Kitzrettung Tiroler Oberland

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Rehkitzrettung aus der Luft im Tiroler Oberland

Mit Unterstützung von Wärmebilddrohnen werden jährlich zahlreiche Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt. Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr.

In den Bezirken Landeck und Imst setzen sich die Mitglieder des 2023 gegründeten Vereins „Kitzrettung Tiroler Oberland“  ehrenamtlich dafür ein, Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Für Obmann Heinrich Althaler ist das eine Herzensangelegenheit: „Unser Ziel ist es, Tierleid zu verhindern. Während der Mähsaison stehen wir früh auf und kontrollieren die Wiesen mittels Drohne. Finden wir ein Kitz, wird es in einer Kiste gesichert und der Landwirt kann gefahrlos mähen. Wer einmal ein Kitz gerettet hat, weiß genau, dass sich der Einsatz gelohnt hat.“ Dabei geht es nicht nur um Rehkitze, gefunden werden können auch etwa Hasen und Bodenbrüter.

Kostet nur einen Anruf

Die Wärmebildkamera biete dabei einen entscheidenden Vorteil, so Althaler: „Rehkitze drücken sich instinktiv ins hohe Gras und sind bei einer Begehung zu Fuß oft kaum zu entdecken.“ Mittels Drohne können große Flächen in kurzer Zeit überprüft werden. „Das ist eine hochmoderne und sinnvolle Methode, die den Landwirt nur einen Anruf kostet“, so Heinrich Althaler.

 Im Gründungsjahr 2023 konnten so 161 Rehkitze bei 1433 abgeflogenen Hektar gerettet werden. 2024 konnten die Zahlen bereits auf 253 gerettete Rehkitze bei 1981 Hektar erhöht werden. 110 Mitglieder zählt der Verein heute, insgesamt stehen 16 Drohnen zur Verfügung.

Die Hauptsaison für die Kitzretter ist dabei im Mai und Juni. Die meisten Einsätze finden in den frühen Morgenstunden statt, denn zu dieser Tageszeit ist es am einfachsten, die Kitze in der noch relativ kalten Wiese aufzuspüren. Für Piloten und Helfer bedeutet das während der Saison oft kurze Nächte, um früh zu den Einsätzen aufzubrechen. 

Auch bei sehr kurzfristig angesetzten Mäharbeiten am Nachmittag oder Abend ist die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen hoch, um möglichst schnell vor Ort zu sein und die Rehkitze trotz erschwerter Bedingungen zu retten. 

Kitzrettung in Tirol

Unter www.rehkitzrettung.at können sich Drohnenpiloten für die Kitzrettung anmelden und Jäger sowie Landwirte verfügbare Personen in ihrer Region finden.

2025 wurden österreichweit von den registrierten Piloten bei 1.247 Drohneneinsätzen insgesamt 9.805,5 ha Wiese überflogen. Dabei konnten 1.582 Rehkitze gefunden und gerettet werden. Der Anteil, der auf die Tiroler Piloten fällt, beläuft sich auf 7.527,2 ha Fläche sowie 1.188 gerettete Rehkitze.

Der 9. Juni 2025 war besonders fordernd: Für 1.628 überflogene Hektar und 308 Rehkitze waren 40 Piloten in ganz Tirol teils ganztägig im Einsatz.

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