Holzernte mit Seilkran

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ÖBF: Weniger Einschlag, aber gutes Ergebnis

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) haben ihre Bilanz für 2025 präsentiert. Ein Blick auf die wichtigsten Zahlen und was sie wirklich aussagen.

„2025 war wieder eines der besten Jahre in der Geschichte der Bundesforsten“, so Georg Schöppl, ÖBf-Vorstandssprecher und Vorstand für Finanzen und Immobilien heute Mittwoch bei der Bilanz-Pressekonferenz in Wien. Dennoch mussten gegenüber 2024 Abstriche hingenommen werden. So ging die Betriebsleistung um 8,2 Prozent auf 341,5 Millionen Euro und der Gewinn vor Steuern (EBT) um 13,3 Prozent auf 42,9 Millionen Euro zurück. Die Eigenkapitalquote stieg hingegen um 2,7 Prozentpunkte auf 65,6 Prozent.

Wo das meiste Geld verdient wurde

Den größten Beitrag zum Betriebserfolg lieferten Immobilien und Tourismus mit 35,1 Millionen Euro, gefolgt von Erneuerbarer Energie mit 8,2 Millionen Euro. Dienstleistungen waren 2025 leicht negativ – 400.000 Euro Verlust wurden dort eingefahren –, während der Bereich Forst/Holz einen positiven Beitrag von 400.000 Euro ablieferte.

Weniger Einschlag, aber guter Preis

Wie auch schon in den vergangenen Jahren zeigte sich der Forst- und Holzbereich sehr volatil. 2025 konnte eine Betriebsleistung von 214,8 Millionen Euro erzielt werden, gegenüber 2024 ist das ein Rückgang von 7,9 Prozent. Die eingeschlagene Menge Holz lag mit 1,8 Millionen Erntefestmetern (Efm) rund zehn Prozent unter dem Vorjahr. Sie konnte aber relativ teuer verkauft werden, der ÖBF-Durchschnittspreis über alle Sortimente (frei Straße) lag bei 91,2 Euro/Efm. 56 Prozent wurden als Sägerundholz verkauft, 30 Prozent als Industrieholz – nur zwölf Prozent gingen als Energieholz aus dem Wald.

Kleinere Ernte und Kapazitätsausbau reduzierten Gewinn

Der Bereich Forst/Holz ist stark vom Management des Klimawandels geprägt. „Das zeigte sich 2025 einerseits in der Reduktion der Holzerntemenge – wir konnten die günstigere Schadholzsituation nutzen und mehr Holzvorrat im Wald belassen. Durchforstungen und andere waldbauliche Maßnahmen konnten im Rahmen der regulären Erntemengen trotzdem wie geplant durchgeführt werden“, erklärte Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. Zudem seien die Kapazitäten weiter ausgebaut worden. „In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in unseren Wäldern arbeiten, um mehr als zehn Prozent gestiegen. Beides wirkt sich auf die wirtschaftlichen Kennzahlen aus, ist aber wesentlich für die Anpassung und Stabilisierung unserer Wälder“, so Gruber.

 Weniger Schadholz

2025 blieben größere Schadereignisse aus. Trotzdem verzeichneten die ÖBf einen Schadholzanteil von rund 50 Prozent, etwa 900.000 Efm. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahrswert von 75 Prozent ist zwar beachtlich, mit rund der Hälfte der Erntemenge markiert der Wert aber das „neue Normal“ im Klimawandel. Jeweils etwa ein Drittel der Schadmenge ist auf Borkenkäferbefall bzw. Sturmschäden zurückzuführen, rund ein Viertel entfällt auf Schneebruch (circa 230.000 Efm). Die verbleibende Menge ergibt sich aus Fangbäumen gegen den Borkenkäfer sowie weiteren Schadursachen. 

Aussicht

2026 sind die ÖBf mit guten Holzpreisen und geringen Schadholzmengen in das Jahr gestartet. Aufgrund der sehr trockenen Witterung im Winter und Frühjahr könnte heuer der Borkenkäfer allerdings noch ein größeres Problem werden. Zudem wird mit sinkenden Holzpreisen gerechnet.

Weiterhin wollen sich die ÖBf angesichts des Klimawandels mit aller Kraft dem Jahrhundertprojekt „Wald der Zukunft“ widmen. Struktur- und artenreiche Wälder sind das Ziel.   „Um die wichtigen Leistungen des Waldes langfristig zu sichern, brauchen wir wirtschaftlichen Erfolg und gute Erträge, die wir reinvestieren können. Deshalb setzen wir weiter auf den Ausbau erneuerbarer Energie und auf nachhaltige Immobilienprojekte“, erklärte Schöppl.

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