Auf Oberösterreichs Straßen wurden im Jagdjahr 2024/25 insgesamt 11.825 Wildtiere getötet, die meisten davon im Bezirk Braunau am Inn, gefolgt von Schärding und Grieskirchen. Auch Personen kamen dabei zu Schaden: Im Vorjahr waren es hierzulande 92, die verletzt wurden.
Bremsen und abblenden, keine Ausweichmanöver
„An trüben Herbsttagen ist besondere Vorsicht angesagt, denn durchschnittlich 47 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden ereignen sich bei Dunkelheit und elf Prozent bei Dämmerung“, erklärt Christian Schimanofsky, Direktor vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Bei einer Kollision mit einem wuchtigen Hirsch oder Reh ist die Gefahr groß, dass dabei auch Personen zu Schaden kommen. Sobald ein Tier vor einem auftaucht, empfiehlt der Experte daher wie folgt zu reagieren: „Sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen“, so der Experte. Keinesfalls sollte man Ausweichmanöver einleiten, weil das zu Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder Bäumen führen kann. Außerdem sind Wildtiere wie Reh- und Rotwild oft im Rudel unterwegs. „Wer zu schnell unterwegs ist, hat selbst zu wenig Zeit zu reagieren“, so Schimanofsky. Letztlich ereignen sich fast 40 Prozent aller Wildunfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit und mehr als 50 Prozent aufgrund von Unachtsamkeit und Ablenkung.
Wildtiere bleiben auf der Straße instinktiv stehen
Der KFV-Direktor verweist auch auf den Instinkt der Tiere. „Wildtiere bleiben beim Wechsel des Untergrundes – und damit auch beim Betreten einer Straße – erst einmal instinktiv stehen. Ebenso beim Blenden mit Scheinwerfern, da sie durch das Licht faktisch blind und orientierungslos sind.“
Aber nicht nur Fahrzeuglenkende können einiges zur Unfallprävention beitragen, sondern auch Personen, die abseits der gekennzeichneten Wege Schwammerl suchen, Mountainbiken, wandern oder mit freilaufenden Hunden unterwegs sind. Denn durch solche in der Natur werden Wildtiere zur Flucht veranlasst und laufen dann über die Straßen. Nicht zuletzt ist es die zunehmende Verbauung, die tagaktive Tiere nachtaktiv werden lässt und damit die Wildwechsel-Gefahr in der Nacht erhöht.
Polizei muss auf jeden Fall verständigt werden
Kommt es zu einer Kollision, gilt: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und gegebenenfalls Verletzte versorgen. Die Polizei muss auf jeden Fall verständigt werden, ansonsten macht man sich strafbar und bekommt auch keinen Schadenersatz durch die etwaige Versicherung. Selbst wenn das Tier nur angefahren wurde und noch weglaufen konnte, muss die Polizei verständigt werden.
„Die Leistungen der Jäger im Zusammenhang mit dem Wildwechsel sind vielfältig. Neben der Wartung der Wildwarnreflektoren ist es wichtig, sich für die Lebensräume der Wildtiere, deren Lenkung sowie die richtige jagdliche Bewirtschaftung einzusetzen. Das kann nur funktionieren, wenn die Gesellschaft Wildtiere und deren Bedürfnisse respektiert“ sagt Oberösterreichs Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner.
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