Rotwild

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TBC-Bekämpfung bleibt gemeinsame Anstrengung

Das Land Vorarlberg konnte nach rund 12.500 Tests in etwa 1.100 Betrieben Mitte Februar vorsichtig Entwarnung geben. Die Lage hat sich zuletzt stabilisiert, aber sie gilt weiterhin als langfristige veterinär- und wildökologische Herausforderung.

Das Thema TBC beschäftigt auch die Landwirtschaft in Vorarlberg. Im Jahr 2025 hat sich die Situation im Bezirk Bludenz laut Vorarlberger Landesveterinärdirektion etwas entspannt. Hingegen sind im neuen TBC-Bekämpfungsgebiet Nord in Bregenz, das erst vergangenes Jahr aufgrund einer Zunahme von Fällen beim Rotwild eingerichtet worden ist, nunmehr auch einige Fälle bei gealpten Rindern aufgetreten. Lokal immer noch sehr hoch ist die Prävalenz im hinteren Silbertal, wo aber der Fütterungsbestand, der im Winter an den dortigen Fütterungen einsteht, sehr stark dezimiert worden ist. Neu sind mehrere Fälle am Taleingang des Montafons, relativ nahe an Bludenz: hier muss lokal verstärkt bejagt und kontrolliert werden.

Der Landesveterinärdirektion Vorarlberg zufolge sind nachweisbar in fünf Betrieben, die Vieh im neuen Bekämpfungsgebiet im Bezirk Bregenz gealpt haben, Einträge von TBC passiert. In einem Betrieb muss das schon ca. im Jahr 2022 passiert sein. Inzwischen ist es zu einer horizontalen Ausbreitung gekommen und der Bestand musste gekeult werden. In den anderen vier Betrieben waren Einzeltiere mit frischen Infektionen betroffen, zum Teil liegen hier schon negative Nachuntersuchungen nach zwei Monaten vor. Ebenfalls festgestellt wurde ein Eintrag in einem Betrieb in Bildstein sowie einem weiteren Betrieb in Dornbirn.

Im Bezirk Bludenz ist in diesem Winter bei rund 4000 Untersuchungen aus dem Sonderuntersuchungsgebiet lediglich ein positiver Fall bei einem Rind nachgewiesen worden. Gesamt waren in diesem Winter acht Betriebe neu betroffen. Eine Sperre gab es schon vor den Untersuchungen im Sonderuntersuchungsgebiet aufgrund eines positiven Schlachtergebnisses: Hier liegt ein Zusammenhang mit den Infektionen im Jahr 2024 vor. Da dieser Fall, der vom September herrührt, sowie der gekeulte Betrieb nach Durchführung der Schlussdesinfektion wieder als TBC-frei gelten, sind aktuell noch 7 Betriebe gesperrt.

Für das Jahr 2026 hofft man auf eine weitere Entspannung im Bezirk Bludenz, wenn der Fütterungsbestand im hinteren Silbertal aufgelöst wird. Zu erwarte ist ein Rückgang  der Infektionen in der näheren Umgebung, weil der Nachschub aus dem Kerngebiet nachlassen wird.

Im Bezirk Bregenz begegnet man der neu aufgetretenen Situation mit mehreren Infektionen in den Viehbeständen mit einer nochmaligen Anhebung der Abschusszahlen und hofft so, den Infektionsdruck auf das Alpvieh reduzieren zu können.

Infektion beim Menschen

Aktuell gibt es eine Person in Vorarlberg, die in einer Blutuntersuchung, einem sogenannten Quantiferon-Test, positiv auf Tuberkulose getestet worden ist. Eine klinische Erkrankung konnte nicht festgestellt werden. Der positive Quantiferontest zeigt lediglich an, dass die Person mit einem TBC-Erreger in Kontakt gekommen ist und das Immunsystem sensibilisiert ist. Solange keine klinische Form auftritt und kein Erreger isoliert werden kann, weiß man auch nicht, um welche Art des Krankheitserregers es sich handelt.

In Vorarlberg werden nach Angaben der Sanitätsdirektion jährlich rund 20 TBC-Neuerkrankungen bei Menschen festgestellt, die allesamt aufgrund der Erregercharakteristik nicht mit den Fällen beim Rotwild bzw. im Viehbestand zusammenhängen. Landesveterinär Norbert Greber sieht damit auch bei diesem Fall keinen unmittelbaren Verdacht, dass es zu einer Übertragung des Erregers gekommen ist, der im Zusammenhang mit Wild und Vieh beschäftigt.

Gemeinsame Maßnahmen für sichere Alpen

Um die erreichten Fortschritte abzusichern und die Gefahr für Neuinfektionen zu minimieren, arbeitet das Land Vorarlberg aktuell gemeinsam mit Grundbesitzern, Jagdverantwortlichen, Alpbewirtschaftern und den Behörden an weiteren Maßnahmen für einen sicheren Alpsommer. Ziel ist es, die Gesundheit von Nutztier- und Rotwildbeständen nachhaltig sicherzustellen. 

Dabei ist klar: Trotz aller positiven Entwicklungen und gemeinsamer Anstrengungen gab es auch in diesem Winter einzelne Betriebe, die besonders hart getroffen wurden. Die Belastungen für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht übersehen oder kleingeredet werden. Jede Untersuchung, jede Sperre, jede Bestandstötung bedeutet für die betroffenen Familien einen schweren Einschnitt und ist eine zu viel.

„Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass wir insbesondere im Bezirk Bludenz auf dem richtigen Weg sind. Sie zeigen aber vor allem auch, dass es weiterhin konsequente Anstrengungen und ein gemeinsames Vorgehen braucht“, so Landesrat Christian Gantner. „Nur gemeinsam können wir die Tuberkulose in den Griff bekommen und für gesunde Nutztier- und Rotwildbestände sorgen.“

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