A person scraping leftover food from a plate into a trash bin, including rice, vegetables, and a breaded item, with a fork in hand.

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Lebensmittel sind wertvoll

Eine aktuelle iglo-Studie fand heraus, dass heute deutlich mehr Österreicher als 2023 Lebensmittel wegwerfen.

Anlässlich des Welttages gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September und der aktuellen iglo-Studie, die einen deutlichen Anstieg an weggeworfenen Lebensmitteln in Österreich zeigt, mahnt Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl zu mehr Bewusstsein im Umgang mit Nahrungsmitteln:

„Jedes Lebensmittel ist ein wertvolles Gut. Hinter jedem Laib Brot, jeder Milch und jedem Stück Fleisch stehen bäuerliche Familienbetriebe, die mit ihrer täglichen Arbeit nicht nur hochwertige Lebensmittel produzieren, sondern auch unsere Kulturlandschaft pflegen und die regionale Wertschöpfung sichern. Wer Lebensmittel achtlos wegwirft, wirft damit auch die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern weg“, so Raggl.

Die aktuelle iglo-Studie macht den Handlungsbedarf deutlich: Acht von zehn Österreichern (80 %) werfen Lebensmittel weg – deutlich mehr als 2023 (68 %). Besonders betroffen ist die junge Generation: Neun von zehn unter 30-Jährigen geben an, in den letzten drei Monaten Lebensmittel entsorgt zu haben. Mit steigendem Alter sinkt dieser Anteil deutlich – bei den über 60-Jährigen sind es „nur“ noch 67 %. Auch die Haushaltsgröße spielt eine Rolle: Während in Ein-Personen-Haushalten 65 % Lebensmittel wegwerfen, sind es in größeren Haushalten mit drei oder mehr Personen bereits 88 %.
Die häufigsten Gründe für Lebensmittelverschwendung sind verdorbene oder schimmelige Produkte (60 %), gefolgt von vergessenen Lebensmitteln (27 %) sowie zu großen Mengen beim Kochen (16 %). Besonders oft landen Obst und Brot/Gebäck (je 37 %), aber auch Gemüse (30 %), Milchprodukte (24 %) und Selbstgekochtes (23 %) im Müll.

Bewusstseinsbildung

Raggl betont daher die Notwendigkeit von mehr Lebensmittelkompetenz und Bewusstsein für regionale Kreisläufe: „Regionale bäuerliche Erzeugnisse sind Teil eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufs. Wenn wir diese wertschätzen, stärken wir nicht nur unsere Landwirtschaft, sondern auch die Regionen, in denen wir leben. Entscheidend ist, dass wir bereits im Kindesalter noch mehr Verständnis für Herkunft, Produktion und den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln vermitteln – etwa durch einen stärkeren Fokus an unseren Schulen. Das ist eine wahre Schule fürs Leben.“

Darüber hinaus verweist der Bauernbunddirektor auf die sicherheitspolitische Dimension: „Eine hohe Selbstversorgung mit Lebensmitteln ist entscheidend für die nationale Sicherheit. Nur wenn wir in der Lage sind, uns selbst mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen, bleiben wir in Krisenzeiten unabhängig und handlungsfähig.“

Ein zentrales Anliegen des Bauernbundes bleibt auch die verpflichtende Herkunftskennzeichnung neben der Gemeinschaftsverpflegung auch in der Gastronomie. Raggl: „Konsumentinnen und Konsumenten haben ein Recht darauf zu wissen, woher ihr Essen kommt. Nur so können sie bewusst entscheiden, welche Landwirtschaft sie unterstützen wollen – unsere heimische bäuerliche Produktion oder Billigimporte ohne nachvollziehbare Standards.“

Raggl appelliert abschließend an Konsumentinnen und Konsumenten, achtsam mit Lebensmitteln umzugehen und verstärkt auf regionale Produkte zu setzen: „Lebensmittelverschwendung zu reduzieren ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärkt auch unsere bäuerlichen Familienbetriebe, die unser Land ernähren und unsere Kulturlandschaft bewahren. Der Welttag gegen Lebensmittelverschwendung erinnert uns daran: Jedes weggeworfene Lebensmittel ist ein Stück Heimat, das verloren geht. Unser Tipp: lieber weniger einkaufen, dafür das, was man einkauft, mit hoher Qualität – und nicht dem Aktionismus zum Opfer fallen.“

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