Mit der Einführung des Zertifikatslehrgangs Kräuterpädagogik erkannte das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) der Landwirtschaftskammer OÖ früh das große Interesse an heimischen Wildpflanzen, nachhaltiger Ressourcennutzung und ganzheitlicher Bildung. Ziel war es von Beginn an, Menschen aus dem bäuerlichen Umfeld ebenso wie Naturinteressierte aus anderen Bereichen anzusprechen und qualitätsvolle Weiterbildung anzubieten.
„Der Zertifikatslehrgang Kräuterpädagogik zählt zu unseren erfolgsreichsten Kursen. In den vergangenen 20 Jahren wurden 53 Lehrgänge mit insgesamt 995 Teilnehmern durchgeführt“, berichtet Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
Lernen mit allen Sinnen
Ein zentrales Merkmal der Kräuterpädagogik ist das ganzheitliche Lernen: Pflanzen werden gerochen, geschmeckt, berührt und erlebt. Die Begegnung mit der Natur steht dabei immer im Mittelpunkt und fördert ein nachhaltiges Verständnis ökologischer Zusammenhänge. „Das ist ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz“, so Waldenberger.
Heute reicht das Angebot weit über den Lehrgang hinaus: Kräuterwanderungen, Wildkräuterküche oder Naturvermittlung für Kinder sind nur einige Beispiele. Gleichzeitig wächst das Netzwerk an Kräuterpädagogen, die ihr Wissen teilen.
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Hanneke Feichtenschlager zeigt mit ihrem Biobetrieb die Artenvielfalt heimischer Wiesen und nachhaltige Bewirtschaftung.
Vielfalt auf der Wiese
Hanneke Feichtenschlager, Bäuerin aus Schneegattern, nutzt ihr Wissen aus dem Lehrgang für den Biobetrieb: „Als ich den Lehrgang Kräuterpädagogik machte, entdeckte ich insgesamt 76 verschiedene Wildkräuter auf unseren Wiesen. Auf diese Biodiversität sind wir sehr stolz, denn sie ist eines der Ergebnisse der nachhaltigen biologischen Heuwirtschaft.“ Ihr Projekt „Vom Teller meiner Kuh zum Teller meiner Kundin“ zeigt, wie biologische Produkte die nachhaltige Bewirtschaftung unterstützen.
Die vierfache Mutter und Ergotherapeutin Magdalena Steinbauer aus Ottnang absolvierte 2012 den Lehrgang. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie die Biokräuterei Mathiasnhof, wo sie Kräuter verarbeitet und Workshops anbietet. „Ohne den Lehrgang wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Er war für mich persönlich und beruflich eine große Bereicherung“, betont Steinbauer.
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Magdalena Steinbauer führt gemeinsam mit ihrem Mann die Biokräuterei Mathiasnhof und bietet Kräuterworkshops an.
Von Teilnehmerin zur Trainerin
Martina Nimmervoll aus St. Georgen bei Grieskirchen nahm am ersten Lehrgang 2006 teil und entwickelte aus ihrer Abschlussarbeit ein Konzept für Frischkräuterkosmetik. Heute gibt sie ihr Wissen in Workshops und als LFI-Trainerin weiter: „Das Besondere an diesem Lehrgang war für mich die gelungene Verbindung von fundiertem Wissen über biologische und ökologische Grundlagen mit traditionellem Wissen und praktischen Anwendungen. Diese praxisnahe Erfahrung hat den Lehrgang einzigartig gemacht und wirkt bis heute nach.“
„Das Jubiläum ist Anlass, all jenen zu danken, die die Kräuterpädagogik geprägt haben: dem engagierten Trainerteam, den Teilnehmenden und unseren Kooperationspartnern – der Naturschutzabteilung des Landes OÖ und der Kräutergemeinde Hirschbach", so Waldenberger abschließend.
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Martina Nimmervoll gibt ihr Wissen aus dem ersten Lehrgang 2006 heute in Workshops und als LFI-Trainerin weiter.
Neue Kurse starten
Die nächsten zwei Zertifikatslehrgänge zur Kräuterpädagogik mit 160 Unterrichtseinheiten starten bald. In einer Online-Veranstaltung am 26. Jänner um 19 Uhr gibt es nähere Informationen zu den Kursen und den Ausbildungsinhalten. Der erste Kurs startet am 6. Februar und dauert bis 25. September, der zweite Kurs startet am 13. Februar und endet am 2. Oktober dieses Jahres. Weitere Informationen gibt es unter ooe.lfi.at/nr/8506.
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