Gruppe vor Ilse-Wallentin-Haus der Boku

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Neue Boku-Professur und Staatspreis stärken den Holzbau

Im Ilse-Wallentin-Haus der Boku, dem mit dem klimaaktiv‐Zertifikat „Gold“ ausgezeichneten Holzneubau, ist heute eine Initiative vorgestellt worden, die weit über die Wiener Universität Bedeutung hat.

Holz hat einige bestechende Merkmale: etwa seine hohe Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht und seine besondere Eignung für Vorfertigung. Jeder zehnte in Österreich erwirtschaftete Euro hängt unmittelbar oder mittelbar mit dem Rohstoff Holz zusammen. Zudem sollen 444.000 Arbeitsplätze, also jeder elfte, auf die Forst- und Holzwirtschaft zurückzuführen sein. Im Gegensatz zu Stahl und Beton wächst Holz in Österreich nachhaltig nach. Land- und Forstwirtschaftsminister Norbert Totschnig brachte es bei der Pressekonferenz auf den Punkt: „Holzbau ist gelebte Nachhaltigkeit, denn wer mit Holz baut, spart gleich doppelt CO₂: Einerseits durch die Speicherung von CO₂ im Holz selbst, andererseits durch den Substitutionseffekt gegenüber anderen, emissionsintensiveren Baustoffen.“

Dennoch ist der Anteil des Holzbaus in Österreich noch bescheiden. Wie Daten der Statistik Austria zeigen, lag er 2024 bei 11,6 Prozent (bezogen auf die neu errichteten Nettoraumflächen). Daher hat das Bundesministerium (BMLUK) nun mit Partnern neue gezielte Impulse für den Holzbau gesetzt.

Zweite Stiftungsprofessur 

Neben der bereits bestehenden Stiftungsprofessur an der Technischen Universität Wien wird ab dem Wintersemester 2026/2027 an der Universität für Bodenkultur Wien eine weitere eingerichtet, nämlich für „Nachhaltiges Gestalten und Bauen im Sinne des Neuen Europäischen Bauhauses“. Unter der Leitung von Univ. Prof. Axel Körner, der zuvor an der Universität Stuttgart lehrte, sollen interdisziplinäre Ansätze für ressourcen- und energieeffizientes Bauen mit biobasierten Materialien vermittelt werden. Die Professur wird im Rahmen des Waldfonds vom BMLUK sowie den Partnern Kooperationsplattform Forst, Holz, Papier und der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gestiftet.

Österreichischer Staatspreis Holzbau

Mit dem neuen Österreichischen Staatspreis Holzbau erhält der Sektor erstmals eine nationale Bühne. Eine internationale Expertenjury wählt die Preisträger aus insgesamt 41 nominierten Projekten in ganz Österreich aus. Zwei Projekte werden zudem für den WoodPoP Dara Award nominiert, der herausragende Holzbauleistungen auf europäischer Ebene würdigt. Der Österreichische Staatspreis Holzbau wird vom BMLUK in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt. Die Preisverleihung findet am 28. Mai 2026 in den Sofiensälen in Wien statt.

Jeder zehnte Euro wächst im Wald

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