In der kommenden GAP-Periode soll die Europäische Union mehr Geld für die junge Generation in der Landwirtschaft bereitstellen. Zumindest sieht das die Junglandwirtestrategie der EU-Kommission vor. Den Empfehlungen der Behörde zufolge sollen Mitgliedstaaten ab 2028 sechs Prozent ihres GAP-Budgets zur Förderung des Generationswechsels verwenden. Derzeit liegt dieser Satz bei drei Prozent. Ganz im Stil des umstrittenen GAP-Entwurfs soll die konkrete Umsetzung in nationalen Strategien für den Generationswechsel in der Landwirtschaft erfolgen, welche bis 2028 zu erarbeiten wären.
Fünf-Punkte-Plan
Bestehende Hürden gelte es aufzubrechen und konkrete Unterstützungsmaßnahmen seien festzulegen, Berichtspflichten inklusive. Die EU-Kommission greift damit ein europäisches Problem auf. Denn der Anteil an Jungbauern, definitionsgemäß Betriebsführer unter 40 Jahren, liegt EU-weit bei lediglich 12 Prozent. Die Strategie zielt darauf ab, diesen Anteil in der Gemeinschaft bis 2040 zu verdoppeln. Konkret soll der Anteil junger und neuer Landwirte dann bei etwa einem Viertel aller aktiven Betriebsführer liegen, heißt es im Strategiepapier. Die Behörde nennt dazu fünf zentrale Ansatzpunkte:
den Zugang zu Flächen,
den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten,
Qualifikationen und Weiterbildung,
angemessene Lebensverhältnisse in ländlichen Gebieten und
Unterstützung in der Übergabe.
Lob und Tadel
Beim Dachverband der europäischen Bauernverbände und ländlichen Genossenschaften Copa/Cogeca wird der Plan der EU-Kommission grundsätzlich begrüßt. Allerdings mangle es laut den Vertretern an Strategien, um die wirtschaftlichen Herausforderungen wirksam anzugehen. Zuallererst müsse das niedrige Einkommensniveau im Sektor angegangen werden. Schließlich könne ein Generationswechsel nur gelingen, wenn jungen Menschen ein angemessenes Einkommen geboten werde, das mit anderen Wirtschaftssektoren vergleichbar sei, teilt man mit
Strategien und Pläne allein reichen nicht. Das Geld muss tatsächlich bei den Jungen ankommen.
Viktoria Hutter
Bauernbund-Jugendsprecherin
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"Spürbar weniger Bürokratie" fordert Bauernbund-Jugendsprecherin Viktoria Hutter.
In Österreich nähert man sich diesem Punkt der GAP-Verhandlungen von einer bequemen Position. Mit einem Anteil von beinahe 25 Prozent an unter Vierzigjährigen bei den Betriebsführern liegt die Alpenrepublik deutlich über dem EU-Schnitt. Bauernbund-Jugendsprecherin Viktoria Hutter begrüßt den Kommissionsplan entsprechend, scheint diesen aber an der Umsetzung messen zu wollen: „Strategien und Pläne allein reichen nicht. Das Geld muss tatsächlich bei den Jungen ankommen. Dafür braucht es verbindliche nationale Zusagen und spürbar weniger Bürokratie.“ Auch hierzulande würden Hofübernehmer den Druck spüren und wünschen sich gezielte Absicherungen.
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