Tirol treibt den Ausbau einer modernen, wohnortnahen Gesundheitsversorgung voran. Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) 2030 legt fest, wie sich das Tiroler Gesundheitssystem in den kommenden Jahren entwickeln wird – von der Primärversorgung bis zur spezialisierten Krankenhausmedizin.
Der Fokus liegt auf tagesklinischen Angeboten, einer Stärkung der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie und Akutgeriatrie sowie dem Ausbau digitaler Versorgungsprogramme.
Gesundheitsversorgung direkt bei den Menschen
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele betonte bei der Präsentation gemeinsam mit Bernhard Achatz (Österreichische Gesundheitskasse Tirol) und Gerhard Fülöp (Gesundheit Österreich GmbH): „Der RSG 2030 ist ein Versprechen an die Menschen in Tirol. Er bringt Gesundheitsversorgung dorthin, wo sie gebraucht wird – direkt in die Regionen und in den Alltag der Menschen.“
Tirol schafft damit insbesondere im ländlichen Raum wohnortnahe Angebote auf hohem medizinischem Niveau und positioniert sich als Vorreiter einer modernen, gerechten und menschlichen Gesundheitsversorgung.
Gezielte Planung nach regionalem Bedarf
In die Planung flossen die Einschätzungen aller Systempartner ein – von Krankenhäusern bis zur Ärztekammer Tirol. Grundlage waren auch die demografischen Entwicklungen:
Tirols Bevölkerung wächst bis 2030 um 2,4 %, im Zentralraum sogar um 3,4 %.
In Osttirol ist ein leichter Rückgang von 1,4 % zu erwarten.
Besonders stark steigt der Anteil der über 75-Jährigen um 16,8 % – mit entsprechend höherem Bedarf an Langzeit- und Palliativversorgung.
Versorgung älterer Menschen: Mehr Tageskliniken und spezialisierte Angebote
Im stationären Bereich setzt Tirol auf mehr tagesklinische und ambulante Betreuung, um Bettenkapazitäten dem realen Bedarf anzupassen.
Geplante Schwerpunkte:
Neurologie: 26 neue Betten im Krankenhaus Zams
Akutgeriatrie/Remobilisation: Ausbau in Hochzirl und Natters
Psychiatrie, Palliativversorgung und Psychosomatik: gezielte Erweiterungen
In Bereichen mit geringerer Auslastung (Dermatologie, Augenheilkunde, HNO) werden Kapazitäten angepasst.
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Tirols Gesundheitseinrichtungen im Überblick.
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Tirols Gesundheitseinrichtungen im Detail.
Psychische Gesundheit im Fokus
Die psychische Gesundheit, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, hat oberste Priorität. Das erfolgreiche Home-Treatment-Modell wird verdoppelt – von derzeit 5 auf 10 Plätze.
Zudem ist ein Ausbau der Psychiatrie an den Standorten Kufstein, Lienz und Zams vorgesehen.
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie entstehen:
+9 Plätze am Standort Hall
+5 tagesambulante Plätze in Zams
+8 stationäre Plätze in St. Johann
30 neue Kassenstellen und 16 Primärversorgungseinheiten bis 2030
Tirol baut die ambulante Versorgung deutlich aus.
Bis 2030 entstehen 30 zusätzliche Kassenstellen, vor allem in den Bereichen:
Allgemeinmedizin
Augenheilkunde
Gynäkologie
Psychiatrie
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Kinder- und Jugendheilkunde
Auch die Primärversorgungseinheiten (PVE) werden massiv erweitert:
Von derzeit zwei Standorten (Innsbruck, Fulpmes) auf insgesamt 16 PVEs bis 2030.
2025: Eröffnung in Telfs
2026: weiterer Standort in Wörgl
Zusätzlich entsteht 2026 das ÖGK-Zahngesundheitszentrum in Kitzbühel.
Damit wird eine moderne, interdisziplinäre und wohnortnahe Versorgung langfristig gesichert.
Starke Versorgung in allen Regionen Tirols
Tirol ist in vier Versorgungsregionen organisiert:
Tirol-Zentralraum (Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land, Schwaz)
Tirol-West (Reutte, Imst, Landeck)
Tirol-Nordost (Kufstein, Kitzbühel)
Osttirol (Bezirk Lienz)
Zur Verfügung stehen:
9 Landes- und Bezirkskrankenhäuser
4 private Krankenanstalten (Innsbruck, Hochrum, Wörgl, Imst)
1 Heeresspital
5 Rehabilitationszentren, 1 Therapiezentrum
93 Alten- und Pflegeheime
66 mobile Dienste
rund 1.900 niedergelassene Ärzte
2 Primärversorgungseinheiten (derzeit) und 6 ÖGK-Ambulatorien
Tirol verfügt damit über eine überdurchschnittlich hohe Versorgungsdichte im österreichweiten Vergleich – sowohl im spitalsambulanten als auch im niedergelassenen Bereich.
„Digital vor ambulant vor stationär“
Nach diesem Grundsatz setzt Tirol zudem auch künftig auf verschiedene integrierte Versorgungsprogramme, um vor allem Spitalsambulanzen zu entlasten. Ein gutes Beispiel dafür ist das erfolgreiche Pilotprojekt „Tele-Dermatologie“: Im Jahr 2024 wurden insgesamt rund 1.300 PatientInnen behandelt. Zwei Drittel der PatientInnen konnten dabei vollständig telemedizinisch – sprich digital – versorgt werden, ohne eine/n Facharzt/Fachärztin aufsuchen zu müssen. Zudem koordiniert das Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol weitere zentrale Programme wie den Schlaganfallpfad Tirol, das CareManagement Tirol und HerzMobil Tirol – ein österreichweites Vorzeigeprojekt für Patienten mit Herzschwäche außerhalb von Krankenhäusern.
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