Tanzpaar Volkstanz

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Tanzen – für Bewegung, Begegnung und Freude

Die Ballsaison ist da und das Tanzparkett füllt sich mit Leben. Alt und Jung treffen sich dort, wo die Musik spielt und den Takt angibt.

Wir befinden uns mitten in der Ballsaison und Gelegenheit zum Tanzen gibt es ausreichend.  Dieses Angebot wird auch sehr gerne angenommen, Tanzen gehört für viele beim Ausgehen selbstverständlich dazu. Junge und Ältere stehen nebeneinander, manche geübt, manche vorsichtig – doch alle bewegen sich, im besten Fall, im selben Takt. Der Paartanz hat seinen Platz behalten, gerade im ländlichen Raum, wo Bälle nach wie vor fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sind. Hier wird nicht nur zugeschaut, hier wird mitgemacht.

Gut für den Körper

Dass so gerne getanzt wird, hat gute Gründe. Paartanz tut dem Körper gut, ohne sich nach Anstrengung anzufühlen. Der Kreislauf kommt in Schwung, Muskeln werden aktiviert, Gleichgewicht und Koordination trainiert. Schritte, Drehungen und Richtungswechsel fordern Aufmerksamkeit und Körpergefühl. Gleichzeitig wird die Haltung geschult, Beweglichkeit bleibt erhalten. Anders als bei vielen Sportarten geht es dabei nicht um Leistung oder Tempo, sondern um das gemeinsame Unterwegssein zur Musik. Wer tanzt, bewegt sich – oft länger, als ursprünglich geplant.

Gut für die Psyche

Mindestens ebenso wichtig ist die Wirkung auf die Psyche. Musik und Rhythmus helfen, den Alltag loszulassen. Gedanken werden leiser, die Stimmung hebt sich. Beim Paartanz kommt die Begegnung hinzu: Zwei Menschen stimmen sich aufeinander ab, reagieren auf kleine Signale, führen und lassen sich führen. Nähe entsteht ganz selbstverständlich, ohne große Worte. Das schafft Vertrauen und stärkt das Selbstbewusstsein – auch bei jenen, die sich sonst nicht gern in den Mittelpunkt stellen.

Ort der Begegnung

Gerade im ländlichen Raum hat der Paartanz immer auch eine soziale Funktion gehabt. Er war und ist ein Ort des Zusammenkommens. Auf dem Tanzboden begegnen sich Generationen, Erfahrung trifft auf Neugier, Routine auf erste Unsicherheit. Man kennt sich, man lernt sich kennen, man lacht über kleine Fehler. Für ein paar Takte spielt es keine Rolle, wer man ist oder was man tut – entscheidend ist nur der gemeinsame Rhythmus, der alle verbindet. Viele der Tänze, die heute bei Bällen gespielt werden, sind genau aus diesem Lebensumfeld heraus entstanden. Der Landler zählt zu den ältesten Paartänzen im Alpenraum und gilt als Vorläufer des Walzers. Der Walzer selbst brachte mit seinen Drehungen neuen Schwung in die Tanzsäle und sorgte einst sogar für Aufsehen. Die Polka kam im 19. Jahrhundert aus Böhmen und wurde rasch beliebt, ebenso ihre regionale Form, der Boarische. Der Fox, ursprünglich in Nordamerika entstanden, fand im 20. Jahrhundert auch in unseren Ballsälen seinen festen Platz.

Teil des Miteinanders

Ob Walzer, Polka oder Fox – all diese Tänze verbindet eines: Sie sind für das gemeinsame Tanzen gemacht. Für Bewegung, Begegnung und Freude. Und vielleicht ist es genau das, was man in der Ballsaison Jahr für Jahr spürt, sobald die Musik einsetzt und das Parkett wieder zum Leben erwacht und niemand lange sitzen bleibt. Tanzen ist hier kein Programmpunkt, sondern ein selbstverständlicher Teil des Miteinanders – getragen von Musik, Gewohnheit und dem Wunsch, gemeinsam einen guten Abend zu verbringen.