Die ausschließlich über Gnitzen übertragene Blauzungenkrankheit (BTV) hat Österreichs Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter weiterhin fest im Griff. Trotz kühlerer Herbsttemperaturen wurde vor zwei Wochen von der Ages eine Rekordzahl an hierzulande bestätigten Fällen dokumentiert. Insgesamt kamen binnen einer Woche 273 Ausbrüche hinzu. Vergangene Woche waren es immerhin noch 138. Gut die Hälfte davon entfiel auf den Serotyp 8, 51 Fälle entfielen auf BTV-3. Die Veterinäre sehen sich derzeit mit insgesamt drei Virusvarianten konfrontiert.
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Bestätigte Ausbrüche der Blauzungenkrankheit seit Jänner, Stand 27.10.2025
Das bereits im Vorjahr aus Deutschland eingeschleppte BTV-3 macht in Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol, Niederösterreich und Vorarlberg Probleme. BTV-4, ebenfalls schon 2024 aufgetreten, ist in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark ein Thema. Die erst im Sommer aus Italien und dem Balkan übergeschwappte Variante 8 wurde mittlerweile auch schon in Bayern nachgewiesen. In der Alpenrepublik ist sie in allen Bundesländern mit Ausnahme von Nordtirol und Vorarlberg verbreitet. Während Tierärzte und Landwirte bei BTV-4 nur von geringer Symptomatik berichten, treten bei den Virusvarianten 3 und 8 die typischen Blauzungensymptome auf. Diese sind:
Die Symptome:
hohes Fieber, Schwellungen im Bereich des Kopfes und der Schleimhäute, Läsionen an den Klauen und in weiterer Folge Milchleistungsrückgang und geringere Futteraufnahme.
Impfempfehlung aufrecht
Besonders Schafe erkranken schwer und weisen auch die höchste Sterblichkeit auf. Aber auch bei Rindern, die teils auch symptomlose Verläufe zeigen, wurden aus Deutschland im Vorjahr drastische Leistungseinbußen gemeldet. Um Tierleid bestmöglich zu vermeiden,
haben die Ages und das für Tierseuchen zuständige Sozialministerium im September eine Impfempfehlung trotz vorhandenem Ausbruchsgeschehen ausgesprochen. Klinisch gesunde Tiere sollten dringend gegen alle drei Virusvarianten immunisiert werden. Der volle Impfschutz tritt erst nach 60 Tagen auf. Vorübergehend hilft auch die Behandlung mittels Repellentien, also insektenabwehrenden Mitteln, die als Pour-on-Präparat beim Bestandstierarzt erworben werden können. Erkrankte Tiere dürfen nicht geimpft werden. Im Verdachtsfall besteht Meldepflicht. In der Praxis wird der Veterinär den zuständigen Amtstierarzt zuziehen, welcher einer Blutprobe veranlasst.
Aus Expertenkreisen wird berichtet, dass ähnlich wie heuer in Deutschland im kommenden Jahr hierzulande weiterhin mit einem hohen Infektionsgeschehen zu rechnen ist. Ein Aussitzen über die Wintermonate verspricht also kaum Erfolg. Insbesondere deshalb, weil die Gnitzen laut Meldungen aus Deutschland in Warmställen den Winter überdauern und weiter Tiere infizieren.
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