2021 wurden im Rahmen von FrauTIROLER bereits 55 Projekte in Tirol und Südtirol unterstützt. Nun folgt die Neuauflage, diesmal für den gesamten Euregio-Raum. Gesucht werden Initiativen, die Frauen und Kinder stärken, begleiten und befähigen – von der Gewaltprävention über Bildungsprojekte bis hin zu Unterstützungsangeboten im ländlichen Raum.
Schwierige Erreichbarkeit am Land
„Im bäuerlichen Lebensumfeld ist es oft schwierig, Betroffene zu erreichen“, so Andrea Laske, Vertreterin der FrauTIROLER-Jury und Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol. Familien leben am Hof häufig in enger wirtschaftlicher Abhängigkeit voneinander. Viehhaltung, Stallarbeit und Bewirtschaftung lassen sich alleine kaum stemmen – wer Hilfe sucht, fürchtet, damit den Betrieb oder das soziale Gefüge zu gefährden. Hinzu kommt die Scheu, Außenstehende in private Konflikte einzubeziehen.
„Im Gewaltschutzzentrum Tirol begleiten wir jedes Jahr rund 1.600 Menschen, die von häuslicher Gewalt und beharrlicher Verfolgung betroffen sind. Diese Gewalt ist vielschichtig – sie zeigt sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, sexualisiert und ökonomisch. Für viele Betroffene in langjährigen, gewaltvollen Beziehungen ist eine Trennung kaum leistbar. Umso wertvoller sind Initiativen wie FrauTIROLER der TIROLER VERSICHERUNG, die Betroffenen Mut machen, stärken und befähigen“, so Andrea Laske.
„Unser Bestreben ist es, in die Zukunft zu investieren und Mut zu machen. Mit einer Initiative, die Frauen und Kindern zugutekommt. Eine Initiative, die gelebte Chancengerechtigkeit fördert, Hilfe zur Selbsthilfe bietet und den Kampf gegen Gewalt ebenso unterstützt wie Schutz und Hilfe für die Opfer“, bringt Vorstand Isolde Stieg den Grundgedanken der Aktion auf den Punkt.
„Gerade in der Unterstützung für Kinder und Frauen leisten viele Menschen ehrenamtlich Unglaubliches. Diesen Initiativen wollen wir eine Bühne geben und Wertschätzung zeigen“, erklärt Vorstand Franz Mair.
Jury und Online-Voting
Wie die 100.000 Euro verteilt werden, entscheidet eine Fachjury gemeinsam mit einem Online-Voting. Teil der Jury sind neben Laske auch Ernst Huber vom Verein Mannsbilder und Katharina Lhotta vom Verein Aranea. Einreichungen sind bis 30. Oktober möglich, ab 5. November können alle Menschen in der Europaregion für ihre Favoriten abstimmen. Die Preisverleihung erfolgt im Jänner 2026.
Nähere Informationen und Einreichungen: frautiroler.info
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