Wiese am Neujahrstag

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So kommt das Grünland gut über den Winter

Die Grünlandpflege im Herbst ist das A und O für einen gesunden Aufwuchs im Folgejahr. Was in den kommenden Tagen und Wochen noch erledigt werden sollte.

Zu den Standardmaßnahmen der herbstlichen Pflegearbeit im Dauergrünland zählt die Gabe von Wirtschaftsdüngern. Mit den klimawandelbedingt längeren Vegetationsperioden sollte der Zeitpunkt gut überlegt sein. Einerseits gilt es, vor allem Hofdünger mit hohen, leichtlöslichen Anteilen rechtzeitig – und natürlich gesetzeskonform – auszubringen, andererseits sollte ein zu hohes Aufwachsen der Bestände im Herbst vermieden werden. Mist und Kompost haben einen hohen Anteil an organisch gebundenem Stickstoff und sind im Herbst daher der ideale Dünger im Grünland. Aber auch hier muss noch ausreichend Bodenwärme vorhanden sein, um einen Effekt zu erzielen.

Vorsicht bei Nachweide

Behutsam sollte auch die im Grünlandgebiet gängige Nachweide von Mähwiesen passieren. Die LK-Grünlandexperten empfehlen großflächige Koppeln und das Bestoßen in möglichst kurzen Zeiträumen von wenigen Tagen. Eventuelle Weidereste sollten eher hoch gemulcht oder gemäht werden. Geschieht dies nicht, drohen die in gemähtem Grünland dominierenden Obergräser Schaden zu nehmen.

„Obergräser sollten nicht zu tief verbissen werden, da sie ihre Reservestoffe für den Wiederaustrieb im Frühjahr in den oberirdisch überdauernden Blatttrieben einlagern. Besonders wenn die Weidetiere im Herbst lange auf einer Fläche stehen bleiben, verbeißen sie diese stark und schädigen somit Knaulgras, Timothe, Wiesenschwingel und andere. Das gilt neben den Rindern vor allem auch für Kleinwiederkäuer und Pferde“, informierte dazu kürzlich die LK Salzburg.

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Trittschäden gilt es zu vermeiden.

Mähen und Mulchen

Generell empfiehlt die Literatur, Herbstaufwüchse nicht höher als zehn Zentimeter in den Winter zu schicken. Ansonsten droht Schneeschimmel im Frühjahr. Laut einem Versuch der LK Kärnten ist dies allerdings eher in raygrasbetonten Beständen, insbesondere im Dauergrünland, ein Thema. Der dortige Fachberater erzielte heuer in ungemulchten Beständen tatsächlich einen höheren Ertrag als auf Flächen, wo vor dem Winter gemulcht wurde.

Wer sich für das Mulchen entscheidet, sollte auf eine ausreichende Arbeitshöhe achten. Auch das Mähen mit Mähbalken oder Scheibenmähwerk ist eine Option, sofern keine Schwaden entstehen. Das Gerät der Wahl wäre laut LK Salzburg ein Sichelmulcher. Die Frage des Zeitpunktes ist selbst für die Grünland-Fachleute schwierig zu beantworten. Bei Nachttemperaturen mit mehr als 5 °C sei mit einem Nachwuchs zu rechnen, ist man zu spät dran, dauert die Rotte deutlich länger.