Ob beim Trocknen und Lagern von Erntegut oder beim Einsatz von Öfen: Zu oft wird aus produktiver Hitze in der Landwirtschaft ein verheerendes Feuer. Dabei reichen für „hitzefesten“ Brandschutz ein paar Grundregeln.
„Sonstige Zündquellen“ zählen zu den häufigsten Ursachen für Brände in der Landwirtschaft. Fast die Hälfte (44%) der jährlich rund 800 Hofbrände in Niederösterreich führt die amtliche Brandstatistik darauf zurück.
Dahinter verbergen sich oft mangelhaft gewartete Öfen oder Trocknungsanlagen, die zur Zündquelle werden. Auch die Selbstentzündung von Heustöcken bleibt ein ernst zu nehmendes Thema. Seinen Ausgang nimmt ein Brand dabei oft lange, bevor sich eine Flamme zeigt.
Was ich weiß, macht nicht (zu) heiß
„Improvisieren“ bei Öfen und Feuerstätten gilt als „No-Go“. Die fachliche Expertise von Rauchfangkehrer bzw. Installateur ist das Um auf Auf in der Brandvorbeugung – und sie ist Grundlage dafür, dass der Versicherungsschutz im Fall des Falles schneller geprüft werden kann.
Trocknungsanlagen erfordern laufende Wartung. Das gilt besonders für elektrische Warmlufterzeuger zur Heutrocknung. Sie sind mit ausreichend Abstand zu betreiben, nach Herstellerangaben zu warten und regelmäßig zu reinigen. Denn gefährlich wird es, wenn zur Hitze noch Staub und Zunder kommen. Der Einsatz von „Heizkanonen“ – Anlagen mit offener Befeuerung – ist verboten. Erlaubt sind lediglich Warmluftöfen mit Wärmetauscher. Die Brandverhütungsstelle des Landes empfiehlt dazu Sicherheitseinrichtungen wie Kontaktschalter, Temperaturüberwachung sowie eine Alarmvorrichtung im Fall der Überschreitung kritischer Temperaturen.
Gut gelagert lässt gut schlafen
„Von innen heraus“ können sich Brände im Zuge der Lagerung von Erntegütern wie Heu und Stroh aufbauen. Temperaturen bis 50° C entsprechen dem normalen Gärverlauf. Ab 60° C ist eine engmaschige Kontrolle angesagt, bei über 70° C umgehend die Feuerwehr zu alarmieren. Heustockbrände mit der Kombination aus großer Brandlast, rascher Brandausbreitung und häufig umgebender Holzkonstruktion führen regelmäßig zu Großbrandereignissen.
Diesel, Benzin und Öle sind getrennt und bei guter Belüftung zu lagern. Das gilt auch für Düngemittel: Sie brennen meist nicht selbst, können aber Brände massiv verstärken, wenn sie mit anderen Stoffen reagieren.
Richtig vorbeugen
www.es-tarat-brenna.at – Tipps, Infos und Kontakte übersichtlich aufbereitet!
„Es tarat brenna“ ist eine Initiative der Niederösterreichischen Versicherung und der Landwirtschaftskammer NÖ für die Bäuerinnen und Bauern.
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