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Forstverbände fordern Handlungsfähigkeit statt Überregulierung

Erstmals traten alle maßgeblichen Vertreter der Kärntner Forstverbände gemeinsam auf und setzten mit dem „Forstlichen Informationstag 2026“ am 21. Mai im Schloss Krastowitz ein klares Signal: Aktive Waldbewirtschaftung ist kein Widerspruch zum Klimaschutz, sondern dessen Voraussetzung.

Die Pflege der heimischen Wälder ist Teil der Lösung“, sind sich die drei Obleute der Landesforstvereine einig. Intakte Wälder übernehmen zentrale Schutzfunktionen, auch für Tourismus und Freizeitwirtschaft, die Nutzung von Holz – sowohl als Baustoff als auch als Energieträger – entlastet die Umwelt. Substitution, Holzprodukte und Wald tragen maßgeblich zur Kohlendioxid-Bindung in Österreich bei. Gemeinsam leisten diese drei Bereiche einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz.

Klimaschutz mit messbarer Wirkung

Die Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft ist belegt: Seit 1990 wurden rund 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) zusätzlich im Wald gebunden, weitere 80 Millionen Tonnen in Holzprodukten gespeichert. Durch Substitution fossiler Rohstoffe ergibt sich eine Gesamtentlastung von rund 900 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Johannes Thurn-Valsassina, Obmann Kärntner Forstverein und Arbeitgeberverband, dazu: „Dieses System der nachhaltigen Waldbewirtschaftung führt zu vorratsreichen Wäldern, langfristiger CO2-Speicherung und ermöglicht durch Holzverwendung die Substitution klimaschädlicher Materialien.“ Gleichzeitig mache es ein Leben und Wirtschaften in alpinen Regionen überhaupt erst möglich. „Wenn wir als Gesellschaft uns die Waldfunktionen erhalten wollen, benötigen wir eine handlungsfähige Forstwirtschaft und eine leistungsfähige Wertschöpfungskette. Dieses System der nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung hat sich über Jahrhunderte entwickelt und ist alles andere als selbstverständlich.“ Holz ist damit nicht nur Rohstoff, sondern zentraler Hebel im Klimaschutz – von langlebigen Bauprodukten bis zur Energiegewinnung.

Bewirtschaftung sichert regionale Wertschöpfung

Die nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung gilt als eine der erfolgreichsten Methoden zur Nutzung und Pflege von Wäldern in Mitteleuropa. Sie basiert auf fundierter Ausbildung, langjähriger Erfahrung und regionaler Wertschöpfung.

Matthias Granitzer, Obmann Waldverband Kärnten, betont die wirtschaftliche Dimension: „In Kärnten werden jährlich rund drei Millionen Erntefestmeter Holz genutzt, österreichweit sind es etwa 20 Millionen. Diese aktive Waldbewirtschaftung bildet in Kärnten die Grundlage für rund 29.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro – vor allem im ländlichen Raum. Die direkte Wertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft erreicht dabei eine ähnliche Größenordnung wie der Tourismus.“ Gleichzeitig sei die Nutzung von Holz eine der regionalsten und natürlichsten Formen des Klimaschutzes. Umso wichtiger sei es, dass Gesetzgebung und Verwaltung die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder „unterstützend begleiten“.

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Es wächst mehr zu, als genutzt wird

Mit mehr als vier Millionen Hektar Waldfläche zählt Österreich zu den waldreichsten Ländern Europas. Rund 140.000 Waldbesitzer bewirtschaften diese Flächen. Dabei wächst seit Jahren mehr Holz nach, als genutzt wird. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche in Österreich täglich um mehr als sechs Hektar zugenommen – ein klarer Beleg für nachhaltige Forstwirtschaft, die nicht übernutzt.

Eine pauschale Außer-Nutzung-Stellung von Waldflächen hätte hingegen massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen: Würden österreichweit zehn Prozent der Waldfläche stillgelegt, wären rund 27.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Klimawandel: Handeln ist erforderlich

Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bleibt der Wald Schutzraum, Wirtschaftsraum und Erholungsraum. Forstleute sprechen in diesem Zusammenhang von Multifunktionalität.

Christian Benger, Obmann Land & Forst Betriebe Kärnten, macht klar, dass die Wertschätzung und das Vertrauen in die Expertise der Forstleute wichtige Schlüssel zur Bewältigung des Klimawandels sind: „Der Klimawandel verlangt entschlossenes Handeln. Nichtstun ist keine Option. Die Gesellschaft erwartet einen gesunden Wald, der Schutz bietet, Erholung ermöglicht, Wasser speichert und den nachhaltigen Rohstoff Holz liefert.“

Die drei Obleute der Kärntner Landesforstvereine, Christian Benger, Johannes Thurn- Valsassina und Matthias Granitzer, machten für den „Forstlichen Informationstag“ Werbung. Sie sind sich mit vielen Fachleuten einig: Aktive Waldbewirtschaftung ist kein Widerspruch zum Klimaschutz, sondern unterstützt ihn wesentlich.

Christian Benger_Johannes Thurn-Valsassina_Matthias Granitzer_credit Wolfgang Jannach

Aktive Bewirtschaftung sei dabei entscheidend, um die Stabilität der Wälder zu sichern. Ohne Management drohe der Wald nicht einfach nur verloren zu gehen, sondern durch Schäden zunehmend seine Funktionen zu verlieren. Das wäre verantwortungslos.

Es ist das aktive Waldmanagement, das durch Fachwissen und jahrelange Aus- & Weiterbildung entsprechend auf die geänderten Klimaverhältnisse reagiert. „Diese bilden die Basis für nachhaltige Waldarbeit. Und es ist das Eigentumsverständnis der tausenden Waldeigentümer und Eigentümerinnen, der Familienforstbetriebe, die sich Tag für Tag für den Wald einsetzen“. Die Arbeitsleistung hat viele Gesichter: sei es gepflegte, schützende Wälder, sei es Jahr für Jahr ca. 19 Mio. Kubikmeter nachhaltige Holznutzung oder sei es die CO2-Speicherleistung inklusive der Substitution von Öl und Gas. „Ohne Fachleute, die wissen, was sie tun, die am gesunden, starken, zukunftsfitten, vielfältigen Wald interessiert sind, wird es nicht funktionieren“, so Benger.

Sein Appell lautet daher: „Vertrauen wir den Forstleuten, vertrauen wir den Familienforstbetrieben, setzen wir auf deren Generationenverständnis, bauen wir auf ihre grüne Expertise, statt sie mit Bürokratie zu geiseln und ihnen die Freude an der Arbeit zu nehmen“. Nichtbewirtschaftung wäre letal. Nichtbewirtschaftung koste nicht nur Arbeitsplätze, sie gefährde den Lebens-, Erholung- und Arbeitsraum. „Daher ist unser Leitspruch: Natur nützen, Natur schützen. Waldbewirtschaftung sichert Zukunft.“

Weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in Expertise

Die Branche sieht sich zunehmend mit überbordender Regulierung konfrontiert. Zusätzliche Nachweispflichten und EU-Vorgaben würden zu einer Zertifizierungsflut führen, die die Arbeit auf der Fläche erschwert. Der gemeinsame Tenor: Waldbewirtschafter sind wichtiger Teil der Lösung. Vertrauen in ihre Expertise, statt sie mit Bürokratie zu geiseln. Denn es braucht Rahmenbedingungen, die aktives Wirtschaften zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels ermöglichen. „Wir Forstverbände müssen handlungsfähig bleiben“, so Thurn-Valsassina.

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