Kultivierung und Verarbeitung von Körnerleguminosen
Mit dem Einsatz von Lupinenmehl in Sauer- und Germteiggebäck beschäftigte sich Johanna Eisner. Die Pflanzenfamilie der Lupinen spielt aufgrund ihrer hochwertigen Proteine eine zunehmende Rolle in der menschlichen Ernährung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Lupinenmehl gelegt. Dieses findet bei Eisner im empirischen Teil der Arbeit Einsatz. Bei einem Backversuch mit Sauer- und Germteig wurden Weizen- und Roggenmehlteige mit 15 beziehungsweise 30 Prozent Spezialmehl hergestellt. Die Backerzeugnisse wurden unter anderem mit Hilfe eines Akzeptanztests bewertet. Ziel dabei war herauszufinden, welche Menge an Lupinenmehl im Gebäck von den Konsumenten bevorzugt wird. Dabei zeigte sich, dass die Backwaren mit 15 Prozent Lupinenmehl durchaus akzeptiert werden, jedoch ein Anteil von 30 Prozent aufgrund des eher bitteren Beigeschmacks und unangenehmen Nachgeschmacks negativ empfunden werden.
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Johanna Eisner mit ihrer fertiggestellten Arbeit und einem Becher Lupinenmehl.
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Roggen-Sauerteiggebäck mit 15 % Lupinenmehl
Effekte von Rasse und Fütterung auf die Eigenschaften von Kalbfleisch
Inwieweit beeinflussen Fütterung und Rasse die Qualität von Kalbfleisch? Dieser Frage ging Iris Göbetzberger in ihrer Diplomarbeit nach. Der Betrieb von Hannelore Göbetzberger aus Nöchling (NÖ) stellte dabei für die Auswertung Schlachtdaten der Kälber zur Verfügung.
Göbetzberger analysierte die Einflussfaktoren auf die Schlachtkörperklassifizierung mit statistischen Methoden. Für die Analyse stellt der land- und forstwirtschaftliche Betrieb der Familie Göbetzberger Schlachtdaten seiner Milchmastkälber bereit. Das Datenmaterial war vielseitig, da am Betrieb in den vergangenen Jahren nicht nur verschiedene gefährdete Rinderrassen gehalten wurden, sondern auch Kreuzungskälber. Zur Auswertung der Schlachtdaten, die aus Schachtabrechnungen erhoben werden, wurde der Chi-Quadrat-Test angewendet. Es stellte sich heraus, dass Zusammenhänge zwischen Rasse und Klassifizierung, Schlachtgewicht und Schlachtkörperklassifizierung und Mastleistung und Rasse bestehen. Weiters wurde auch ermittelt, wie sich die Mastergebnisse prozentuell auf die Handelsklassen verteilen. Hierbei erzielten in der Reinzucht Kälber der Rasse Murbodner die besten Ergebnisse. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird am Betrieb künftig vermehrt auf züchterische Maßnahmen geachtet, um die Problematik von leichten Schlachtkörpern und der damit verbundenen schlechteren Klassifizierung zu umgehen. Weiters wird eine Lebendtierwage angeschafft und Kälber unter 100 Kilogramm werden in Zukunft als Einsteller vermarktet.
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Iris Göbetzberger
Kultivierung von Wasserlinsen und ihre Bedeutung in der Humanernährung
Diplomandin Johanna Hochrainer hat für ihre Arbeit die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Agrartechnologie und -management in Wels gesucht. Gemeinsam wurden Wasserlinsen kultiviert.
Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr die Nachfrage nach Lebensmitteln. Doch die Ressourcen sind begrenzt. Die verfügbare landwirtschaftliche Fläche nimmt ab, während der Wasserverbrauch in der Lebensmittelproduktion enorm ist. Gleichzeitig steigt das Interesse an gesunden, nachhaltigen pflanzlichen Alternativen. Eine vielversprechende Option könnte daher die Wasserlinse sein.
An der Fachhochschule Wels wurde dazu ein randomisierter Anbauversuch durchgeführt, bei dem die Wasserlinsenarten "Lemna minor" und "Wolffia arrhiza" in verschiedenen Nährlösungen und Konzentrationen kultiviert wurden. Der zweiteilige Kultivierungsversuch wurde zwölfmal wiederholt und die gesammelten Daten statistisch ausgewertet. Ziel der Untersuchung war es, das optimale Nährmedium für eine erfolgreiche Kultivierung und die höchste Vermehrungsrate zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigten, dass bis auf eine der zwölf Proben keine signifikanten Unterschiede bestehen. Insgesamt gedeihen die Wasserlinsen am besten in Teichwasser bei einem pH-Wert von 7,5 bis 7,9.
