Butter wird verpackt, Molkerei

Copyright © Olena Svechkova - stock.adobe.com

Milchmarkt Mai '26: Keine klare Richtung

Während die Fettverwertung an den Börsen weiterhin sinkende Erlöse verzeichnet, bleibt Milchpulver gefragt. Die heimischen Erzeugerpreise hielten sich indes zuletzt mehr oder minder stabil.

In ihrer jüngsten Marktanalyse konnte die AMA ihre Prognosen des Vormonats revidieren: „Entgegen der Vorzeichen konnte der Erzeugermilchpreis das Niveau des Vormonats halten, obwohl einige tonangebende Molkereien ihre Auszahlungspreise gesenkt haben und auch die Inhaltsstoffe der Rohmilch saisonüblich weiter gesunken sind.“

Im April beliefen sich die zahlungsrelevanten Inhaltsstoffe demnach auf 4,19 Prozent Fett und 3,44 Prozent Eiweiß. Im April zahlten die hiesigen Molkereien und Sennereien laut AMA-Marktexperten durchschnittlich 46,75 Cent pro Kilogramm für GVO-freie Rohmilch (netto, Durchschnitt aller Qualitäten, Milchsorten und Inhaltsstoffe). „Die Milchlieferanten erhielten somit gegenüber dem Vormonat mehr oder weniger den gleichen Betrag“, so das Fazit der Analysten. Zum Vergleich: Den aktuellen Auswertungen des Verbands der Milcherzeuger in Bayern (VMB) zufolge betrug der durchschnittliche Milchpreis dort im April 39,6 Cent pro Kilogramm (ab Hof, netto, 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, Haltungsstufe 2 sofern ausgewiesen).

Die Milchlieferanten erhielten gegenüber dem Vormonat mehr oder weniger den gleichen Betrag.

AMA-Marktanalyse

April 2026

Die stabile Preisentwicklung passierte trotz steigender Produktionsmengen. Insgesamt haben die Milchverarbeiter im April 331.395 Tonnen GVO-freie Rohmilch übernommen. Die gesamte Lieferleistung der heimischen Milchbauern inklusive Lieferungen an Molkereien im Ausland stieg  im Vergleich zum April 2025 um knapp 5 Prozent.

Auch im Mai setzte sich der Stabilitätskurs laut AMA weiter fort. Der durchschnittliche Erzeugermilchpreis (aller Qualitäten und Inhaltsstoffe) wird mit 46,30 Cent pro Kilogramm beziffert. „Fast alle Molkereien haben einen stabilen Auszahlungspreis für Mai rückgemeldet. Allerdings gehen die Inhaltsstoffe noch bis August saisonbedingt weiter nach unten“, heißt es. Selbiges dürfte dem Vernehmen nach auch für die Bauernmilchpreise im Juni gelten.

Kieler Rohstoffwert gibt wieder nach

Was die vorhandene Milchmenge betrifft, gestaltet sich auch in Deutschland die Situation vorerst noch ähnlich. In der ersten Maihälfte bewegte sich das deutschlandweite Milchaufkommen auf sehr hohem Niveau. Zuletzt stiegen die Wochenanlieferungen allerdings nur mehr geringfügig. Marktkenner gehen entsprechend von einer allmählichen Erreichung des Jahreshöchstwerts aus. Der vom Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) auf Basis der Notierungswerte von Butter und Magermilchpulver an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten errechnete Kieler Rohstoffwert gab im Mai dennoch wieder etwas nach. Die ife-Kennzahl, welche den Erlös aus der durchschnittlichen Milchverwertung und dem Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß abbildet, betrug im Mai 37,5 Cent je Kilogramm Milch (ab Hof, 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß). Gegenüber dem Vormonat verringerte sich der Wert somit um 0,5 Cent oder 1,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rohstoffwert 11,5 Cent geringer.

Fettverwertung weiter hartes Pflaster

Die Gründe dafür sind den ife-Wissenschaftern zufolge unverändert. Während sich die Preise für Magermilchpulver festigen, bleiben die Butterpreise am EU-Markt unter Druck. Die Magermilchpulver-Notierung legte in Kempten im Mai um 12 Euro per 100 Kilogramm zu, während die durchschnittlichen (Block-)Butterpreise um mehr als 35 Euro per 100 Kilogramm nachgaben. „Die positive Entwicklung bei Magermilchpulver konnte die Verluste im Fettbereich nicht vollständig ausgleichen“, teilt man mit.

Copyright © AMA, IFE-Kiel

Italien dreht ins Plus

Erfreulichere Zahlen meldet indes der norditalienische Absatzmarkt. Die dort wöchentlich von der Handelskammer in Verona herausgegebene Notierung für Tankmilch aus Deutschland und Österreich (3,6 % Fett, frei Molkerei Norditalien) drehte in der zweiten Maihälfte nach einer zweiwöchigen Stagnation wieder ins Plus. Am Montag wurden bis zu 30 Cent pro Kilogramm bezahlt. Der im März erreichte, mehrjährige Tiefststand von gerade einmal 23 Cent ist damit vorerst wieder Geschichte. In Anbetracht des dennoch weiterhin deutlichen Abstands zum hiesigen Erzeugerpreisniveau, darf die Relevanz des italienischen Rohstoffmarktes als Ventil für Übermengen im Land allerdings weiterhin bezweifelt werden.

Weitere Artikel