Im Vorjahr entwickelten sich die Bestände etwas zögerlicher als üblich, dafür sehr gleichmäßig. Verzwergungsvirosen verursachten geringe Schäden, das Auftreten von Vektoren in den Beständen sollte heuer dennoch genau beobachtet werden. Witterungsbedingte Schädigungen waren aufgrund der ausreichenden Wasserversorgung und des milden Winters nicht zu beobachten. Die Trockenheit zum Jahresbeginn schädigte die Bestände nur gering. Das Ährenschieben war später als im Vorjahr zu beobachten, wobei die Gelbreife fast wieder zum selben Zeitpunkt stattfand. Allgemein waren die Bestände im Osten und Westen bis zur Ernte relativ gesund, vereinzelt schädigten Mehltau und Rostkrankheiten den Blattapparat. Im Frühjahr waren mancherorts Larven des Getreidelaufkäfers aktiv. Diese verursachen fransige Fraßschäden und ziehen die Pflanzenteile in ihre im Durchmesser drei bis vier Millimeter großen Wohnröhren. Daran lässt sich ein Befall mit den nachtaktiven Larven feststellen. Bei der Sortenauswahl sollten auch die seit dem Vorjahr gültigen niedrigeren Mykotoxin-Grenzwerte bedacht werden. Speziell nach der Vorfrucht Mais ist eine gering anfällige Sorte zu bevorzugen.
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Weizen für das Trockengebiet
Aufgrund der klimatischen und topografischen Bedingungen eignen sich in Österreich die östlichen Landesteile bestens, um Qualitätsweizen zu produzieren. Der Proteingehalt und der Kornertrag einer Sorte spielen eine große Rolle für die Sortenwahl.
Activus (Lager 4) besticht durch sein hohes Ertragspotenzial auf schwächeren Böden, obwohl er schon früh bis sehr früh zu reifen beginnt. Blattkrankheiten wie Septoria tritici, DTR-Blattdürre und vor allem Gelbrost können ihn jedoch stark schädigen. Bei feuchten Erntebedingungen kann auch seine hohe Neigung zu Auswuchs Probleme verursachen. Im Vergleich hat Qualitätsweizen seinen Proteingehalt unter dem Durchschnitt.
Der standfeste Ekonom (Lager 3) wehrt Gelbrost sehr gut bis gut ab, die anderen Krankheiten mittel. Bei mittelfrüher Reife erreicht er mittlere Hektolitergewichte und Proteingehalte. Durch die hohe Fallzahl gibt es in dieser Hinsicht keine Probleme bei wechselhaftem Erntewetter. Er erreicht hohe Erträge auf guten und auch auf schwächeren Böden. Kurzen Wuchs mit geringer Lageranfälligkeit (Note 3) kombiniert Artimus. Für Rostkrankheiten ist er mittel anfällig, Septoria tritici kann jedoch stark schädigen. Hoch sind das Hektolitergewicht und die Fallzahl, bei mittlerem Proteingehalt. Für biologisch wirtschaftende Betriebe eignet sich Axaro, da er eine ausgeprägte Resistenz gegenüber Steinbrand besitzt. Das frühe Ährenschieben steht in Verbindung mit einer mittelfrühen Reife. Für DTR-Blattdürre und Ährenfusarium ist er mittelstark anfällig, für Septoria tritici stark. Etwas unterdurchschnittlich ist sein Proteingehalt. Aronio (Lager 4) wehrt Mehltau, Braunrost und DTR-Blattdürre mittel ab, die anderen Blattkrankheiten schädigen ein wenig mehr. Seine erhöhte Auswuchsneigung ist bei einem möglichen Anbau zu bedenken. Gelbrost widersteht Arameus (Lager 4) nahezu vollständig. Septoria tritici kann jedoch stark schädigen. Er überzeugt mit hohen Qualitätswerten und einer damit verbundenen Einstufung in die Backqualitätsgruppe 8. Gering anfällig für Auswuchs zeigt sich der stabil stehende Monaco (Lager 3). Braunrost kann stark schädigen, die übrigen Blattkrankheiten mittel bis mittelstark. Mit hohem Hektolitergewicht in Verbindung mit hoher Fallzahl überzeugt er bei den Qualitätskriterien. Aurelius (Lager 3) neigt sehr gering bis gering zu Auswuchs. Kombiniert mit guten Werten bei Hektolitergewicht und Fallzahl, behält er seine Qualität auch bei feuchten Perioden während der Ernte. Gelbrost infiziert kaum, für Septoria tritici, DTR-Blattdürre und Ährenfusarium ist er mittelstark anfällig. Der mittel zu Lager neigende Mandarin (Note 5) reift sehr früh bis früh. Mehltau und Rostkrankheiten kann er mittelgut abwehren, Blattdürrekrankheiten können allerdings stärker infizieren. Mit hohem Proteinwert und nochmals etwas besserem Hektolitergewicht überzeugt er bei den Qualitätskriterien.