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Diplomandin Johanna Hochrainer mit Gratulanten
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Versuch mit der Sorte "Kleine Wasserlinse"
Mikronährstoffe für mehr Kolostrumqualität und Kälbervitalität
Julia Schmidthaler versuchte in ihrer Arbeit herauszufinden, inwiefern sich Mikronährstoffboli für trockenstehende Rinder auf die Qualität des Kolostrums auswirken und ob sich das Durchfallgeschehen von Kälbern beeinflussen lässt.
Um einen möglichen Einfluss von Trockensteher-Mikronährstoffboli auf den IgG-Gehalt (Immunglobulin G) im Kolostrum festzustellen, wurde am elterlichen Betrieb Schwarzelmüller in Steinbach an der Steyr ein Fütterungsversuch durchgeführt. In einem weiteren Versuch wurde die Wirksamkeit eines Diätfutter-Bolus für Kälber hinsichtlich des Durchfallgeschehens untersucht.
16 Fleckvieh-Kühe wurden in zwei Gruppen geteilt: die Versuchsgruppe erhielt einen "Uno Dry"-Bolus zur Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, die Kontrollgruppe erhielt keinen Bolus. Die Kolostrumqualität wurde mittels Kolostrumspindel ermittelt und auf den IgG-Gehalt rückgeschlossen. Die Ergebnisse zeigten einen hohen Gehalt an IgG bei beiden Gruppen von über 50 mg/ml, eine Kuh stellte mit 140 mg/ml einen Ausreißer dar.
Der Mittelwert der Kolostrumqualität bei Kühen mit Bolusgabe betrug 127,5 mg/ml und war somit um rund zwölf Prozent höher als bei den Kühen ohne Bolusgabe. Die Standardabweichung betrug 6,6 mg/ml, der Variationskoeffizient fünf Prozent - womit dieser geringer ist als bei Kühen ohne Bolusgabe und somit auf eine noch gleichmäßigere Kolostrumqualität hindeutet. Zudem wurden die neugeborenen Kälber in zwei Gruppen aufgeteilt. Davon erhielt ebenso nur eine Gruppe vorbeugend einen "Euro Vital"- (Bolus zur Stabilisierung der Darmgesundheit. Das Durchfallgeschehen war bei der Bolus-Gruppe tendenziell besser.
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Diplomandin Julia Schmidthaler mit Gratulanten.
Entwicklung eines proteinreichen Lebensmittels auf Linsenbasis
Neue proteinreiche Lebensmittel auf Basis von Linsen zu entwickeln und zu analysieren war das Ziel, das sich Magdalena Stadler mit ihrer Diplomarbeit gesetzt hatte. Potenzial haben solche Lebensmittel vor allem bei ernährungsbewussten Personen sowie Konsumenten, die ihren Fleischkonsum verringern wollen. Stadler kreierte ein Rezept für Linsenpatties, das sie anschließend durch sensorische Prüfungen noch weiter optimierte. Um einen angenehmen Geschmack und eine gute Konsistenz zu erreichen, erwies sich eine Mischung aus ganzen und gemahlenen roten Linsen als vorteilhaft. Zur Entwicklung eines Linsentofus wurden verschiedene Denaturierungsfaktoren für Linsenproteine getestet. Um das Protein zu gewinnen, eignete sich "Nigari"-Salz, welches aus Magnesiumchlorid-Hexahydrat besteht, am besten.
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Magdalena Stadler
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Herstellungsschritte der Linsenpatties.
Regionales Gemüse für die kalte Jahreszeit
Die Versorgung mit regionalem Gemüse in der kalten Jahreszeit ist Katharina Reitner, Theresa Nesslinger und Viktoria Aigner ein Anliegen, weshalb sie sich dieses Themas in ihrer gemeinsamen Diplomarbeit annahmen. Diese umfasste einen Anbauversuch mit zwei Wintergemüse-Kulturen, eine Analyse von Wintergemüse in den heimischen Märkten sowie eine Untersuchung zur Kultivierung sogenannter "Microgreens".
Vor allem im Winter wird sehr viel Gemüse nach Österreich importiert und auch viel Sommergemüse gekauft. Als Grund dafür ortete das Trio, das auch eine Marktanalyse durchgeführt hatte, einen Mangel an Wissen über Wintergemüse. Kleinere, regionale Märkte setzen ihrer Beobachtung zufolge häufiger auf heimisches Wintergemüse und nachhaltige Verpackung.
