Dass die österreichische Forstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels vor massiven Herausforderungen steht, muss an dieser Stelle nicht groß betont werden. Der Waldfonds, 2020 unter Forstministerin Elisabeth Köstinger erdacht, war und ist hier eine wirksame Hilfe, insbesondere im Bauernwald. Wenn Borkenkäfer und neuerdings vermehrt auch Waldbrände (wie zuletzt im Kärntner Lesachtal) Forstbetriebe binnen kürzester Zeit ihres Rohstoffs berauben, wird jeder Cent für die Etablierung klimaangepasster Wälder gebraucht.
Umso dramatischer, wenn neuerdings verwandte Sektoren der Wertschöpfungskette zum Angriff auf das Förderregime blasen. So geschehen vergangene Woche. Der Stahlbauverband hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Waldfonds geäußert und begründet dies mit einer Analyse des Steuerrechtlers Gottfried Schellmann, der einen Widerspruch zum EU-Recht ortet. Seiner Auffassung nach hätten beispielsweise nur geringe Geldflüsse als Ausgleich für Borkenkäferschäden fließen dürfen. Schellmann und seine Auftraggeber kommen zum Schluss, dass hier eine „Wettbewerbsverzerrung“ zugunsten des Baustoffs Holz stattfinde, die Neiddebatte im schrumpfenden Baugeschäft lässt grüßen. Doch damit nicht genug. Auch die CO2-Bilanz des Waldes stößt der Stahllobby, wegen klimabedingt jüngst angestiegener Emissionen im Forst, sauer auf. Solange Stahl in Linz/Donawitz allerdings nicht durch Naturverjüngung nachwächst, kann die Wertschöpfungskette Holz über derlei Argumente aber wohl maximal schmunzeln.
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