Beim Steirischen Almtag auf der Stoakoglalm überreichten Almenland-Obmann Erwin Gruber und Obmann Anton Hafellner vom Steirischen Almwirtschaftsverein an Landesrätin Simone Schmiedtbauer ein Positionspapier zur Erhaltung der Almwirtschaft in der Steiermark. So hat der Naturpark Almenland in einem offenen Beteiligungsprozess einen Managementplan erstellt. Dieser kommt zu einem klaren Ergebnis: „Die Alm als Kulturlandschaft gibt es nur durch die Beweidung!“ Gruber und Hafellner mahnten allerdings: „Der große Aufwand, den Almbauern betreiben, wird zu wenig wertgeschätzt. Wir müssen jungen Menschen eine Perspektive geben, dass die Almwirtschaft nicht nur von Tradition und Leidenschaft lebt, sondern sich auch wirtschaftlich rechnet.“ Ihre Schlussfolgerung: „Sonst gehen Almen verloren. Das hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie auf den Tourismus. Bewirtschaftete Almen geben auch einen besseren Schutz vor den Folgen von Naturkatastrophen.“
Ihre Sorgen sind begründet: Allein im Almenland hat sich die Zahl der Auftreiber in den letzten zehn Jahren von 264 auf 211 verringert. Die Anzahl der Tiere ist aber fast gleich geblieben. Landesweit gibt es aktuell 1610 Almen, vor drei Jahren war es noch 1642 Almen.
Almauftriebsprämie
Landesrätin Schmiedtbauer präsentierte nun in einer Pressekonferenz drei zentrale Maßnahmen zur Unterstützung der Almwirtschaft. Erstens wird sie in ihrer Funktion als Vorsitzende der Landesagrarreferentenkonferenz eine Studie in Auftrag geben, welche die wirtschaftliche Wertschöpfung der Almwirtschaft – auch in Verbindung mit dem Tourismus – umfassend analysiert. Zweitens kündigte sie an, in den laufenden Gesprächen mit anderen Bundesländern eine Erhöhung der Almauftriebsprämie (mit einer Verdoppelung der Prämiere pro Kuh auf 200 Euro) zu fordern. Drittens setzt sich Schmiedtbauer auf EU-Ebene mit Nachdruck für den Erhalt des bewährten Zwei-Säulen-Systems in der Gemeinsamen Agrarpolitik ein. „Gerade Betriebe in benachteiligten Lagen sind auf zielgerichtete Ausgleichszahlungen angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre wichtige Arbeit fortführen zu können“, so Schmiedtbauer.
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