Dem Drahtwurm nachhaltig den Garaus machen

Das Forschungsprojekt „Drahtwurm-Control“ sucht neue Strategien zur effizienten Bekämpfung des Erdäpfel- und Mais-Schädlings. Bund und Länder nehmen dafür knapp 2 Millionen Euro in die Hand.

Dem Drahtwurm muss nachhaltig der Garaus gemscht werden. Grafiken: Kazakova Maryia - stock.adobe.com, Mountain Brothers - stock.adobe.com

Die Erdäpfelbauern erinnern sich mit Schrecken daran: 2018 mussten sie fast ein Viertel ihrer geernteten Speisekartoffeln aussortieren, weil die Knollen massiv durch Drahtwürmer geschädigt waren. Der Schaden für die heimische Landwirtschaft betrug mehr als 20 Millionen Euro. Und da die Inlandsversorgung nicht mehr gewährleistet war, waren ab dem späten Frühjahr 2019 Importe notwendig.
„Solche Situationen dürfen sich nicht wiederholen. Daher investieren wir zwei Millionen Euro in die Forschung, um unsere Landwirtschaft zukunftsfit und dem Drahtwurm nachhaltig den Garaus zu machen“, erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.
Finanziert werden die Forschungsaktivitäten vom Landwirtschaftsministerium (BMLRT) und den Bundesländern. Abgewickelt wird das auf fünf Jahre angelegte Projekt von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Köstinger, Kamptner, Wanzenböck: „Forscher arbeiten gemeinsam mit Praktikern.“
Foto: BMLRT/Lendl

Praxistaugliche Lösungen im Fokus
Anita Kamptner, Geschäftsführerin der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE), und Obmann Franz Wanzenböck sehen die Drahtwurmbekämpfung derzeit als eines der zentralen Themen für die Erdäpfelbauern. „In diesem Projekt arbeiten namhafte Drahtwurmforscher gemeinsam mit unseren Praktikern an Strategien, diesen Schädling an seiner Verbreitung zu hindern.“
Mit dem Projekt „Drahtwurm-Control“ sollen möglichst viele Maßnahmen erforscht werden, die zur direkten und indirekten Bekämpfung des Schädlings beitragen. Bisherige Erfahrungen würden zeigen, dass einzelnen chemische oder biologische Mittel und Methoden nur eingeschränkte Wirkung zeigen. „Daher stehen Kombinationsmöglichkeiten und praxistaugliche Lösungen im Zentrum der Forschungsarbeit. Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschonung sowie Effizienz“, betont man im BMLRT.
Die Larven des Schnellkäfers, verursachen seit Jahrzehnten Schäden in der Landwirtschaft. In den vergangenen Jahren sind die Ernteausfälle durch die gefräßigen Drahtwürmer auf Österreichs Äckern jedoch massiv angestiegen, vor allem bei Erdäpfeln, aber auch bei Mais. Vor allem die vermehrte Trockenheit erhöht den Schaddruck durch diesen Schädling. Mit Drahtwurm-Control sollen über längere Versuchszeiträume die Wirkungsweise verschiedener Bekämpfungsmethoden und mögliche Kombinationsmethoden erforscht werden.
„Eine umweltschonende, aber auch konkurrenzfähige Landwirtschaft benötigt praxistaugliche und wirksame Strategien zur Schädlingsregulierung“, sagt Projektleiterin Katharina Wechselberger vom Institut für nachhaltige Pflanzenproduktion der AGES. Im genannten Projekt werden bestehende und neue Maßnahmen gegen Drahtwürmer innerhalb praxisüblicher Fruchtfolgen in Mais und Kartoffeln auf ihre Wirksamkeit untersucht. „Drahtwürmer sind widerstandsfähig und können mechanische Belastungen sowie ungünstige Witterung oder Nahrungsengpässe über lange Zeiträume ertragen. Ziel ist es daher, die Regulierungsmaßnahmen gegen den Schädling punktgenau während seiner empfindlichsten Entwicklungsphasen zu setzen“, so Wechselberger.

Fazit
Die AGES arbeitet bei dem Projekt mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Landwirtschaft zusammen, konkret mit der Universität Innsbruck, dem Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Universität für Bodenkultur Wien, mit den Landwirtschaftskammern Niederösterreich und Oberösterreich, der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE), der Bio Forschung Austria, dem Meles-Ingenieurbüro für Biologie sowie mit der Sektion AgroInnovation des Vereins Land-Impulse, dem Landesverband der Absolventen landwirtschaftlicher Lehranstalten in Niederösterreich.
Das Projekt Drahtwurm-Control wurde im Jänner gestartet und läuft bis Ende 2025.

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