Ein Teil der Diplomarbeit befasste sich mit der Kultivierung von Erdmandeln und Kohlrüben. Durch verändertes Konsumverhalten und veränderte Klimabedingungen steige die Nachfrage nach Vielfalt und Kulturen, die auch in Österreich angebaut werden können. Die Versuchsergebnisse der Kohlrübenfelder zeigten, dass ein früher Anbau und eine späte Ernte zu höheren Ernteerträgen führen. Bei den Erdmandeln konnte nicht genau festgestellt werden, ob eine Bewässerung Auswirkungen auf die Kultur hat.
Im letztne Teil der Diplomarbeit ging es um die Kultivierung von Microgreens. Die jungen Pflänzchen wurden zu drei verschiedenen Jahreszeiten verglichen, ebenso mit dem Anbau in einem Keimraum. Je Pflanzversuch wurden drei verschiedene Pflanzunterlagen verwendet und die Ernteergebnisse analysiert. Mit weiteren Analysen wurden Trockengewicht, Aschegehalt und Nährstoffgehalt zwischen den Jahreszeiten, den Pflanzunterlagen und einer ausgewachsener Rotkrautpflanze verglichen. Es zeigte sich, dass Microgreens, die auf Gaze oder Hanfmatten gezogen wurden, in einem Keimraum die höchsten Werte an Frischgewicht aufweisen. Deutlich wurde auch, dass der Anbau auf Hanfmatten zu allen Jahreszeiten zu den höchsten Erträgen führt. Die Makro- und Mikronährstoffe der Microgreens sind mit Ausnahme von Kalium, Eisen und Selen, höher als bei der ausgewachsenen Rotkraut Pflanze.
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Viktoria Aigner, Theresa Nesslinger und Katharina Reitner mit Wintergemüse.
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Kohlrüben
Nachhaltige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen in Oberösterreich
Julia Blaimschein, Theresa Stockinger und Christine Sulzberger widmeten sich einem vieldiskutierten Thema: der effizienten und nachhaltigen Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, die aufgrund zunehmender Versiegelung mehr und mehr verloren gehen. Ein besonderer Fokus lag auf der Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Verkauf landwirtschaftlicher Flächen und deren anschließender Nutzung in ausgewählten Gemeinden im Bezirk Linz-Land.
Im Bereich der Agri-Photovoltaik zeigte sich, dass unterschiedliche Anlagentypen je nach Betriebsform Vor- und Nachteile mit sich bringen. Eine solche Anlage kann eine zusätzliche Einnahmequelle für landwirtschaftliche Betriebe darstellen, je nach Größenordnung entsteht dabei aber mehr Arbeitsaufwand. Der Fokus landwirtschaftlicher Betriebe auf die Produktion landwirtschaftlicher Güter soll durch diesen Mehraufwand dabei nicht verloren gehen. Die Errichtung einer Agri-Photovoltaik Anlage sollte demnach gut geplant und mit den Bedürfnissen und Anforderungen der Betriebsführer abgestimmt werden. Ohnehin ertragsarme Flächen können durch Agri-Photovoltaik Systeme sowohl effizienter genutzt werden und zur Energie-Autarkie am eigenen Betrieb, als auch zu Österreichs Klimaziel beitragen.
Zudem wurde am Betrieb Sulzberger eine Benjes-Hecke angelegt und ein Blühstreifen als Beobachtungsfläche erhalten. Auch die Bedeutung von Baummikrohabitate wurde näher erläutert und bestehende Baummikrohabitate am Betrieb Sulzberger angeführt. Eine eindeutige Steigerung der Artenvielfalt kann jedoch erst nach längerem Beobachtungszeitraum festgestellt werden. Die Diplomarbeit zeigt, dass Mikrohabitate mit geringem Kosten- und Arbeitsaufwand umgesetzt werden können und trotzdem eine große Wirkung erzielen. Beleuchtet wurde auch das Projekt „Artenvielfalt in Bauernhand“ der Privatkäserei Gebrüder Woerle. Grundsätzlich könne man sagen, dass Biodiversität und Landwirtschaft Hand in Hand gehen und gemeinsam die Nahrungsgrundlage sichern können.
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Eine Benjes-Hecke am Betrieb Sulzberger.
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Julia Blaimschein, Theresa Stockinger und Christine Sulzberger
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