Es war gegen 4:30 Uhr in der Früh, als ein Landwirt aus Ulrichsberg vergangene Woche durch das Läuten der Kuhglocken aufgeschreckt worden war. Die plötzliche Unruhe ließ ihn sofort Nachschau halten – und Beängstigendes entdecken: Einen Wolf mitten auf der Kuhweide.
Vergrämt und den Vorfall gleich gemeldet
Der Mühlviertler reagierte richtig und vergrämte das Tier mit lauten Rufen. Er meldete den Vorfall umgehend an das Agrarressort, dessen Wolfsbeauftragte das Tier als Risikowolf einstuften. Das öffnet den sogenannten „Schirm“: Sollte eine zweite Vergrämung desselben Tieres notwendig werden, kann eine Abschussfreigabe erteilt werden.
Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger dankt dem Landwirt für sein besonnenes Vorgehen und appelliert daran, diesem Beispiel zu folgen: „Ohne Vergrämungsmeldung gibt es keine rechtliche Legitimation. Wir wollen die Bevölkerung ebenso wie die Tiere schützen. Damit wir tätig werden können, braucht es das Mitwirken der Betroffenen“, so Langer-Weninger. Sie bittet darum, Sichtungen oder Vergrämungen sofort bei der Wolfshotline zu melden. Diese sei rund um die Uhr erreichbar. Jede Meldung werde ernst genommen und umgehend geprüft. „Wir stehen an der Seite unserer bäuerlichen Familien und werden nicht zögern zu handeln“, so die Landesrätin.
Emotionale Belastung für Betroffene ist hoch
Ereignisse wie diese sind für die Betroffenen eine Zäsur. „Aus vergangenen Fällen wissen wir, dass Menschen häufig Angst haben, das Haus oder den Hof zu verlassen, besonders morgens, wenn es noch dunkel ist“, so Langer-Weninger. „Besonders verstörend ist es, Tiere plötzlich tot vorzufinden. Verständlicherweise überlegt man dann zweimal, ob man seine Tiere noch auf die Weide bringt.“
OÖ Wolfshotline: rund um die Uhr erreichbar
Tel. 0 732 77 20 118 12 während der Amtsstunden, 0 664 600 72 118 12 außerhalb der Amtsstunden
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