Bäuerin bei der Büroarbeit

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Zwischen Feld und Formular

Klicken, eingeben, abhaken, senden – während früher der Arbeitsalltag der Bauernfamilie mit der Versorgung der Tiere oder dem Starten des Traktors begonnen hat, wird heute viel öfter noch der Laptop hochgefahren. Denn bevor morgens die erste Furche gezogen und nachmittags das erste Maisfeld gedroschen ist, muss der Mehrfachantrag fertig, das ÖPUL richtig abgehakt und das AMA-Portal eingesehen sein. Wenn ich unterwegs Bäuerinnen und Bauern frage, was die grauen Haare vermehrt wachsen lässt, dann sind es die Unplanbarkeit der bäuerlichen Zukunft und in der Gegenwart der hohe Aufwand mit Papier- und Datenkram. Die Bürokratie wächst scheinbar schneller als das Gras im Mai. Zwischen Tierkennzeichnung, Greening-Auflagen und Flächenabgleich bleibt kaum Zeit, die „Hands-on“-Tätigkeiten, das Mit- und Vorausdenken sowie die mannigfaltigen Arbeiten am und um den Hof zu bewältigen. (Wer da Alleinbewirtschafter/in oder ohne Team/Familie ist, hat es noch einmal schwerer.)

Kontrolle ist wichtig, Datenerhebung und -archivierung auch, ohne Zweifel. Doch wenn die Bäuerin mehr Zeit mit Passwörtern verbringt als mit ihren Tieren und der Bauer öfter den Drucker als seinen Traktor repariert, dann wäre es höchste Zeit für uns, aufzuwachen! Denn kein Förderformular bringt eine Ernte ein – und kein digitaler Antrag ersetzt das Gespür für Boden und Wetter. Vielleicht könnte man ja das einmal in den Mehrfachantrag aufnehmen: „Ich bestätige hiermit, dass Landwirtschaft von Menschen mit Gespür gemacht wird – nicht vom Computer.“

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