Von November 2025 bis April 2026 fiel in den Alpen deutlich weniger Niederschlag als üblich. In den Südalpen war es sogar der trockenste Winter seit 1991, also seit Beginn der Vergleichsreihe. Die Nordalpen verzeichneten den zweittrockensten Winter im selben Zeitraum. Besonders gravierend war die Lage von Dezember bis Anfang Februar. In dieser zentralen Winterphase fehlten Schneefälle fast vollständig, das Niederschlagsdefizit betrug bis zu 70 Prozent.
Ab dem 10. Februar änderte sich die Wetterlage vorübergehend. Bis zum 24. Februar fiel so viel Regen und Schnee, dass viele Regionen sogar eine positive Monatsbilanz erreichten. Im Wallis, in Graubünden, Osttirol und von den Lechtaler bis zu den Chiemgauer Alpen lagen die Niederschlagsmengen 75 bis 150 Prozent über dem Normalwert. Doch dieser kurze Schub reichte nicht aus, um das Gesamtdefizit wettzumachen, zumal der April erneut trocken ausfiel.
Schneehöhen unter den niedrigsten seit 1991
Für Landwirte und alle, die auf Schneewasser als natürlichen Wasserspeicher angewiesen sind, ist das eine besorgniserregende Entwicklung: Die mittleren Schneehöhen im DACH-Alpenraum gehören zu den fünf niedrigsten seit 1991. Das ist kein Ausreißer, denn bereits im Vorjahr gab es deutlich weniger Schnee als im langjährigen Mittel.
Die Temperaturen lagen im Winterhalbjahr 2025/26 um 1,1 Grad Celsius über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Damit setzt sich der Erwärmungstrend fort, wenngleich das Vorjahr mit plus 1,6 Grad noch wärmer war.
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In den Alpenregionen war es zwischen November bis April (Ausnahme Februar) überdurchschnittlich trocken.
Nebel im Tal, Sonne am Berg
Ein bekanntes Phänomen prägte auch diesen Winter: Inversionslagen. Dabei ist es in den Tallagen kälter und trüber als auf den Bergen. Während Bergbewohner und Skifahrer blauen Himmel genossen, lagen viele Täler wochenlang unter einer dicken Nebeldecke. Das ist nicht nur unangenehm für die Talbewohner, sondern begünstigt auch die Ansammlung von Schadstoffen in der Luft und erhöht das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen.
Das Messstationspaar Klagenfurt und Villacher Alpe zählte im vergangenen Winter 30 Nebel- oder Hochnebeltage. Das ist fast doppelt so viele wie das langjährige Mittel von 17,3 Tagen. Auch das Vorjahr lag mit 27 Tagen deutlich darüber.
Der Klimawandel macht nicht an Grenzen halt
Die Experten der drei Wetterdienste sind sich einig: Der Alpenraum leidet besonders stark unter den Folgen des Klimawandels. Weniger Schnee, schwindende Gletscher und zunehmende Hitze auch in höheren Lagen. Die Veränderungen betreffen Österreich, Deutschland und die Schweiz gleichermaßen. Umso wichtiger sei eine grenzübergreifende Beobachtung und Dokumentation dieser Entwicklungen, betonen die Autoren des Berichts.
Für die Landwirtschaft bedeutet das: Die Planungssicherheit sinkt, Wasserverfügbarkeit im Frühjahr wird unberechenbarer, und Extremereignisse wie Trockenperioden häufen sich. Der Alpenklimaberichts erscheint zweimal jährlich und stützt sich auf Messdaten, die teils weit ins 19. Jahrhundert zurückreichen, etwa vom Hohenpeißenberg (Messungen seit 1781) oder vom Sonnblick-Observatorium in Österreich (seit 1886).
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