Adventkranz brennt

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Brandgefahr steigt in der Adventzeit

Wenn Kerzenflammen auf trockenes Reisig treffen, wird aus Adventstimmung schnell eine Gefahr. Experten warnen: Gerade jetzt steigt das Brandrisiko in Haushalten deutlich an.

Die Adventzeit bringt nicht nur festliche Stimmung, sondern auch ein deutlich erhöhtes Brandrisiko. Jahr für Jahr entstehen zahlreiche Brände durch offene Flammen oder Kerzen. Besonders betroffen sind Adventkränze, Weihnachtsgestecke und Christbäume. In Oberösterreich werden jährlich rund 100 Brandereignisse auf unsachgemäßen Umgang mit Kerzen zurückgeführt.

Hauptursache: Unachtsamkeit

„Die Hälfte der Brandunfälle passiert im eigenen Wohnraum“, berichtet Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), „in den letzten 15 Jahren haben die Brände im Wohnraum um 15 Prozent zugenommen und die verursachte Schadensumme um 120 Prozent“.

Dazu kommen zahlreiche Verletzungen, so Kaltenegger. Er schildert Fälle aus den Spitälern: „In einem Fall verbrannte sich ein Kind den Unterarm an einer Adventkranzkerze, als es nach einem Salzstreuer greifen wollte. In einem anderen Fall fingen die langen, offen getragenen Haare einer Frau Feuer, als sie eine Kerze ausblasen wollte.“ Immer wieder greifen zudem Flammen auf ganze Wohnungen über. Jährlich sterben in Österreich durchschnittlich 48 Menschen bei Bränden. Zehn Prozent davon durch Brände, die durch Kerzen oder Teelichter ausgelöst wurden.

Ein wesentlicher Auslöser sei die Ablenkung im Alltag. „Letztlich sind es mangelnde Vorsicht, Unachtsamkeit und der sorglose Umgang mit offenem Licht und Feuer, die für die Vielzahl dieser Vorfälle verantwortlich sind“, betont Günt­her Schwabegger.
Besonders gefährlich seien Adventkränze und Christbäume, wenn sie bereits einige Wochen alt sind: Trockenes Reisig und niedergebrannte Kerzen entzünden sich besonders schnell.

Sicherheitsmaßnahmen im Überblick

Um Brände in der Adventzeit zu verhindern, empfehlen Experten folgende Maßnahmen:

  • Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. Besonders, wenn Kinder oder Haustiere anwesend sind.

  • Ausreichenden Abstand zu allen brennbaren Materialien einhalten und trockene Gestecke regelmäßig austauschen.

  • Trockene Zweige im Blick behalten: Adventkränze ab der zweiten Dezemberhälfte und Christbäume rund um den Dreikönigstag besonders kontrollieren.

  • LED-Lichterketten als sichere Alternative zu offenen Flammen verwenden.

  • Löschmittel bereithalten, idealerweise Löschdecke oder Feuerlöscher. Bei kleinen Bränden kann auch Wasser helfen.

  • Rauchwarnmelder installieren, da sie frühzeitig vor gefährlichem Rauch warnen.

„Ein Rauchwarnmelder schenkt die eine Minute, die notwendig ist, um aus einer Katastrophe einen kleinen Fehler zu machen“, betont Kalten­egger.

Ältere Menschen besonders gefährdet

Laut KFV stellen Personen ab 65 Jahren circa die Hälfte aller Brandtoten. Gründe sind ein nachlassender Geruchs-, Seh- und Hörsinn sowie das Risiko, während brennender Kerzen einzuschlafen. 

Kaltenegger warnt daher eindringlich: „Brennende Kerzen sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben.“ 

Im Notfall

Wer trotzdem nicht auf brennende Kerzen verzichten möchte, sollte Rauchmelder, Löschdecke, Feuerlöscher und einen Erste-Hilfe-Kasten bereithalten. Außerdem ist es wichtig, die Nummer der Feuerwehr (122) zu kennen oder im Handy zu speichern. Eine Erhebung der KFV zeigt: Zwar gaben 96 Prozent der Befragten an, die Nummer zu kennen, tatsächlich konnten aber nur 81 Prozent die richtige Nummer nennen. Häufig wird sie mit der Polizei (133) oder dem Rettungsdienst (144) verwechselt.

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