„Wölfe sind keinesfalls Nutztieren gleichzustellen“

Rund 800 Schafe wurden 2022 bundesweit vom Wolf gerissen.

Für Aufregung unter den heimischen Schafbäuerinnen und -bauern hat ein Bericht im Nachrichtenmagazin „Blickwechsel“ auf Servus-TV gesorgt. Wolfforscher Kurt Kotrschal hatte dort angesichts des vermehrten Auftretens des Wolfes die Zukunft der Schafhaltung im Land in Frage gestellt.

Für Bauernbunddirektor Paul Nemecek ist diese Aussage nicht akzeptabel, sind es doch die Bäuerinnen und Bauern, die von und mit ihren Tieren leben. Damit würden sie ihre wirtschaftliche Existenz sichern und für zahlreiche Arbeitsplätze auf den Bauernhöfen und im gesamten ländlichen Raum sorgen. „Wir verdanken es unseren Bäuerinnen und Bauern, dass wir Lebensmittel auf unseren Tellern und in den Supermarktregalen finden, die in höchster Qualität zu den höchsten Standards produziert wurden“, so Nemecek in einer ersten Reaktion.

Dass die Sorge vor dem Wolf berechtig ist, zeigt sich auch an weiter steigenden Zahlen an Schafsrissen: 2009 wurden 82 Schafe von Wölfen getötet, 2022 waren es österreichweit bereits 800. „Diese Entwicklung ist alarmierend und genau deshalb ist ein Ende des strengen Schutzstatus und ein aktives Management Gebot der Stunde“, sieht Direktor Nemecek die europäische Union am Zug, denn „der Wolf ist bei Weitem nicht mehr vom Aussterben bedroht.“ Wölfe und Nutztiere, wie etwa Schafe und Rinder, können für den Bauernbund in einer Kulturlandschaft wie in Österreich jedenfalls nicht gleichberechtigt sein. Er lehne daher solche Aussagen grundlegend ab. Der Umgang in der Wolfsfrage sei zudem ein Zeichen fehlender Anerkennung von bäuerlichen Leistungen und der gesamten landwirtschaftlichen Arbeit. „Es muss in Zukunft auch möglich sein, sogenannte Problemwölfe zu erlegen“, zeigt Nemecek die einzig mögliche Lösung auf.

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  • Wolf: Ronny - stock.adobe.com
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AUTORRed. DL
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