Die Gefahr von Auswuchs ist bei Christoph (Lager 3) kaum gegeben. Auch Gelbrost wird ihn nicht nennenswert schädigen, allerdings ist er für Blattdürrekrankheiten stark anfällig. Hektolitergewicht und Fallzahl sind bei ihm hoch ausgeprägt. Energo (Lager 5) reift mittelfrüh bei mittellangem Wuchs. Braunrost kann stärker schädigen, alle übrigen Krankheiten werden besser abgewehrt. Proteingehalt und Fallzahl sind mittelhoch ausgeprägt. Der langwüchsige Capo (Lager 7) ist bereits seit 1989 zugelassen. Ährenfusarium tritt wenig auf, Blattkrankheiten schädigen mittel bis mittelstark. Ein mittelhoher Proteingehalt kombiniert mit hohem bis sehr hohem Hektolitergewicht machen ihn für biologisch wirtschaftende Betriebe interessant. Dies gilt auch für den bewährten Bernstein (Lager 3). Er reift spät bei mittelhohem Wuchs. Während Gelbrost gering schädigen kann, ist die Anfälligkeit für Braunrost hoch bis sehr hoch. Arnold (Lager 6) ist aufgrund der Höchstwerte bei Hektolitergewicht und Rohprotein ebenfalls gut geeignet, um den höchsten Qualitätskriterien bei der Ernteübernahme zu entsprechen. Septoria tritici kann den Blattapparat stark infizieren, alle anderen Krankheiten schädigen in geringerem Ausmaß.
Unter den Mahlweizen ist der spätreifende Siegfried (Lager 3) im Pannonikum ein Ertragsbringer. Seine Anfälligkeit für Mehltau ist gering, Braunrost kann allerdings stark schädigen. Ein niedriger Rohproteingehalt bei mittlerem Hektolitergewicht prägt seine Qualitätskriterien. Bei SU Habanero (Lager 3) handelt es sich ebenfalls um einen Mahlweizen. Seine Ausgewogenheit in der Krankheitsanfälligkeit zeichnet ihn aus. Bei mittelspäter Reife erreicht er mittelhohe Fallzahlen mit geringen Proteingehalten.
Mahlweizen für das Feuchtgebiet
Vorrangig wird im Feuchtgebiet Mahlweizen produziert. Der im Dezember 2024 zugelassene Ambientus (Lager 2) ist vielversprechend. Mit kurzem Wuchs und mittlerer Reife kann er Krankheiten gut abwehren. Proteingehalt und hoher Ertrag münden in einer hohen Stickstoffeffizienz. Der ebenfalls sehr standfeste Ernestus (Lager 3) mit mittelkurzem Wuchs und mittlerer Reife muss rasch geerntet werden, damit er nicht von Auswuchs geschädigt wird. Seine Erträge werden mit geringerer Bestandesdichte und einer hohen Kornanzahl pro Ähre gebildet. Gegenüber Gelbrost ist er resistent, andere Krankheiten kann er mittelgut abwehren. Bei mittelspäter Reife weist SU Habanero (Lager 3) eine mittelgute Toleranz gegenüber den meisten Krankheiten auf. Sein Proteingehalt ist niedrig. California (Lager 3) reift mittel und kann eine ausgewogene Blattgesundheit vorweisen. Der Proteingehalt ist sehr niedrig bis niedrig. Thalamus wird durch sehr kurzen Wuchs und sehr hohe Standfestigkeit (Lager 2) charakterisiert. Seine Reife ist spät, Krankheiten wehrt er gut ab, lediglich DTR-Blattdürre und Ährenfusarium können ihn etwas stärker schädigen. Thalamus bildet sehr dichte Bestände mit einer hohen Korndichte aus. Die Bestockung muss jedoch nicht gezielt gefördert werden. Der kurzwüchsige und sehr standfeste WPB Calgary (Lager 2) reift spät und sollte rechtzeitig geerntet werden. Für Gelbrost ist er sehr gering anfällig, für Braunrost mittel und für Ährenfusarium stark anfällig. Daher sollte bei wechselhafter