Zwischen Südtiroler Platz und Bozner Platz steht das RAIQA kurz vor der Fertigstellung. Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG baut damit nicht nur eine neue Zentrale, sondern schafft ein lebendiges Quartier für Innsbruck. Im Rahmen einer Forum Land Veranstaltung konnte vergangene Woche die Baustelle besichtigt werden.
15 regionale, nationale und internationale Architekturbüros wurden im Rahmen eines Wettbewerbs ins Boot geholt, überzeugen konnte das Architekturbüro Pichler & Traupmann. Die frühere Passage, die täglich bis zu 10.000 Menschen durchschreiten, soll durch das neue Raiffeisen-Quartier zum hochwertigen Lebensraum werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Nachhaltigkeit, Qualität, Regionalität, Innovation und Nähe.
Dass vor allem Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt, bestätigt die Deklaration klimaaktiv-Gebäudestandard Gold, welche bereits in der Planungsphase erreicht werden konnte. Insgesamt wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und des auf Rückbau spezialisierten Unternehmen BauKarussell das Konzept des Social Urban Mining verfolgt. Jedes einzelne Bauelement – von der Bodenplatte über den Kabelschacht bis hin zur bekannten Glasbrücke in der Schalterhalle – wird Stück für Stück erfasst und so weit als möglich einer Wiederverwertung zugeführt.
Blick auf den Schalungstisch für den ab dem 6. Obergeschoß auskragenden Hammerkopf mit Unterstellungsmaterial von ca. 100 Tonnen.
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Der sogenannte Turm, das ehemalige Bestandsgebäude der RLB, wurde bis auf das Stahlbeton-Skelett aus 78 über 15 Meter frei gespannten Trägern zurückgebaut, parallel entstehen die Neubauteile.
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Raika
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Blick vom überdachten Bereich Richtung Boznerplatz
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Die Führung übernahm Ing. Florian Flunger-Lang, kaufmännischer Projektleiter.
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Nachhaltige Entwicklung
Neben der schieren Größe macht vor allem das nachhaltige Gesamtkonzept das RAIQA zu einem Leitprojekt. Und trifft damit den Puls der Zeit: nachhaltige Quartiersentwicklung im Städtebau setzt auf Bauen im Bestand. Also darauf, Gebäude zu sanieren, zu revitalisieren und sie einer neuen Nutzung zuzuführen, um wertvolle Ressourcen einzusparen sowie zusätzliche Bodenversiegelung zu vermeiden. Vor allem in Großstädten werden umfangreiche Entwicklungsprojekte mittlerweile ganzheitlich geplant und verschiedene Nutzungsformen wie Wohnen, Einkaufen und Arbeiten räumlich vereint.
Auch die Raiffeisen-Landesbank Tirol verfolgte schon in der Planung den Ansatz, möglichst viele Teile des bestehenden Gebäudes wiederzuverwenden. Der sogenannte Turm, das ehemalige Bestandsgebäude der RLB, wurde bis auf sein Stahlbeton-Skelett behutsam zurückgebaut, während parallel bereits am Neubau gearbeitet wurde. Um das verbleibende Turmskelett werden später teilweise die Zimmer des geplanten Hotels in Holzhybridbauweise angeordnet.
Ein architektonisches Highlight ist der sogenannte Hammerkopf. Dieser lädt ab Adamgasse in das Quartier und kragt ab dem sechsten Obergeschoß der insgesamt neun Stockwerke aus. Die statischen Anforderungen sind beachtlich: da es sich um einen sogenannten „auskragenden Baukörper“ handelt, wurde während der Errichtung mit einer komplexen Unterstellung aus 100 Tonnen Stahl gearbeitet, die den Hammerkopf so lange stabil hielten, bis die Bauarbeiten soweit fortgeschritten waren, dass er sich selbst tragen konnte. Der schwebende Gebäudeflügel bildet so ein öffnendes und Raum schenkendes Element.
Ein Quartier für alle
Die Gesamtnutzfläche des Gebäudes beträgt 23.098m3, davon entfallen 14.925,48m2 auf die RLB und 4.856,91m2 auf das Hotel. Im vierten Obergeschoss entstehen modern ausgestattete Veranstaltungsräume – ideal für Meetings, Workshops, Vorträge oder größere Events. Vorgesehen sind zudem Flächen für Einzelhandel, Dienstleister und Gastronomie – auch hier wird der Fokus auf Regionalität gelegt. Das RAIQA steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Weg von der Idee eines geschlossenen Bankgebäudes hin zu einem offenen Quartier, das Vielfalt und Gemeinschaft fördert.
Zahlen, Daten, Fakten
Projektstart 2018, Architekturwettbewerb 2019, Einreichung 2020, Baustart 2022
Brutto-Rauminhalt (BRI) ÖN1800 166.394 m³
Gesamtnutzfläche des Gebäudes: 23.098 m² (davon RLB 14.925,48 m² und Hotel 4.856,91 m²)
Gesamtnettoraumflächen des Gebäudes: 32.640 m²
Höchster Punkt des Gebäudes 39,13 m
Tiefgarage auf zwei Ebenen in den Untergeschossen mit 233 PKW-Abstellplätzen
(davon 109 öffentlich, 53 für Hotelgäste, 53 mit E-Anschluss und 9 barrierefreie AP)täglich mehr als 250 Fachkräfte vor Ort
Während der Rohbauphase 5 Kräne die bis zu 20 Tonnen Last tragen
Kennzahlen Rohbau: 30.000 m³ Beton, 5.000 t Baustahl
Vorplatz/Passage mit 1.720 m² (davon 1.270 m² überdacht)
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