Gut 10.000 Bauern aus ganz Europa demonstrierten in Brüssel, um auf die Folgen der geplanten GAP-Reform aufmerksam zu machen. Auch Niederösterreich war mit einer Delegation der LK und dem Bauernbund vertreten. Ziel war es, die Anliegen der bäuerlichen Familienbetriebe direkt im Zentrum der EU-Politik hörbar zu machen.
LK-Vizepräsidentin Andrea Wagner betonte: „Dass tausende Bäuerinnen und Bauern aus ganz Europa in Brüssel zusammenkommen, ist ein deutliches Warnsignal an die EU-Kommission. Es geht um nichts weniger als die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe und damit um die Versorgungssicherheit in Europa. Wer immer neue Auflagen beschließt und gleichzeitig das Agrarbudget kürzt, nimmt vor allem auch den künftigen Hofübernehmern jede Perspektive.“
Auslöser der Proteste ist der Entwurf zum Mehrjährigen Finanzrahmen, der eine Eingliederung der GAP in einen „Single Fund“ sowie Kürzungen der Agrarmittel vorsieht. Zusätzlich sorgen geplante Degressionen und Begrenzungen der Direktzahlungen für große Unruhe, da die Auswirkungen auf die Leistungsabgeltungen derzeit kaum abzuschätzen seien. Wagner fordert daher: „Wir brauchen eine starke, ausreichend finanzierte EU-Agrarpolitik nach 2027, faire Handelsregeln und endlich echte Vereinfachungen statt bürokratische Hürden.“
Auch das Mercosur-Abkommen stößt auf Kritik. Bauernbund-Jugendvertreter Gerald Wagner warnt: „Die EU darf das rot-weiß-rote Mercosur-Veto nicht einfach übergehen. Freihandel auf dem Rücken der Bauern wird nicht erfolgreich sein. Wer heimische Betriebe mit unfairen Importen unter Druck setzt, gefährdet Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und die Zukunft der Landwirtschaft in Europa.“
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