Witterung zur Blüte eine Fungizidbehandlung durchgeführt werden. Der mittelkurze Tiberius (Lager 4) neigt zu Auswuchs, weshalb die Ernte rasch erfolgen soll. Gelbrost, Blattseptoria und Septoria tritici-Blattdürre schädigen gering bis mittel. Auf die Anfälligkeit für Braunrost (Note 8) ist jedoch zu achten. Spontan mit mittelkurzem Wuchs (Lager 2) reift mittel, seine Auswuchsneigung zur Ernte sollte berücksichtigt werden. Die ausgewogene Blattgesundheit – ausgenommen Braunrost Note 7 – zeichnet ihn aus. Der Proteingehalt befindet sich im Vergleich der Mahlweizen im oberen Bereich. Der mittelkurze und spätreife Siegfried (Lager 3) wehrt Krankheiten mittelgut ab, die Anfälligkeit für Braunrost (Note 7) muss jedoch beachtet werden. Sein Proteingehalt ist niedrig. Chevignon und RGT Reform werden als EU-Sorten in Österreich vermarktet. Chevignon kann von Ährenfusarium sehr stark befallen werden.
Der sehr standfeste Futterweizen LG Mondial (Lager 1) reift spät. Die Krankheitsanfälligkeiten bewegen sich von gering bis mittel, lediglich für Gelbrost ist er mittelstark anfällig. Der Proteingehalt ist sehr niedrig bis niedrig. Ethan (Lager 3) kann Gelbrost sehr gut abwehren, jedoch muss seine Braunrostanfälligkeit (Note 8) beachtet werden. Ethan wird als ertragsstarker Ethanol- und Futterweizen angebaut, sein Hektolitergewicht und sein Proteingehalt liegen im geringen bis mittleren Bereich.
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Qualitätsweizen für feuchte Lagen
Die Qualitätsweizen bleiben im Feuchtgebiet ertraglich unter den Mahlweizen. Sie punkten jedoch mit höheren Qualitäten. Der mittelfrüh reifende Ekonom (Lager 3) wird von Gelbrost kaum infiziert. Das hohe Ertragspotenzial wird mit hohem Tausendkorn- und mittlerem Hektolitergewicht erzielt. Der Proteingehalt ist mittel. Der stand- und auswuchsfeste Monaco (Lager 3) hat eine Anfälligkeit für Braunrost (Note 7) bzw. Gelbrost (Note 6). Die hohen Erträge und die gute Stickstoffeffizienz (gemessen als Korn-Proteinertrag) werden mit hohem bis sehr hohem Hektolitergewicht erreicht.
Der mittelkurze Aurelius (Lager 3) reift mittelfrüh, mit seiner ausgezeichneten Auswuchsfestigkeit liegt er im Spitzenfeld des Sortiments. Für Gelbrost ist er kaum und für Ährenfusarium mittelstark anfällig. Sein Hektolitergewicht ist hoch bis sehr hoch und der Proteingehalt bewegt sich im mittleren Bereich. Der spätreife und mittellange Bernstein (Lager 3) ist ein Einzelährentyp. Braunrost kann ihn stark schädigen, während er von Gelbrost nur gering befallen wird. Der Proteingehalt ist mittelhoch und das Hektolitergewicht ist hoch.
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Sorten für Biobetriebe
Von welchen Sorten Saatgut in Bioqualität verfügbar ist, kann online in der AGES-Biosaatgutdatenbank abgerufen werden. Heuer werden Qualitätsweizen von Adamus, Arminius, Arnold, Aurelius, Axaro, Bernstein, Capo, Christoph, Edelmann, Ehogold, Ekonom, Ernestus, Mandarin und Tobias sowie die EU-Sorte Aristaro angeboten. Bei den Mahlweizen stehen SU Habanero, Thalamus, Tillsano sowie die EU-Sorten RGT Reform, Wital und Chevignon bereit.
Download Tabelle Winterweizen (ausgewählte Sorten und Eigenschaften)
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