BauernZeitung: Welche Bedeutung hat das Waldbier für Österreich?
Schöppl: Uns ist es wichtig, den Wald zu den Menschen zu bringen. Das gelingt nicht nur, indem man die Menschen in den Wald hinausführt, sondern indem man das, was im Wald geschieht, so gut übersetzt, dass auch Menschen, die mit dem Wald nicht viel zu tun haben, etwas damit anfangen können.
Warum der Name "Wald der Zukunft"?
Jede Generation hat ihr zentrales Projekt. Unseres sind zukunftsfitte Wälder. Die große Herausforderung ist der Klimawandel, und unsere Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass auch die nächsten und übernächsten Generationen Wälder wie diese haben.
Warum wurden diese Zutaten für das Waldbier gewählt?
Die Zutaten, darunter Douglasie, Tanne, Eiche, Buche und Lärche, sind zentrale Elemente für den Wald der Zukunft. Wir sind davon überzeugt, dass nur ein artenreicher Mischwald mit möglichst viel Vielfalt sicherstellen kann, dass wir auch in Zukunft gesunde und stabile Wälder haben werden.
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Die Lärchenblüte ist eine der fünf Zutaten des heurigen Waldbiers.
Warum sind heuer fünf Zutaten im Vergleich zu anderen Jahren?
Wir feiern ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Bundesforste. Diese lange Geschichte hat viel mit Vielfalt zu tun, daher haben wir heuer fünf Zutaten aus dem Wald der Zukunft statt wie sonst zwei.
Welche Empfehlungen geben Sie Forstwirten, damit diese auch im privaten Bereich klimafitte Wälder sicherstellen können?
Sich gut informieren und austauschen, dann je nach Standort möglichst für Vielfalt sorgen. Die regionalen Besonderheiten sind entscheidend, denn im Machfeld sieht der Wald der Zukunft anders aus als im Pinzgau-Hochtroben. Aber was überall gilt, ist die Vielfalt.
Wie hat sich der Wald in den letzten 100 Jahren verändert?
Vor 100 Jahren stand das wirtschaftliche Überleben im Vordergrund. Damals herrschte Hunger, eine große Krise und es ging darum, den Rohstoff Holz sicherzustellen. Seitdem kamen viele weitere Funktionen hinzu, wie die Erholungsfunktion des Waldes, Naturschutz und heute der klimafitte Wald, der dem Klimawandel standhalten kann.
Welche Herausforderungen gibt es außer dem Klimawandel noch für Forstwirte?
Ein weiteres großes Thema ist die Erhaltung der Biodiversität. Da sind wir in Österreich auf einem guten Weg. Aber nicht zu vergessen, die Nachhaltigkeit hat drei Standbeine: das ökologische Standbein des Naturschutzes, das soziale Standbein der Erholungsfunktion des Waldes und das wirtschaftliche Standbein. Wir wollen vom Wald auch in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes leben können.
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