, dass effizient und flexibel genutzt werden kann ohne zusätzliche Arbeitskräfte zu benötigen. Im Erdgeschoss entstand daraufhin ein Hofladen samt Verkostungsraum. Eine Besonderheit ist der barrierefreie Seminarraum im Obergeschoss, der Platz für Yoga-Kurse, Workshops oder private Feiern bietet. „Es ist zwar ein neuer Bereich für uns, aber es passt gut in unseren Betrieb. Bis jetzt haben wir nur positive Erfahrungen gemacht“, beschreibt Edlbauer. 

Durch die geschickte Kombination der Betriebszweige greifen die Angebote ineinander: Seminarteilnehmer können vor Ort übernachten, Urlaubsgäste im Hofladen einkaufen und Mostschankbesucher das gesamte Sortiment kennenlernen. „Wenn man nur einen Seminarraum hätte, wäre es schwieriger. Das Zusammenspiel der Angebote macht es attraktiv“, so die Landwirtin. 

Gewinner des Dritten Platzes der Kategorie Einkommen stehen mit dem Preis und politischen Vertretern auf der Bühne.
Bauernhof von oben
Seminarraum

Anerkennungspreis: Zwei Hofläden mit klarem Fokus

Kerstin und Michael Berger verwirklichten ihren Traum eines Selbstbedienungs-Hofladens: Die beiden "Almer"-Läden in Geboltskirchen und Haag am Hausruck bieten alles für den Wocheneinkauf - regional, saisonal und nachhaltig. 150 Produzenten liefern, 80 aus 40 Kilometer Umkreis. Ziel ist ein Vollsortiment, möglichst unverpackt. Die Shops wurden aus Holz gebaut.

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Kerstin und Michael Berger in ihrem Hofladen.

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