Ganz Fiss steckt in den Vorbereitungen auf das Blochziehen 2026, die von Besenbinden bis zu gemeinsamen Trainingseinheiten reichen. Am 25. Jänner schlüpfen die heimischen Burschen und Männer schließlich in die Kostüme ihrer vorbestimmten Fasnachtsrolle. „Beim Fisser Blochziehen handelt es sich um ein Highlight für unser ganzes Dorf. Alle vier Jahre kommen Tausende von Menschen zusammen, um dieser einzigartigen Tradition beizuwohnen“, so der Fisser Bürgermeister Simon Schwendinger.
Dabei unterscheidet sich das Blochziehen in einer Besonderheit von anderen Fasnachten: Es gibt wechselnde Leitfiguren. Im Jahr 2026 steht erstmalig der „Fuhrmann“ im Mittelpunkt des Geschehens. Er sorgt mit kraftvollem Geißelschnalzen für einen reibungslosen Ablauf des Umzugs: „Der Fuhrmann gibt zum einen den Startschuss für den Umzug, weist die restlichen Rollen an ihre Position und er hat das Kommando über den Bloch. Andererseits muss er für Ruhe und Ordnung sorgen, damit der Bloch schließlich am Fonnes ankommt, wo er zum Schluss versteigert wird. Das verlangt Aufmerksamkeit, Entschlossenheit und Umsicht“, so Thomas Wachter, stellvertretender Obmann des Fisser Blochziehens, der gleichzeitig als Fuhrmann fungiert.
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren
Ein eigens gebildetes Komitee entscheidet Monate vor der Veranstaltung, wer in welche Rolle schlüpft. Hier sind vor allem die körperlichen Voraussetzungen entscheidend, da die aufwendig gestalteten Kostüme oftmals schwer zu tragen sind – viele von ihnen bestehen aus Masken, Glocken oder dichten Naturmaterialien. „Bei den einzelnen Rollen müssen bestimmte Voraussetzungen – vor allem körperliche – erfüllt werden. Während es bei den Bären oder Miasmann kräftige Darsteller braucht, kommt es bei den Schallnern beispielsweise auf Kraft und Ausdauer an. Der Bajatzl muss akrobatisch und furchtlos sein. So hat jede Rolle ihre besonderen Eigenschaften“, erklärt Martin Pregenzer, Obmann des Fisser Blochziehens. In den kommenden Wochen stehen hier vor allem die Proben für die verschiedenen Masken auf dem Programm.
Der „Bloch“ wurde hingegen bereits gefällt und nach Fiss transportiert. Zwei Tage vor der Fasnacht wird der Baum „aufgeantert“, also auf Holzschlitten gelagert und gesichert. Von da an muss der Bloch 24 Stunden am Tag bewacht werden: Für diese Wachen werden verschiedene Fisser Vereine wie Feuerwehr, Musikkapelle und Landjugend eingeteilt. Diese sorgen dafür, dass dem Stamm bis zum Blochziehen am Sonntag nichts passiert „Das Blochziehen steht für gelebte Tradition und Brauchtumspflege. Jede Figur, jedes Kostüm und jeder Handgriff sind Teil eines monatelangen Vorbereitungsprozesses – vom Fällen des Baumes bis zur Entscheidung, wer welche Rolle übernimmt“, betont Pregenzer.
Das Fisser Blochziehen findet nur alle vier Jahre statt: Das nächste Mal am 25. Jänner 2026.
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Mit seinem Geißel-Schnalzen sorgt der Fuhrmann für einen geordneten Ablauf des Fisser Blochziehens.
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Der Bloch wird jedes Jahr händisch auf den Weg gezogen.
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Rund 40 Männer holten am 11. Oktober den Baum für das bevorstehende Blochziehen am 25. Jänner 2026 aus dem Fisser Wald.
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Hermann Krismer brachte die 30 Meter lange Zirbe zu Fall.
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Die Besonderheit des Fisser Blochziehens ist unter anderem eine wechselnde Leitfigur. Im Jahr 2026 wird dies erstmals der Fuhrmann sein.
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Bei der Pressekonferenz gaben Martin Pregenzer (Obmann Fisser Blochziehen), Thomas Wachter (stv. Obmann Fisser Blochziehen), Simon Schwendinger (Bürgermeister Fiss) und Hermann Kirschner (stv. Obmann TVB Serfaus-Fiss-Ladis) Einblicke in die Fisser Tradition.
