Das neue Jagdgesetz in Niederösterreich steht

Der Niederösterreichische Landtag hat die im November erstmals präsentierte, umfassende Novelle des Jagdgesetzes beschlossen. Das neue Jagdrecht erleichtert vor allem den Umgang mit Problemwölfen.

Jäger im Revier

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Das Land ergreift in Sachen Wolfsmanagement die Initiative. Mit der vergangene Woche beschlossenen Novelle des Jagdgesetzes können Problemwölfe unter bestimmten Voraussetzungen entnommen werden. Vertreibung und Vergrämung sind nun generell ohne Voraussetzungen erlaubt, etwa bei Annäherungen an Siedlungen oder Rissen an sachgerecht geschützten Nutztieren. Ziel ist, die Sicherheit von Menschen und Nutztieren zu erhöhen und gleichzeitig Rechtssicherheit für Jäger zu schaffen. Weitere Schwerpunkte des Rechtstextes sind die Rettung von Jungwild und Förderung der Artenvielfalt. Neu ist auch die Möglichkeit, Drohnen einzusetzen, um etwa Rehkitze vor dem Mähtod zu retten.

Außerdem werden Nachtzielhilfen, die sich bei der Schwarzwildbejagung bewährt haben, nun auch bei Fuchs, Marder und anderem Raubwild erlaubt. Dies stärkt den Schutz bodenbrütender Vögel und Feldhasen und unterstützt die Seuchenprävention, heißt es aus Expertenkreisen. „Der NÖ Landtag hat das modernste Jagdgesetz beschlossen“, kommentiert LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager betont, dass die Novelle praxisnahe und zukunftsweisende Regelungen umsetzt, die sowohl Landwirtschaft als auch Naturschutz gerecht werden. Beim Wolf werde der EU-rechtliche Spielraum voll ausgenutzt. „Problemwölfe haben bei uns nichts verloren. Die Senkung des Schutzstatus des Wolfs war eine langjährige Forderung von uns, und wir setzen die Erleichterungen konsequent um“, so Pernkopf. Der Wolf wird künftig als jagdbares Wild geführt, mit ganzjähriger Schonzeit, Problemwölfe ausgenommen. Monitoring, Entschädigungen bei Nutztierrissen und Unterstützung für Schutzzäune bleiben bestehen.

Landesjägermeister Christoph Metzker betont die Bedeutung der Novelle: „Damit Jäger ihrer Verantwortung nachkommen können, braucht es optimale Rahmenbedingungen. Die Novelle leistet dazu einen wichtigen Beitrag, schafft Rechtssicherheit und erhöht die Sicherheit.“