Eiersortieranlage

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Vogelgrippe verändert den Eiermarkt

Das Geschäft mit Eiern und Geflügel war heuer weltweit geprägt durch ständige Vogelgrippeausbrüche. In Verbindung mit einer regen Nachfrage ergab sich insbesondere für Eier eine komfortable Absatzsituation.

Laut Angaben der Europäischen Kommission wurden EU-weit im Zeitraum 1. Oktober bis 4. Dezember insgesamt 355 Vogelgrippe-Ausbrüche auf Geflügelbetrieben gemeldet. Mehr als neun Millionen Tiere mussten gekeult werden. Deutschland ist mit 143 Ausbrüchen und rund zwei Millionen Tieren heuer besonders stark betroffen. Zahlreiche Ausbrüche wurden auch aus Frankreich (87), Italien (29), Polen (20) und den Niederlanden (18) gemeldet.

Vor allem Hennen gekeult

Mit insgesamt 122 Meldungen waren Putenhaltungen am stärksten betroffen. Legehennenbestände verzeichneten 44 Ausbrüche, stellten jedoch mit 46 Prozent den größten Anteil der gekeulten Tiere. „Europaweit erschwert die Vogelgrippe die Koordination der Liefermengen und beeinträchtigt die Lieferketten. Die Versorgung bleibt angespannt, und in vielen Mitgliedstaaten haben sich die Eierpreise im Großhandel deutlich erhöht“, teilt die AMA-Marktabteilung diesbezüglich mit.

Importdruck, Fehlanzeige

Auch die EZG Frischei berichtet von im heurigen Jahr völlig neuen Voraussetzungen: „Früher saisonal, zu den Zeiten der Vogelzüge im Herbst und Frühjahr, ist die Geflügelpest jetzt eine permanente Gefahr das ganze Jahr hindurch.“ Die gekeulten Tiere fehlen demnach in der Eierproduktion, was auch auf den österreichischen Markt durschlage. „Derzeit gibt es keinen Importdruck aus dem Ausland, da fast

keine billigen Eier auf dem europäischen Markt erhältlich sind“, teilt die EZG in ihrem Jahresrückblick mit. Die Nachfrage nach österreichischen Eiern sei entsprechend angestiegen. „Dazu kommt eine noch lebhaftere Nachfrage der Verbraucher nach Frischeiern, da das Ei immer beliebter wird“, heißt es außerdem.

Der Pro-Kopf-Verbrauch konnte sich schon 2022 und 2023 sehen lassen. Die AMA nannte 248 Eier pro Person und Jahr als Größenordnung. Im Vorjahr lag der Selbstversorgungsgrad laut Statistik Austria bei 87 Prozent.

Einzelne Klassen knapp

Derzeit bestimme die vorweihnachtliche Backsaison das Geschäft mit Frischeiern. „Obwohl die heimische Produktion insgesamt gut aufgestellt ist, kann es durch die zahlreichen Ausstallungen passieren, dass genau das Ei der gewünschten Gewichtsklasse und Haltungsform gerade nicht verfügbar ist“, wissen die Experten der EZG. Alternativen dazu werde es aber immer geben. Laut AMA zogen die Packstellenpreise schon im November gegenüber dem Vormonat an. Den Analysten zufolge wurden in der Boden- und Biohaltung deutliche Preissteigerungen beobachtet.

Attraktive Preise

In der absatzstärksten Gewichtsklasse M erreichte Bioware durchschnittlich 32,66 Euro je 100 Stück. Ein Plus von 27 Cent gegenüber Oktober. Bodenhaltungseier wurden für 17,21 Euro je 100 Stück gehandelt (+19 Cent). Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Freilandeier der Klasse M waren mit 20,69 Euro je 100 Stück stabil zum Vormonat (+2 Cent). „Die Preise aller Haltungsformen lagen über dem Vorjahresniveau“, resümieren die Experten.