Entgegen seines Namens hat der Maikäfer seinen Flug in Österreich bereits Mitte April aufgenommen. Seither ist er in mehreren Bundesländern unterwegs. Prof. Dr. Hermann Strasser, der seit mehr als 30 Jahren an biologischen Maßnahmen zur Maikäferbekämpfung forscht, ordnet die aktuelle Situation ein.
Maikäferflug folgt regionalen Zyklen
Je nach Region unterscheidet sich die Entwicklungsdauer des Maikäfers. In Österreich treten vor allem drei- und vierjährige Zyklen auf. Diese hängen unter anderem mit klimatischen Bedingungen, Höhenlage und Standortverhältnissen zusammen.
Der Maikäfer fliegt also nicht zufällig. Der Maikäferflugplan für Österreich, der auf den Flugzyklen nach Faber aus dem Jahr 1960 beruht, zeigt auf, welche Regionen in welchem Jahr stärker betroffen sein können. Auf diese Orientierungshilfe verweist auch Strasser. Gemeinsam mit aktuellen Meldungen aus den Bundesländern ergibt sich laut ihm eine Prognose für das Maikäfer-Flugjahr 2026.
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Wo fliegt der Maikäfer 2026 besonders stark?
Seit Mitte April fliegt der Maikäfer verstärkt in Vorarlberg, Kärnten und Niederösterreich. Zudem wurden einzelne Flüge aus Salzburg gemeldet, etwa im Raum Thalgau nahe der oberösterreichischen Landesgrenze.
In Vorarlberg sind derzeit das Montafon, der Walgau und das gesamte Rheintalgebiet betroffen. Dort wurden bereits starke Maikäferflüge beobachtet. In Kärnten reicht der Maikäferflug heuer vom Gailtal über das Rosental und Lavanttal bis ins obere Drautal. In Niederösterreich wurde Maikäferflug von der Wachau über das nördliche Weinviertel bis ins Industrieviertel gemeldet.
„Das heißt aber nicht, dass in anderen Bundesländern kein Maikäfer fliegt. Dort handelt es sich meist um Nebenflugvölker, die außerhalb des regulären Zyklus mit einem schwachen Flug auftreten“, führt Strasser aus.
Engerlinge: Schäden entstehen unter der Oberfläche
Für landwirtschaftliche Kulturen ist nicht nur der fliegende Maikäfer relevant, sondern vor allem seine Larve im Boden. Die Engerlinge fressen an den Wurzeln der Pflanzen. Die Folgen können beschädigte Kulturen, geringere Erträge und Qualitätsminderungen sein.
Für die Maikäferbekämpfung steht seit mehr als 20 Jahren ein Produkt zur Verfügung, das über Notfallzulassungen eingesetzt werden konnte: Melocont-Pilzgerste.
Prof. Dr. Hermann Strasser
Besonders gefräßig zeigt sich der Engerling im zweiten Jahr seiner Entwicklung. Stark betroffen sind häufig trockene Lagen sowie schwer zugängliche Flächen an steilen Hängen. Dort ist die Bekämpfung besonders schwierig: Einerseits ist die Ausbringung geeigneter Maßnahmen technisch erschwert, andererseits können geschwächte Pflanzenbestände Fraßschäden weniger gut ausgleichen.
Biologische Maikäferbekämpfung: Lösung für schwierige Flächen gesucht
An der Lösung dieses Problems arbeitet Strasser mit seinem Team. Das Projekt „SCARABKLAR“ ist eine Kooperation des Bundes mit sieben betroffenen Bundesländern und läuft noch bis Ende 2026.
„Für die Maikäferbekämpfung steht seit mehr als 20 Jahren ein Produkt zur Verfügung, das über Notfallzulassungen eingesetzt werden konnte: Melocont-Pilzgerste. Dabei handelt es sich um einen insektenpathogenen Pilz, der Maikäfer-Engerlinge befällt. Ein Problem bestand bisher jedoch in der Anwendung auf Steilhangflächen und in Sonderkulturen, weil dafür keine geeignete Applikationstechnik zur Verfügung stand“, so Strasser.
Genau hier setze SCARABKLAR an: Das Projekt soll helfen, Anwendungslücken zu schließen, indem sowohl passende Wirkstoffe als auch geeignete Technik für schwierige Flächen weiterentwickelt werden.
Dr. Hermann Strasser forscht seit über 30 Jahren an biologischer Bekämpfung des Maikäfers.
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Dr. Hermann Strasser, Mag. Ulli Totschnig, Biologin und ehemalige "KLAR! Kaunergrat"-Managerin, Josef Schmid, Landwirt, Mathias Schranz, Bürgermeister von Kauns, Robert Haslwanter, Landwirt, Martin Eiterer, Ortsbauernobmann und Wassergenossenschaftsobmann, Leo Halswanter, Landwirt und Elmar Monz, Bezirksbauernobmann
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