Der Anbau von Winterdurum passt besonders gut ins Trockengebiet. Der erzielbare Erlös ist höher als bei Weichweizen und die geforderten Werte für Glasigkeit, Fallzahl und Hektolitergewicht können im Pannonikum meist erzielt werden.
Vorsicht beim Anbauzeitpunkt
Heuer litt die Qualität unter der regnerischen Ernteperiode oft merklich. Im späteren Verlauf wurde von Partien mit erschreckend niedrigen Fallzahlen und Glasigkeiten berichtet. Die rechtzeitige Ernte des reifen Hartweizens ist also unumgänglich. Die Aussaat ist von Anfang Oktober bis Anfang November sinnvoll. Zu früh gesäte Bestände können von Virosen befallen werden, bei zu spätem Anbau leidet das Ausmaß der Bestockung. Aufgrund der generell hohen Anfälligkeit für Ährenfusarium ist vom Anbau nach Vorfrucht Mais oder Weizen abzuraten oder zumindest eine entsprechende Bodenbearbeitung einzuplanen. Unabhängig davon ist, besonders bei regnerischer Witterung, eine Ährenbehandlung zur Blüte notwendig.
Alte Bekannte bei Durum
Der dunkelgrannige Sambadur ist standfest (Note 4) und gut im österreichischen Anbau etabliert. Aufgrund der hohen Anfälligkeit für Braunrost kann eine fungizide Maßnahme notwendig sein. Auradur (Lager 5) überzeugt mit seinen Qualitätseigenschaften, er reift früh. Gelbrost und Ährenfusarium bedürfen einer Kontrolle und Behandlung der Bestände. Der hellgrannige Tennodur führt das Sortiment ertraglich an. Wegen der geringeren Standfestigkeit (Note 7) kann der Einsatz eines Wachstumsreglers notwendig sein. Von Ährenfusarium kann er stark bis sehr stark infiziert werden. Amidur überzeugt mit seiner Blattgesundheit, ist aber wenig standfest (Note 8). Den hohen Rohproteingehalt kombiniert er mit einer mittelhohen Ganzglasigkeit. Plasmadur (Lager 5) verbindet eine mittelhohe Fallzahl mit hohem Rohproteingehalt und hoher Ganzglasigkeit. Die Widerstandskraft gegen Braunrost ist gering. Der standfeste Diadur (Note 4) verfügt über ansprechende Qualitätseigenschaften. Von Mehltau, Braun- und Gelbrost kann er stark geschädigt werden. Bio-Saatgut ist von den Sorten Auradur, Sambadur sowie den EU-Sorten Limbodur und Sanodur erhältlich.
Dinkel im Aufwind
Nach dem Rückgang der Anbauflächen in den vergangenen Jahren war Dinkel heuer mit einem Plus von zirka 4.700 Hektar der Spitzenreiter beim Zuwachs unter den Getreidearten. Ausschlaggebend dafür waren die angebotenen attraktiven Fixverträge. Ob man auf eine der neueren Sorten setzt oder einen im ÖPUL geförderten SLK-Dinkel (Maßnahme „Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen“) anbaut, gilt es vorab zu entscheiden.
Förderfähig sind Attergauer Dinkel, Ebners Rotkorn, Ostro und Steiners Roter Tiroler. Diese vier Dinkelsorten haben einen sehr langen Wuchs sowie eine starke bis sehr starke Lagerneigung gemeinsam. Der Proteingehalt ist hoch bis sehr hoch. Im Vergleich zu den im Jahr 2022 zugelassenen Dinkel haben sie ein geringeres Ertragsniveau. Die Anfälligkeit für Braunrost ist beim gesamten Dinkelsortiment hoch (Note 7). Die beiden neueren Zulassungen Noricum und Paracelsus besitzen eine verbesserte Standfestigkeit.
Attergauer Dinkel wird von Gelbrost mittel bis stark befallen. Ebners Rotkorn und Ostro haben für Gelbrost eine starke Anfälligkeit, ihr Hektolitergewicht ist mittelhoch. Steiners Roter Tiroler ist zur Ernte weniger von Auswuchs gefährdet, für Gelbrost ist er mittel anfällig. Der langwüchsige Noricum hat eine mittlere Lagerneigung und eine geringe bis mittlere Anfälligkeit für Gelbrost. Er ist am stärksten von Auswuchs betroffen. Bei mittlerem Hektolitergewicht verfügt er über einen mittelhohen Proteingehalt. Paracelsus ist lang bis sehr langwüchsig und neigt mittelstark zu Lager. Seine Anfälligkeit für Gelbrost ist gering bis mittel, sein Hektolitergewicht ist niedrig bis mittel, während der Proteingehalt hoch ist. Lohengrin wird bereits als EU-Sorte vermarktet, er befindet sich aktuell in Österreich in der Wertprüfung und steht für Dezember 2025 zur Zulassung an.
Für Bio-Bauern steht Dinkelsaatgut der Sorten Attergauer Dinkel, Ebners Rotkorn, Noricum, Ostro, Paracelsus, Steiners Roter Tiroler und die EU-Sorten Lohengrin und Zollernspelz zur Verfügung.
Copyright © BZ/Merl
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