Ein Report vom Verein „Land schafft Leben“ belegt erneut: Ohne bäuerliche Bewirtschaftung droht der Verlust der Kulturlandschaft und damit eines wesentlichen Treibers des Tourismusmotors.
Eine Brettljause auf der Alm – das ist nicht nur unter den Einheimischen beliebt, sondern auch bei den Gästen aus dem Ausland. Die Zutaten, meistens Speck, Salami, Eier und Käse, stammen vielfach von heimischen Bäuerinnen und Bauern. Allerdings trifft dieser Idealfall preisbedingt nicht überall zu. Der Verein „Land schafft Leben“ zeigt in seinem vergangene Woche präsentierten Bericht auf 150 Seiten, wie eng Landwirtschaft und Tourismus verwoben sind und wo es derzeit hakt.
Bevor es zu den Details geht, ist klarzustellen: Die Almwirtschaft ist ein Kreislauf. Die Bauern bringen ihre Tiere auf die Alm, sorgen dafür, dass die Kulturlandschafft gepflegt wird und liefern zugleich Milch oder Fleisch an die Konsumenten, zur Freude von Touristikern und Verbrauchern.
Herkunftskennzeichnung erneut gefordert
Österreich kann sich grundsätzlich mit regionalen Lebensmitteln versorgen, doch die kleinstrukturierte Landwirtschaft und das hohe Lohnniveau machen heimische Produktion kostenintensiv, heißt es vom Verein. Exemplarisch führt man die Legehennenhaltung an: Während in Österreich seit 2009 keine Käfighaltung mehr erlaubt ist, werden täglich rund 1,2 Millionen Käfig-Eier importiert.
Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sei laut Hannes Royer, Gründer von „Land schafft Leben“, entscheidend, da Billigimporte den Markt unter Druck setzen und ein „Trend zu niedrigeren Qualitätsstufen“ erkennbar sei. Besonders Gastronomiebetriebe, die freiwillig auszeichnen, greifen demnach bevorzugt auf österreichische Qualität zurück. Sorgen bereiten zudem mögliche Handelsabkommen wie Mercosur, die die Wettbewerbsbedingungen für kleine Betriebe zusätzlich verschärfen könnten. Im Report werden daher bessere Rahmenbedingungen gefordert, um die kleinstrukturierte Landwirtschaft und damit die Basis für Tourismus und Kulturlandschaft langfristig zu sichern.
Wie wichtig ist der Tourismus für den Absatz Ihrer landwirtschaftlichen Produkte?
(Mehrere Antworten möglich)
Copyright © Land schafft Leben
62 Prozent kommen wegen der (Kultur-)Landschaft
Diese sei ein wesentlicher Treiber für den Tourismus im Land, wie man beim Verein betont. Laut Tourismus-Monitor-Umfrage der Österreich Werbung kommen nämlich die meisten Urlauber wegen der gepflegten Landschaft nach Österreich. Die Autoren des Reports gehen außerdem in mehreren Kapiteln auf die vielfältigen Funktionen der Almen ein und erörtern die Frage, warum Österreichs zumeist halboffene Landschaft gemeinhin als schön befunden wird. Abgerundet wird dies durch ein Kapitel, welches sich der Entstehung des Tourismus im Land widmet.
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))