Geschmäcker sind verschieden. Für Cosmó, den österreichischen Teilnehmer am Eurovision Song Contest (ESC), war es im Mai vermutlich eine Enttäuschung, dass sein Song in der Abstimmung nur sechs Punkte bekam. Für die Biobewegung war das von Wien aus in alle Welt übertragene Spektakel jedenfalls ein fulminanter Erfolg. Mit einem Bioanteil von 64,3 Prozent waren knapp zwei Drittel aller Speisen für die geschätzt 100.000 Gäste in der Wiener Stadthalle biozertifiziert. Das ist eine Bioquote, die Skeptiker in dieser Höhe für nicht umsetzbar gehalten hatten. Zumal es sogar gelang, ein Gutteil der Lebensmittel für die Großveranstaltung nicht nur aus Österreich, sondern sogar von kleinen und mittelgroßen Betrieben zu beziehen. Beispielsweise von der steirischen Ölmühle Fandler, Gewürze von Juliberg (OÖ), Spargel vom Biohof Brandenstein (Marchfeld) und Fleisch von Sonnberg (Mühlviertel).
Zu danken ist das dem Veranstalter ORF, der sich freiwillig für die Erfüllung harter Nachhaltigkeitskriterien entschied. Und der Bio Austria, die ihre Expertise einbrachte. So wurde der ESC zu einem schillernden Musterbeispiel für Regionalität und Bio bei Großveranstaltungen. „Der Song Contest ist der Beweis dafür, dass es einzig am Willen liegt“, sagt Agnes Grobner, Projektleiterin bei Bio Austria. Bei der Beratung der zuliefernden Gastronomiebetriebe habe die gemeinsame Arbeit eine gute Eigendynamik entwickelt. Die Cateringunternehmen habe der Ehrgeiz gepackt, sagt Grobner. „Am Schluss hätten sie am liebsten 100 Prozent Bio gemacht.“ Wir sehen, was möglich ist, wenn alle in eine Richtung arbeiten.
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