Weltbienentag 2026: Gemeinsam für Bienen und Artenvielfalt

Österreichs Bäuerinnen und Bauern leisten einen enormen Beitrag zur Biodiversität, doch der Schutz der Wildbienen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zum Weltbienentag rufen Expertinnen auf, auch im eigenen Garten Verantwortung zu übernehmen.

Wildbiene auf Blüte

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Österreichs Bäuerinnen und Bauern setzen sich täglich für eine vielfältige Kulturlandschaft ein. Mehr 240.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche werden hierzulande gezielt zur Biodiversitätsförderung genutzt. Blühstreifen, Feldraine und extensiv bewirtschaftete Wiesen sind dabei nur einige Beispiele, wie die Landwirtschaft aktiv Lebensräume für Bienen und andere Bestäuber schafft und erhält.

Wildbienen brauchen alle

Trotz dieser Bemühungen stehen Österreichs rund 700 Wildbienenarten unter Druck. Anders als Honigbienen, die von Imkerinnen und Imkern betreut werden, sind Wildbienen vollständig auf intakte Lebensräume angewiesen. Zwischen 2022 und 2025 wurden täglich rund 6,5 Hektar Fläche verbaut, etwa die Hälfte davon dauerhaft versiegelt. Das sind Flächen, die damit weder für die Landwirtschaft noch für die Natur zur Verfügung stehen. „Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern überhaupt. Sie sind auf Blüten als Nahrungsquelle angewiesen. Ihre Lebensräume verschwinden jedoch zunehmend", erklärt Biologin und Bestäubungsexpertin Kathrin Grobbauer. Gefragt sei deshalb die gesamte Gesellschaft.

Biodiversität sichert die Lebensmittelversorgung

Was auf den ersten Blick wie ein reines Naturschutzthema wirkt, hat unmittelbare Auswirkungen auf den Teller. Bestäuber wie Wildbienen sind die unverzichtbare Grundlage für Obst, Gemüse und viele andere Lebensmittel. „Ob heimisches Obst, blühende Gärten oder unsere Kulturlandschaft, ohne Bienen und die unzähligen Bestäuberinsekten wäre all das nicht denkbar", betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer Weninger, Obfrau des Bienenzentrums Oberösterreich. Auch Konsumentinnen und Konsumenten können direkt beitragen, denn wer bewusst zu heimischen und saisonalen Produkten greift, unterstütze eine vielfältige Landwirtschaft und setze damit ein klares Signal für bestäuberfreundliche Produktionsweisen. 

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Ein Insektenhotel im Garten ist eine gute Wildbienen-Nisthilfe.

Im eigenen Garten Großes bewirken

Die gute Nachricht zum Weltbienentag: Jede und jeder kann sofort einen Beitrag leisten und das ganz ohne großen Aufwand. „Ein paar wilde Ecken mit heimischen Blühpflanzen, Totholz, Steinhaufen oder Wasserstellen machen schon einen großen Unterschied und schaffen wertvolle Lebensräume", so Grobbauer. „Vielfalt im Garten bedeutet nicht, dass er komplett unordentlich sein muss, sondern dass man das Natürliche zulässt und fördert." Was Bäuerinnen und Bauern auf ihren Feldern bereits vorbildlich umsetzen, kann also auch im Kleinen wirken. Jeder Quadratmeter blühender Garten ist ein Gewinn für Bienen, für die Natur und letztlich für alle.

Haben Sie in Ihrem Garten bereits einen Platz für Wildbienen?

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