Krauternte auf einem Gemüsefeld in Oberösterreich

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Gemüseernte: Gute Erträge, schwieriger Markt

Die heurige Gemüseernte zeigt sich aus pflanzenbaulicher Sicht erfreulich, wirtschaftlich jedoch getrübt.

Die Witterung von Juli bis Mitte Oktober sorgte mit einem feuchten Juli und gleichmäßig verteilten Niederschlägen im August und September für beste Wachstumsbedingungen. Nach Jahren mit sommerlicher Trockenheit ist die Selbstversorgung mit heimischem Herbst- und Wintergemüse heuer weitgehend gesichert. Viele Kulturen stehen allerdings noch auf den Feldern und warten auf Ernte, Einlagerung oder Verarbeitung.

Angespannter Markt

Die Erträge liegen im Schnitt bis zu acht Prozent über den Erwartungen, was gemeinsam mit leicht erweiterten Anbauflächen zu einem angespannten Marktumfeld führt. Deutlich gesunkene Erzeugerpreise trüben daher die Freude über die hohe Produktqualität.

Wurzelgemüse wie Karotten, Sellerie, Rote Rüben oder Pastinaken profitierten besonders auf nicht beregnungsfähigen Flächen von den ergiebigen Niederschlägen. Viele Betriebe stehen nun vor logistischen Herausforderungen, da Lagerkapazitäten und geeignetes Gebinde knapp werden.

Kohlgemüse präsentiert sich heuer in außergewöhnlich guter Qualität. Die Julifeuchte förderte die Bestände optimal, die Erträge sind beachtlich. Nun bleibt zu hoffen, dass kühle Temperaturen ab November den Absatz von Wintergemüse ankurbeln. Zunehmend problematisch wird jedoch der eingeschränkte Zugang zu wirksamen Pflanzenschutzmitteln.

Beim Erdapfel wandelte sich die anfängliche Zuversicht vieler Betriebe rasch in Ernüchterung. Eine starke Flächenausweitung – besonders im Burgenland – führte zu massiven Übermengen und Preisverfall. Trotz guter Qualitäten belasten fehlende Lagerkapazitäten und hoher Importdruck den Markt erheblich. Pflanzenbaudirekter Helmut Feitzlmayr sprach in diesem Zusammenhang von „europaweiten Schwämmen.“