In der Klimaforschung beschreibt man mit dem Begriff „Kipppunkt“ (engl. Tipping Point) eine kritische Schwelle, ab der eine Veränderung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Durchschnittstemperatur der Welt steigt stetig. Hand in Hand damit wachsen auch die Folgen (und die Schäden). Ab einer gewissen Erwärmung verstärken sich aber die Veränderungen selbst und nehmen sprunghaft zu. Das System „kippt“ in einen anderen Zustand. Dann werden die Veränderungen unumkehrbar, selbst wenn der Ausstoß von Treibhausgasen wieder zurückgehen sollte.
Wie nun eine internationale Forschergruppe bekanntgegeben hat, ist dieser Punkt bereits in mehreren Bereichen erreicht, etwa beim Sterben von Korallenriffen und in Bälde auch beim Verschwinden von Gletschern und Regenwäldern. So kritisch diese Entwicklung auch ist, so gibt es dennoch keinen Grund zur Panik. Denn es gibt auch erwünschte Entwicklungen, die sich selbst verstärken können – sogenannte „positive Kipppunkte“. Die Forscher nennen als Beispiel die Verbreitung von Elektroautos, die in Norwegen oder bald auch in China schon so weit ist, dass es kein Zurück mehr zum Verbrennermotor gibt. Auch in der Landwirtschaft orten die Experten hoffnungsvolle Entwicklungen. Dabei wird Österreich mit seinem 27-prozentigen Bio-Anteil in der Landwirtschaft lobend hervorgehoben.
Es gilt, solche positiven Entwicklungen, die irgendwann zum Selbstläufer werden, zu stärken – und dadurch die „negativen Kipppunkte“ der Klimaerwärmung hintanzuhalten.
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