Versuche mit Juglon

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Diplomarbeiten: Sechs Prämierungen in St. Florian

Eine breite Themenvielfalt zeigten die diesjährigen Arbeiten der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalt (HLBLA), aus denen eine Jury die besten Werke auswählte. Die BauernZeitung stellt sie kurz vor.

Alternative Verwendungsmöglichkeiten der Walnuss

Der erste Preis ging an Tristan Reder und Elisabeth Rebhahn-Roither. Sie untersuchten die herbizide Wirkung des Wirkstoffs „Juglon“ aus Walnussblättern und Schalen auf verschiedene Pflanzen. In Versuchen mit unterschiedlicher Dosis wurde die Wachstumshemmung in verschiedenen Entwicklungsstadien geprüft, um Juglon als Alternative zu chemisch-synthetisch hergestellten Herbiziden zu bewerten. Die Wirkung variierte: Während Kleearten und Weißer Gänsefuß profitierten, blieben viele Gräser unbeeinflusst, Wicke und Amarant wurden geschädigt. Der zweite Versuch widmete sich der Verarbeitung unreifer Walnüsse zu „Schwarzen Nüssen“. Die Herstellung der Delikatesse erwies sich als zeitintensiv, die Akzeptanz des Produktes war hoch (Kaufbereitschaft 80 Prozent). Fazit: Juglon könnte Potenzial haben, erfordert aber weitere Forschungen. „Schwarze Nüsse“ haben Verkaufspotential, vor allem auf einem Hof mit bereits etablierter Direktvermarktung.

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Eine Delikatesse: schwarze Walnüsse

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Elisabeth Rebhand-Roither und Tristan Reder mit Gratulanten.

Mais: Varianten am Praxisbetrieb im wirtschaftlichen Vergleich

Platz zwei sicherten sich Matthias Fimberger und David Schmidhuber mit dem wirtschaftlichen Blick auf verschiedene Mais-Varianten. Sie verglichen Konsummais-, Wachsmais- und Saatmaisanbau. Mehrere Hektar große Erhebungsflächen wurden auf Partnerbetrieben angelegt, um die gesamte Bestandesführung zu dokumentieren. Eingearbeitet wurden Arbeitsstunden, ackerbauliche Maßnahmen oder Rüstzeiten. Das Ergebnis: Konsummais weist den geringsten Arbeitsaufwand auf, allerdings auch den geringsten Deckungsbeitrag. Wachsmais ergibt einen höheren Deckungsbeitrag bei geringem Mehraufwand, ein Nachteil ist der Transportweg (Ablieferung nur in Aschach). Saatmais hat das höchste wirtschaftliche Potenzial, ist aber anfällig für äußere Einflüsse. Fazit: Saatmaisproduktion macht Sinn, wenn Arbeitskapazitäten da sind. Durch die höheren Produktionskosten und den höheren Arbeitsaufwand steigt das Risiko. Bei schlechten Bedingungen kann Wachsmais durch Widerstandsfähigkeit überzeugen.

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Bei der Ernte von Saatmais.

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David Schmidhuber und Matthias Fimberger.

"Strip Till": Chancen und Herausforderungen

Paul Lehner und Jakob Kaser setzten sich mit Anbauverfahren bei Körnermais auseinander. Sie erzielten den dritten Platz. Jeder Schüler legte Parzellen an, um die streifenförmige Bodenbearbeitung mit dem betriebsüblichen Anbau zu vergleichen. Es wurde deutlich, dass bei Strip-Till nicht unter zu feuchten Bedingungen gearbeitet werden darf: Offene Schlitze und herausgerissene Erdklumpen erschwerten die Aussaat. Im weiteren Verlauf zeigte sich ein sehr unterschiedliches Wuchsverhalten. Im Untersuchungszeitraum traten keine extremen Wetterereignisse auf, die den Erosionsschutz durch Strip-Till hätten verdeutlichen können. Allerdings zeigte sich aufgrund der Trockenheit, dass der Mais auf den Strip-Till-Parzellen länger grün blieb und der Boden mehr Feuchtigkeit speicherte. Bei der Ernte lag im Versuch Kaser der Ertrag bei Strip-Till bei 14.080 kg/ha, konventionell bei 15.815 kg/ha. Im Versuch Lehner wurden bei Strip-Till 7.541 kg/ha und konventionell 8.143 kg/ha erzielt. Trotz der Ertrags-Schwankungen zeigten Werte wie Protein, Kleber und Feuchtigkeit keinen signifikanten Unterschied.

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Streifenbearbeitung "Strip-Till"

Paul Lehner

Paul Lehner

Jakob Kaser

Jakob Kaser

Untersaaten: Auswirkungen auf den Körnermais-Ertrag

Michael Schick und Maximilian Neuhofer beschäftigten sich mit den Folgen unterschiedlicher Anbauzeitpunkte von Untersaaten auf Entwicklung und Ertrag von Körnermais, womit sie den vierten Platz erreichten.

