Schafe auf der Wiese

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Schafhaltung: „Neueinsteiger sind gesucht"

Die Schafhaltung hat sich in Oberösterreich in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt. Die Nachfrage nach regionalem Lammfleisch ist hoch, gleichzeitig gibt es weiterhin Chancen für Neueinsteiger und bestehende Betriebe.

Seit dem Tiefststand im Jahr 1965 hat sich der Schafbestand laut Statistik Austria auf rund 68.200 Tiere mehr als versiebenfacht. Rund 3.000 Betriebe erzeugen heute Lammfleisch, vor allem im Hausruck- und Traunviertel.

„Früher hat man eher ältere Schafe vermarktet. Durch den Umschwung auf Junglämmer hat sich die Fleischqualität massiv verbessert. Dadurch ist auch die Nachfrage in den letzten Jahren wieder entsprechend gestiegen“, betont OÖ Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 Kilogramm sieht er weiteres Potenzial: „Die Nachfrage ist da und Neueinsteiger in diesem Bereich sind gesucht.“

Direktvermarktung sorgt für stabile Entwicklung

Die steigende Nachfrage nach heimischem Lammfleisch spiegelt sich auch in der Marktentwicklung wider. Der Preis für Lammfleisch verläuft seit Jahren stabil. Einen wesentlichen Grund dafür sieht Matthias Pleschberger, Geschäftsführer des Landesverbandes für Schafzucht und Schafhaltung Oberösterreich, in der starken regionalen Vermarktung. Viele Betriebe verkaufen ihre Produkte direkt an Konsumenten wodurch der Preis weniger von internationalen Marktschwankungen betroffen ist. „Wir haben kein Auf und Ab wie andere Fleischbereiche und wir haben trotzdem ständig steigende Preise, die wir auch sehr gut halten können“, sagt Pleschberger.

Obmann des Landesverbandes Johann Perner ergänzt: „Die oberösterreichische Schafzucht und Schafhaltung blickt auf eine sehr gute und stabile Entwicklung zurück. Der steigende Bedarf an Lammfleisch und Zuchtschafen bietet zahlreichen Betrieben eine Produktionsalternative“.

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Preisangaben in Euro

Erfolgreiches Bio-Programm

Einen wichtigen Impuls für die steigende Beliebtheit von Lammfleisch brachte die REWE Group, die Marke Ja! Natürlich sowie die Österreichische Schaf- und Ziegenbörse. Vor 20 Jahren starteten sie das Programm „Ja! Natürlich Bio-Junglamm“. Mittlerweile gilt es als eines der erfolgreichsten Bio-Lamm-Programme Europas.

Mit der Entscheidung von BILLA, innerhalb der REWE Group ausschließlich österreichisches Frischfleisch anzubieten, wurde die regionale Abnahme von Bio-Lammfleisch zusätzlich gesichert.

Interesse an Schafhaltung wächst

Das Interesse an der Schafhaltung bleibt hoch. Heuer gab es laut Landwirtschaftskammer bereits elf Betriebe, die konkrete Einstiegsschritte planen. Viele Interessenten kommen aus der Rinder-, Milchviehhaltung oder möchten ihren Betrieb um einen zusätzlichen Erwerbszweig erweitern. 

Einen solchen Weg hat auch ein Betrieb in Sandl (Bezirk Freistadt, Oberösterreich) eingeschlagen. Die Familie begann 2018 mit der Schafhaltung und stellte vor drei Jahren vollständig von Milchvieh auf Schafe um. Die Betriebsführerin Gerda Stifter berichtet von einer starken Nachfrage: „Bisher waren unsere Lämmer immer schon verkauft, bevor sie überhaupt geboren wurden“, erzählt sie.

Besonders im Bio-Bereich besteht weiterhin Nachfrage. Die Eigenversorgung in Österreich liege derzeit bei etwa 75 Prozent.

Milchschafhaltung als Betriebszweig

Neben der Fleischproduktion hat sich auch die Milchschafhaltung als spezialisierter Betriebszweig etabliert. In Oberösterreich werden rund 6.600 Milchschafe auf 108 Betrieben gehalten. Die erzeugte Milch wird überwiegend zu Käse, Joghurt und weiteren Spezialitäten verarbeitet und häufig direkt vermarktet.

„Die Branche hat seit jeher hohe Tierwohlstandards und leistet damit einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen, standortangepassten Landwirtschaft“, betont Waldenberger. Damit diese Leistungen auch künftig abgesichert werden können, fordert die Landwirtschaftskammer ausreichend ausgestattete Förderprogramme in der nächsten EU-Förderperiode.

Beratung für Einsteiger und Betriebe

Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Betriebe mit Beratung, Schulungen und Arbeitskreisen für Schafhalter: [email protected]
oder unter (050) 6902-1640

Der Landesverband für Schafzucht und Schafhaltung Oberösterreich zählt rund 1.000 Mitgliedsbetriebe. Auf deren Höfen werden etwa 89 Prozent der oberösterreichischen Schafe gehalten. Neben der Zuchttiervermarktung organisiert der Verband gemeinsam mit der Österreichischen Schaf- und Ziegenbörse den regelmäßigen Absatz von Schlachtlämmern. Mehr Informationen unter www.schafe-ooe.at.

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