Rege Nachfrage, steigende Kosten für Vorleistungen, aber auch steigende Erlöse sorgten im Vorjahr für ein deutliches Wachstum des Produktionswertes der Rinderwirtschaft. Um diese Zahlen einzuordnen, hat der Verband „Nachhaltige Tierhaltung Österreich“ (NTÖ) beim Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) die Studie „Volkswirtschaftliche Bedeutung der Nutztierhaltung in Österreich“ beauftragt. Für die Sparte der Rinderhalter wurden dazu Daten auf 6.451 einschlägigen Betrieben erhoben. Untersucht wurde nicht nur die Wirtschaftsleistung auf Betriebsebene, sondern das gesamte Geflecht aus vor- und nachgelagerten Bereichen sowie die durch die dort Beschäftigten geschaffene Kaufkraft.
Laut Statistik Austria erreichte die Landwirtschaft im Vorjahr einen Produktionswert von 10,9 Mrd. Euro. Mehr als elf Prozent davon wurden durch Rinderhaltung erwirtschaftet, konkret 1,2 Mrd. Euro. Obendrauf kommt der Produktionswert der Milch, welche mit 2,2 Mrd. Euro im Kalenderjahr 2025 mehr als ein Fünftel der Wertschöpfung des gesamten Sektors stellte. Höfe mit Milchvieh und/oder Fleischrindern sind somit für beinahe ein Drittel des Produktionswertes der österreichischen Landwirtschaft verantwortlich. Auch die Bedeutung der Zuchtrindervermarktung ist nicht außer Acht zu lassen. Wie die Rinderzucht Austria informiert, wurden durch Vermarktung ab Hof und auf den Versteigerungen 31.000 Tiere im Wert von 65 Mio. Euro abgesetzt. Davon entfielen 47 Mio. Euro auf exportiertes Zuchtvieh.
Sieben Milliarden Euro
Den Berechnungen des IWI zufolge reichen die Effekte aber deutlich weiter. Werden alle Vorleistungen sowie Konsum- und Investitionseffekte miteinbezogen, kommt die Studie auf eine gesamtwirtschaftliche Produktionsleistung von mehr als 7 Mrd. Euro, was immerhin einem Anteil von 0,7 Prozent der gesamten österreichischen Produktion entspricht. Nicht von der Hand zu weisen sind auch die Effekte für die Beschäftigung. Laut den Autoren sichert die Rinderbranche etwa 91.300 Arbeitsplätze, rund 60.500 Personen sind dabei direkt in der Rinderhaltung beschäftigt. Weiters wurde auch analysiert, welche Branchen am stärksten von den Impulsen der Rinderhalter profitieren, darunter die Landwirtschaft und Jagd mit 221,8 Mio. Euro Wertschöpfung, der Großhandel mit immerhin 176,4 Mio. Euro, aber auch viele andere Bereiche.
„Die Studie macht deutlich, dass die Wirkung der Rinderhaltung weit über die landwirtschaftliche Produktion hinausreicht – insbesondere in Richtung Wirtschaft und Tourismus“, resümiert Rinderzucht-Austria-Obmann Thomas Schweigl.
Copyright © Statistik Austria⁄Rinderzucht Austria
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