Bäuerin mir Kuh

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Das Jahr der Bäuerinnen

2026 ist von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen erklärt worden. Ziel ist es, die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für Ernährungssicherheit, nachhaltige Entwicklung und den ländlichen Raum stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Auch in Österreich soll das Themenjahr dazu beitragen, die Leistungen von Bäuerinnen anzuerkennen und ihre Position in Gesellschaft und Agrarpolitik zu stärken. Frauen tragen auf landwirtschaftlichen Betrieben vielfache Verantwortung: Sie arbeiten in der Produktion, organisieren den Familienalltag, sichern die Pflege von Tieren und Natur und treiben Innovationen voran. Dennoch sind ihre Anliegen oft wenig präsent, insbesondere wenn es um Mitsprache und Entscheidungsbefugnisse geht. Das Internationale Jahr der Bäuerinnen soll genau hier ansetzen und Raum für Sichtbarkeit, Vernetzung und strukturelle Verbesserungen schaffen.

Ziel: Mehr Gleichgewicht in der Branche

In Österreich werden rund 33 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt (etwa 28.000), was einen hohen Anteil im europäischen Vergleich darstellt. Dennoch bestehe nach wie vor ein Ungleichgewicht in diesem Bereich, heißt es in einer Presseaussendung. Vor allem in den Führungsgremien landwirtschaftlicher Genossenschaften sind Frauen stark unterrepräsentiert. Die Arbeitsgemeinschaft der Bäuerinnen möchte das UN-Jahr nutzen, um diese Themen verstärkt auf die politische Agenda zu setzen. Geplant sind Informations- und Vernetzungsformate, öffentliche Diskussionen sowie Initiativen, die unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar machen. Gemeint sind dabei alle, die in der Landwirtschaft tätig sind: Voll- und Nebenerwerbsbäuerinnen, junge und ältere Frauen, mitarbeitende Familienangehörige ebenso wie jene, die neue Wege in Direktvermarktung oder regionalen Kreisläufen gehen.

Das Internationale Jahr der Bäuerinnen versteht sich als Einladung, genauer hinzusehen und zuzuhören. Es stellt Fragen nach Arbeitsbedingungen, Zukunftsperspektiven und gesellschaftlicher Anerkennung und will einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit leisten. Für Österreich biete 2026 damit die Chance, die Leistungen von Bäuerinnen nicht nur zu würdigen, sondern langfristig bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu schaffen.