Die Österreichische Schweinebörse geht in die Kommunikationsoffensive. Als bäuerliche Organisation bündelt sie bekanntlich jede Woche das Angebot von gut 5.000 heimischen Mästern. Nun will man das gewonnene Know-how und den Zusammenhang zwischen Marktsituation und Konsum vermehrt in die Öffentlichkeit tragen.
So geschehen vergangene Woche vor Journalisten durch Börsen-Chefverhandler Raimund Tschiggerl und Schweinehaltung-Österreich-Geschäftsführer Michael Klaffenböck. „Mit der zweitschlechtesten Struktur Europas gelingt es uns dennoch einen guten Marktauftritt hinzulegen“, holte Tschiggerl aus. Dennoch sei nicht alles bestens in der Branche. Vorerst kommt man noch nicht aus dem saisonbedingten Preistief. „Derzeit treten wir auf der Stelle, die Bauern würden aber ob der gestiegenen Kosten eine Preiserhöhung brauchen“, mahnt er. Diesbezüglich kritisierten die Marktkenner, die derzeit im Großhandel vielfach gelisteten Karreerosen aus Spanien. Der Grund sei schlicht der Preis. Zu Monatsbeginn kosteten 100 Kilogramm Schlachtgewicht (Klasse S, kalt) immerhin 30 Euro weniger als hierzulande. Begründen lässt sich dies mit den deutlich geringeren Produktionskosten der Spanier (siehe Grafik).
„In Spanien werden 60 bis 70 Prozent der Schweine in Lohnmast erzeugt“, ergänzt Tschiggerl außerdem. Mittelfristig erwarten sich die Experten dennoch eine vorsichtige Entspannung der Lage. Immerhin konnte die spanische Regierung nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Dezember mittlerweile ein Regionalisierungsabkommen mit dem wichtigsten Abnehmer China schließen. Nichtsdestotrotz hatten Tschiggerl und Klaffenböck klare Forderungen adressiert. Eine Herkunftskennzeichung in der Gastronomie sei demnach dringend notwendig.
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