Befestigung einer Seilwinde an einem gefällten Baumstamm

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Wild und Käfer machen Waldbeständen weiter zu schaffen

Die Herausforderungen für Österreichs Waldbauern reißen nicht ab. Das belegen die jüngsten Zahlen aus Waldinventur und Wildschadensbericht. Auch beim Borkenkäfer bleibt der Schadensdruck zumindest konstant.

Seit mehr als 60 Jahren wird hierzulande der Zustand der Forstflächen alljährlich durch das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) mit der Österreichischen Waldinventur wissenschaftlich erhoben. Die dazu untersuchten 11.000 Probeflächen lassen Rückschlüsse auf die Gesamtentwicklung des Waldes zu. Die gute Nachricht vorweg: Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1961 wuchs die Forstfläche der Republik um 330.000 Hektar auf mehr als vier Millionen Hektar.

An den Herausforderungen, vor denen der Wald und seine Bewirtschafter derzeit stehen, ändert das jedoch wenig. Der Klimawandel und die mit ihm verstärkt auftretenden Kalamitäten fordern ihren Tribut. Der Schadholzanteil belief sich im Vorjahr auf rund elf Millionen Kubikmeter, gut ein Fünftel mehr als noch 2023. Auch im mehrjährigen Durchschnitt zeigt sich dieser Trend: Der Schadholzanfall 2024 lag mehr als 30 Prozent über dem fünfjährigen Mittel von 8,45 Millionen Kubikmeter und fiel beinahe ein Drittel höher aus als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Mehr Schäden im Schutzwald

Ein konstantes Problem sind auch Wildschäden, wie der jüngste Wildschadensbericht zeigt. Heuer enthält der Bericht des Forstministeriums erstmalig auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Ergänzend holt das Ministerium mit der Broschüre „Erfolgsmodelle ausgeglichener Wald-Wild-Verhältnisse“ sogenannte „Best-Practice-Beispiele“ der Zusammenarbeit von Forst und Jagd vor den Vorhang.

BFW-Leiter Peter Mayer über die diese Woche veröffentliche Schadensbilanz aus dem Vorjahr: „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass es noch weitere Anstrengungen braucht, um ausgeglichene Wald-Wild-Verhältnisse zu schaffen. Beispielsweise sind die Schälschäden im Wirtschaftswald zurückgegangen. Im Schutzwald hingegen kam es zu einem leichten Anstieg der Schälschäden.“ Konkret wurden 2024 bei 414.000 Hektar sogenanntem „verjüngungsnotwendigem“ Wirtschaftswald und weiteren 79.000 Hektar Schutzwald Wildschäden verzeichnet.

Borkenkäfer frisst weiter

Das BFW ist es auch, dass gemeinsam mit den Landesforstbehörden und den LK-Forstberatern seit 2005 ein bundesweites Borkenkäfer-Monitoring durchführt. BFW-Angaben zufolge zeigten sich die Borkenkäfer von den heuer „nur“ durchschnittlichen Juli-Temperaturen weitestgehend unbeeindruckt. „Die Hotspots aus dem Vorjahr in Tirol, Kärnten und der Steiermark blieben bestehen“, weiß Gottfried Steyrer vom BFW-Institut für Waldschutz.

Die Niederschläge im Juli hätten aber die Suche nach Bohrmehl beziehungsweise frisch befallenen Bäumen erschwert. Eine Verzögerung der Entwicklungsgeschwindigkeit sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Nach einem witterungsbedingt konzentrierten Käferflug im Frühjahr habe sich die Population gut entwickelt. „Je nach Höhenlage ist nun bereits die zweite oder dritte Generation angelegt“, so Steyrer. Daher gelte es insbesondere im Spätsommer noch Begehungen durchzuführen um bestehende Käfernester auszumachen. „Befallene Bäume die noch keine Kronensymptome zeigen sollten nun entnommen werden“, rät der Experte.

Wildschadensbericht 2024
Borkenkäfer Informations- und Risikoabschätzungs-System für die Praxis

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