Stephan Pernkopf in einer Gesprächssituation

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Pernkopf fordert billigere Stromtarife

Die Inflation ist mittlerweile Dauergast in Österreich. Ein neuer Stromtarif des Verbunds könnte am Markt für neue Impulse sorgen, sofern andere Anbieter nachziehen. Das wird auch in Niederösterreich verlangt.

Im Dezember kletterte die Inflation in Österreich wieder einmal nach oben. Eine Schnellschätzung der Statistik Austria weist eine Teuerungsrate von 3,8 Prozent aus. Damit liegt die Inflation erstmals seit Juli 2025 wieder unter der Vier-Prozent-Marke. Zwar dämpften Treibstoffe den Energiepreisanstieg, doch die Strompreise blieben hoch. Dienstleistungen blieben der wichtigste Preistreiber, die Kerninflation lag bei 3,2 Prozent.

Noch 2024 war die Lage deutlich entspannter. Die durchschnittliche Teuerungs-rate lag bei 2,9 Prozent, nach 7,8 Prozent 2023 und 8,6 Prozent 2022. Im Jahresverlauf 2024 sank die Inflation kontinuierlich, von 4,6 Prozent im Jänner auf 1,8 Prozent im September und Oktober. Erst im Dezember stieg sie leicht auf 2 Prozent. Hauptgrund war der Rückgang bei den Energiepreisen, vor allem bei Haushaltsenergie wie Gas, Fernwärme und festen Brennstoffen. Nicht zuletzt wegen der Beihilfen aus der öffentlichen Hand.

Neuer Tarif, neuer Impuls

Gerade weil die Inflation wieder anzieht, gewinnt ein neues Angebot am Energiemarkt besondere Bedeutung. Der teilstaatliche Energieanbieter Verbund bringt ab März einen neuen Stromtarif auf den Markt, unter 10 Cent pro Kilowattstunde sollen verrechnet werden, statt bisher 15,6 Cent. Das sei nicht nur ein Preis, sondern ein Signal, munkeln Branchenkenner. Ein so günstiger Tarif setzt die Branche unter Zugzwang und könne so letztlich das gesamte Strompreisniveau beeinflussen.

LH-Stellvertreter und Energielandesrat Stephan Pernkopf sieht darin eine Chance für die Bevölkerung: „Der neue Tarif wird den Markt unter Druck setzen. Wettbewerb ist gut und muss zu billigeren Preisen führen.“ Besonders in Niederösterreich, wo viele Familien und Betriebe unter steigenden Energiekosten leiden, ist das ein Thema mit großer Brisanz. Pernkopf betont den sozialen Aspekt: „Das Leben muss wieder leichter werden. Strompreise sind dabei ein wichtiger Punkt, der jeden und jede betrifft.“

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Viele blicken dieser Tage mit Sorge auf ihre Energierechnung.

EVN reagiert – reicht das?

Der niederösterreichische Energieversorger EVN reagierte bereits: Im Jänner wurde der Strompreis im Vergleich zum Jänner 2025 um 12 Prozent gesenkt. „Wir geben auch künftig Preisvorteile an unsere Kundinnen und Kunden weiter“, sagte EVN-Sprecher Stefan Zach gegenüber der APA. ÖVP-Energiesprecher Josef Edlinger forderte die EVN dazu auf, dem Verbund „zu folgen und die Preise zu senken“.

Ob die Branche tatsächlich in eine neue Preisrunde geht, hänge nun davon ab, wie viele Anbieter nachziehen und wie sich die Energiepreise insgesamt entwickeln. Denn ein einzelner günstiger Tarif reiche noch nicht, um die Teuerung dauerhaft zu bremsen.

Entlastung bringt Nebenwirkungen

Die Regierung plant eine Senkung der Elektrizitätsabgabe, die Privathaushalte um 93,3 Prozent und Unternehmen um 45,3 Prozent entlasten soll. Insgesamt ergeben sich dadurch 520 Millionen Euro Entlastung, die aber wegen geringerer Abgabenvergütung um rund 110 Millionen Euro kleiner ausfallen dürfte, schreibt der Budgetdienst des Parlaments. Positiv sei, dass die Stromkosten dadurch 2026 um etwa 5 Prozent sinken könnten und die Gesamtinflation um rund 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen dürfte, so die Budget-Experten.