Bäurerinnen erklären im Klassenzimmer den Kindern das bäuerliche Leben.

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Bauernhof im Klassenzimmer

Seit zehn Jahren vermitteln die „Aktionstage der Bäuerinnen“ den Kindern das Thema Landwirtschaft und zeigen dabei, wie agrarische Erzeugnisse vom Feld auf den Teller kommen.

Die „Aktionstage der Bäuerinnen“ sind seit 2015 ein Fixpunkt im österreichischen Schulkalender. Rund um den Welternährungstag am 16. Oktober besuchen Ortsbäuerinnen jeweils die ersten beiden Volksschulklassen und erzählen vom Leben am Bauernhof. Sie zeigen, wie Milch in den Supermarkt kommt, aus Getreidekörnern Mehl wird oder welche Produkte auf heimischen Feldern wachsen. Heuer steht das Thema „Vom Samenkorn zur Karotte“ im Mittelpunkt. Ziel sei es, so Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, „die Neugier der Kinder zu wecken und sie für die Landwirtschaft zu begeistern“.

Seit 2015 haben mehr als 16.600 Bäuerinnen in fast 18.000 Klassen rund 328.000 Kinder erreicht. Jährlich nehmen etwa 37.000 Schülerinnen und Schüler teil. Mit allen Sinnen erfahren sie Landwirtschaft: riechen, angreifen, verkosten und am Ende gemeinsam mit der Bäuerin eine Jause zubereiten. Die Aktion erfolgt ehrenamtlich. Würde man sie beziffern, läge ihr Wert bei etwa drei Millionen Euro in den vergangenen zehn Jahren.

Für Bundesminister Norbert Totschnig sind die Aktionstage ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung. „Viele Kinder wachsen fernab von Bauernhöfen auf. Diese Initiative bringt ihnen das bäuerliche Leben näher“, ist er überzeugt. Wertschätzung für Lebensmittel sei die Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt die Aktion mit 215.000 Euro.

Auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf hebt den Effekt hervor: Mehr als 12.000 Kinder nehmen heuer allein in Niederösterreich teil. So viele wie noch nie. „Wer schon als Kind er-fährt, wie viel Arbeit und Verantwortung in einem Stück Brot oder einem Glas Milch stecken, geht auch später bewusster mit Lebensmitteln um“, betont er.

Kinder lernen Landwirtschaft kennen

Die LK Niederösterreich setzt zusätzlich auf neue Formate. Vizepräsidentin Andrea Wagner verweist auf Magazine wie „Landwirtschaft Kids“ oder „Junior“, die Bauernhofgeschichten, Fakten und Lernspiele kombinieren: „Damit machen wir Landwirtschaft erlebbar und stärken das Bewusstsein für regionale Lebensmittel.“

So schaffen die Aktionstage nicht nur Nähe zwischen Konsumenten und Produzenten, sondern auch einen Grundstein für mehr Nachhaltigkeit und Wertschätzung im Alltag.

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