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Der Zusammenhalt beim Blochholen ist spürbar.
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Setzen sich maßgeblich für das Gelingen des am 25. Jänner 2026 stattfindenden Blochziehens ein: v.l. Bürgermeister von Fiss Simon Schwendinger, Ehrenobmann des Fisser Blochziehens Christian Kofler, Obmann-Stv. des Fisser Blochziehens Thomas Wachter, Hermann Krismer, Obmann des Fisser Blochziehens Martin Pregenzer und Waldaufseher Konrad Geiger.
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Baum fällt
Am 11. Oktober fällten rund 40 Fisser Männer den Baum für das bevorstehende Blochziehen am 25. Jänner 2026 und brachten die 30 Meter lange und sechs Tonnen schwere Zirbe ins Dorf.
Waldaufseher Konrad Geiger prüfte im Vorhinein genauestens, welche Zirbe aus dem Fisser Bestand die „Hauptrolle“ beim kommenden Blochziehen spielen wird. Nach dem traditionellen Dankesgebet brachte Hermann Krismer den Baum gekonnt zu Fall. Anschließend wurde dieser händisch auf den Weg gezogen und in das 1.000-Seelen-Dorf Fiss gebracht. Für den Obmann des Fisser Blochziehens Martin Pregenzer ist es das erste Erwachsenen-Blochziehen unter seiner Führung: „Das Blochholen stellt den Startschuss für das Blochziehen 2026 dar und ist immer ein besonderer Tag. Von nun an rückt der Veranstaltungstag immer näher und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – der Zusammenhalt ist spürbar.“
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Fasnacht mit jahrhundertealter Geschichte
Die Tradition des Blochziehens reicht bis in vorchristliche Zeiten zurück, als Teil der Frühjahrs- und Fruchtbarkeitsfeste. Der Bloch steht dabei symbolisch für den Pflug, der die Felder zur Aussaat aufbricht. Darüber hinaus geht es um den Kampf des ersehnten Frühlings gegen den Winter, des Wachstums gegen den Verfall, der guten Kräfte gegen die bösen. „Das Fisser Blochziehen hat einen hohen ideellen Stellenwert für unsere Region. Wir bringen Einheimische und Gäste zusammen und feiern gemeinsam eine Tradition, die tief bei uns verankert ist“, so Hermann Kirschner, Obmann-Stellvertreter des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis.
Traditioneller Ablauf
Das Blochziehen selbst folgt einem althergebrachten Ablauf: Am Tag des Festes laufen die Schallner, die Mohrelen und der Bajatzl um Punkt 12.30 Uhr durch Fiss und kündigen den Beginn des Zuges an. Beim Kulturhaus treffen sich dann alle Fasnachter und werden vom Fuhrmann an ihre Positionen beim Bloch gewiesen. Während des Umzugs treiben der Bajatzl und seine Gefährten ihre Späße und bringen die Zuschauer:innen zum Lachen. Den ersten Halt macht der Zug am Platzbrunnen, damit die Bärentreiber, Jäger und Mohrelen die Chance haben, Jagd nach dem Bären zu machen.
Neben dem Bären wird auch der Miasmann, der wilde Mann, schließlich vor den Bloch gespannt, um ihn durch das Dorf zu ziehen. Doch der Bär verträgt sich nicht mit dem Miasmann. So haben Bärentreiber und Fuhrmann alle Hände voll zu tun, Ruhe und Ordnung zu schaffen, damit der Bloch weitergezogen wird. Währenddessen probieren andere Figuren den Zug zu stoppen, wie die Hexen, die ständig versuchen, Bär und Miasmann von ihren Ketten zu befreien, oder der Schwoaftuifl, der mit aller Kraft versucht, den Zug zu stoppen. Ziel ist schließlich der Fonnesplatz im Ortszentrum, wo der Bloch anschließend versteigert wird und dessen Erlös diversen Projekten der Dorfgemeinschaft zugutekommt.
„Wir laden alle ganz herzlich nach Fiss ein, um eine der größten Tiroler Fasnachten mitzuerleben und Teil dieser einzigartigen Tradition zu sein“, so Bürgermeister Simon Schwendinger abschließend.
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