Eigentlich wäre die Saison für Lagererdäpfeln bereits im Mai zu Ende gewesen. Doch heuer türmen sich in den Lagern noch Erdäpfel aus der Ernte 2025. In Niederösterreich allein wurden 6.000 bis 8.000 Tonnen zu viel produziert, das ist die Folge einer nahezu verlustfreien Ernte. Der Preis ist seither im Keller. „Das ist nicht mehr kostendeckend", warnt Michael Bachl, Obmann der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau. Seit April hatten die Bauern auf eine Verlängerung des Verkaufszeitraums gehofft, nun ist sie da. Für weitere zwei Wochen dürfen Erdäpfel aus dem Vorjahr, zeitgleich mit den bereits "Heurigen" in den Supermärkten verkauft werden.
Die angespannte Lage zeigt bereits Wirkung auf die laufende Saison: Viele Landwirte haben den Erdäpfelanbau heuer spürbar reduziert. Dabei zeigt ein Blick zurück, wie schnell sich die Vorzeichen umkehren können: Vor gerade einmal drei Jahren musste Österreich Kartoffeln aus dem Ausland importieren, weil Drahtwurm und Trockenheit die Ernte weitgehend vernichtet hatten.
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