Duringras, Spitzwegerich und Mikroweißklee wurden auf die Entwicklung und den Ertrag von Körnermais "Abaldo" auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben untersucht. Durchgeführt und analysiert wurden verschiedene Varianten hinsichtlich Ertrag, Bodenbedeckung und Pflanzenentwicklung .

Die Ergebnisse zeigten signifikante Ertragsunterschiede. Auf beiden Betrieben erzielte die Kontrollvariante (ohne Untersaat) die höchsten Erträge (Neuhofer: 110,95 dt/ha; Schick: 122,93 dt/ha). Bei gleichzeitigem Anbau der Untersaat mit dem Mais sind erhebliche Unterschiede zu erkennen (Neuhofer: 71,18 dt/ha; Schick 115,1 dt/ha), während die spätere Aussaat der Untersaat in den bestehenden Maisbestand moderatere Einbußen verursachte (Neuhofer: 92,56 dt/ha; Schick: 110,53 dt/ha). Die Bodenbedeckung entwickelte sich gut, jedoch dominierte der Spitzwegerich. Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe sowie die Bodentypen sind weitere Faktoren für die Ertragsunterschiede.

Michael Schick und Maximilian Neuhofer mit Gratulanten.

Michael Schick und Maximilian Neuhofer mit Gratulanten

Die Versuchsstreifen am Betrieb der Familie von Michael Schick.

Die Versuchsstreifen am Betrieb der Familie von Michael Schick.

Lastschalt- und Automatikgetriebe im Vergleich

Rang fünf wurde zwei Arbeiten zuerkannt. Zum einen Daniel Schneebauer, der Lastschalt- und automatisches CVT-Getriebe im praktischen Feld- und Straßeneinsatz verglich. Beide Traktoren, 6150 Profi und 6150 Profi CVT, wiesen identische Gewichte, Einstellungen und Ausrüstungen auf. Die Betriebsstunden der Versuchstraktoren lagen zwischen 90 und 700. Kraftstoffverbrauch sowie Leistungsbedarf wurden über das Can-Bus-System erfasst. Auf der Straße kam ein Anhänger mit einer Nutzlast von 25,28 Tonnen zum Einsatz und die Traktoren erreichten vor Beginn der Messung eine konstante Geschwindigkeit.

Das CVT-Getriebe zeigte sich bei Feldarbeiten mit geringer Arbeitstiefe (8 cm) kraftstoffeffizienter, verbrauchte aber bei tiefer Bodenbearbeitung (25 cm) sechs Prozent mehr als das Lastschaltgetriebe. Im Straßentransport mit Anhängelast benötigt das Lastschaltgetriebe bei 35 km/h 21 % und bei 40 km/h 13 % weniger Kraftstoff. Für einen 160-ha-Betrieb entstehen durch den höheren Verbrauch des CVT-Getriebes jährliche Mehrkosten von 1.018 Euro (346 € für Transport, 672 € für Bodenbearbeitung), basierend auf 100 Transport- und 150 Bodenbearbeitungsstunden.

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Gleiche Ausrüstung, unterschiedliches Getriebe

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Daniel Schneebauer mit Gratulanten.

Ziegenmilch-Frischkäse: rohe oder pasteurisierte Milch?

Ebenfalls Rang fünf holten Veronika Tschautscher und Katharina Prankl mit ihrer Arbeit zum Thema "Vergleich von Frischkäse aus Ziegenrohmilch und pasteurisierter Ziegenmilch bezüglich biochemischer und sensorischer Faktoren".

Für den Versuch stellte der direktvermarktende Betrieb Mittmannsgruber beide Sorten zur Verfügung. Die Frischkäse-Varianten wurden im Zuge einer Verkostung hinsichtlich Geschmack, Konsistenz, Geruch und Kaufentscheidung bewertet. Zudem erfolgte eine mikrobiologische Untersuchung der verschiedenen Frischkäse am Lebensmitteltechnologischen Zentrum Francisco Josephinum, bei der die Keimbelastung erhoben wurde.

Die Ergebnisse der Verkostung zeigen deutlich, dass bei einer Kaufentscheidung der Frischkäse aus pasteurisierter Milch bevorzugt werden würde. Er wurde als milder, luftiger und cremiger empfunden. Im Vergleich dazu wurde der Rohmilchkäse mit einem intensiveren Geschmack und einer festeren Konsistenz wahrgenommen. Aus mikrobiologischer Sicht weist der Frischkäse aus pasteurisierter Milch eine geringere Keimbelastung auf und ist somit für den Verzehr unbedenklich.

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Bei der mikrobiologischen Untersuchung im Labor.

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Veronika Tschautscher und Katharina Prankl mit Gratulanten.

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