Klausur Tiroler Landesregierung 2026 Frühjahr

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Tirol ruft „Jahr des Ehrenamts“ aus

Die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2026 wurden bei der Frühjahrsklausur der Tiroler Landesregierung festgelegt. Besonderer Schwerpunkt soll das Ehrenamt werden.

Zwei Tage lang hat die Tiroler Landesregierung im Rahmen der Frühjahrsklausur die politischen und inhaltlichen Schwerpunkte für das Jahr 2026 erarbeitet und festgelegt. Aus allen Ressorts wurden wesentliche Themen angesprochen. Neben Diskussionen über globale und regionale Herausforderungen widmete sich die Landesregierung auch dem gesellschaftlich bedeutenden Thema Ehrenamt. „DJeder zweite Tiroler engagiert sich in der Freizeit ehrenamtlich und leistet mehr als er muss. 2026 wird das Jahr des Ehrenamtes mit Erleichterungen und mehr Unterstützung für unsere Freiwilligen“, ruft Landeshauptmann und Ehrenamts-Referent Anton Mattle gemeinsam mit Vertretern von Tiroler Vereinen und Verbänden offiziell das „Jahr des Ehrenamts“ aus. Es soll kein Aktions- oder Kampagnenjahr sein, sondern auch mittel- und langfristige Effekte haben. Das untermauert auch eine mit Vereinen und Verbänden unterzeichnete Charta.

Rechtssicherung, Entlastung und Zukunftsperspektive

Die Rahmenbedingungen – beispielsweise im Hinblick auf den Versicherungsschutz oder bei der Neugründung eines Vereins – sollen für Ehrenamtliche langfristig verbessert werden. Konkret soll in den kommenden Monaten für ehrenamtlich und freiwillig Tätige folgendes erreicht werden:

  • Rechtssicherheit stärken und Ehrenamtliche/Freiwillige schützen: Prüfung einer landesweiten, subsidiären Haftpflichtversicherung, Umsetzung einer zentralen und niederschwelligen Rechts- und Grundberatung, Initiierung einer Wissensplattform mit Informationen, Dokumentenvorlagen und FAQs

  • Funktionäre, Koordinatoren, Verantwortungsträger entlasten: Service-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote bündeln, Sichtbarkeit von Qualifizierungsangeboten (z.B. Vereins- und Freiwilligenakademie) erhöhen und diese flexibler gestalten (Online-, Kurz- und Abendformate)

  • Wahrnehmung in der Gesellschaft stärken: Prüfung eines neuen Ehrenamtsnachweises, landesweite Kampagne für mehr Sichtbarkeit und Information, regionale Ehrenamtstage in Anlehnung an Freiwilligenwoche (Fokus auf Weiterbildung und Vernetzung)

  • Zukunft des Tiroler Ehrenamts sichern: Nachwuchs gewinnen (Kooperationen mit Schulen, Jugendorganisationen, Betrieben), stärkerer Fokus auf projekt-, raum- und zeitbezogene Flexibilität bei Ehrenamtstätigkeiten, Maßnahmen für mehr Inklusion bei Freiwilligenarbeit, thematische Jahresschwerpunkte

Nach den Beratungen mit den Tiroler Vereinen und Verbänden regt LH Mattle auch bundesweit gesetzliche Anpassungen an: Tirol wünscht sich eine stärkere Steuerbefreiung ehrenamtlicher Tätigkeiten. Aufwandsentschädigungen wie jene für Kapellmeister oder in Sozialvereinen sollen vergleichbar mit der aktuell geltenden Reglung für Sporttrainer ausgestaltet werden.